Schornsteinfeger (Foto: dpa)

Schornsteinfeger: Was man über das Glück auf dem Dach wissen muss

Yvonne Schleinhege  

Seit 2013 können sich Immobilienbesitzer ihren Schornsteinfeger ganz grundsätzlich frei aussuchen. Seitdem ist man als Verbraucher aber auch in der Pflicht dafür zu sorgen, dass die gesetzlich vorgeschriebenen Arbeiten durchgeführt werden. Was sich seit dem getan hat und was man tun kann, wenn es Probleme gibt, erklärt der SR 3-Verbrauchertipp.

Bis vor fünf Jahren musste man sich als Eigenheimbesitzer um nichts kümmern: Der Schornsteinfeger im Bezirk kam automatisch zur Kontrolle der Heizanlage vorbei. Seit 2013 hat man allerdings - zumindest für einige Tätigkeiten - eine Wahlfreiheit: Entweder kann man weiterhin den Schornsteinfeger im Kehrbezirk beauftragen oder auch einen anderen Schornsteinfeger wählen. Doch so richtig kommt der Markt nicht in den Schwung.

Hoheitliche Aufgaben

Sogenannte hoheitliche Aufgaben, die der öffentlichen Sicherheit dienen, liegen nach wie vor in der Verantwortung des bevollmächtigten Bezirksschornsteinfegers. So sei dieser für die „Feuerstättenschau“ zuständig, sagt Heinz Detlef Puff von der Schornsteinfeger-Innung im Saarland. Diese muss zwei Mal innerhalb von sieben Jahren durchgeführt werden. Es ist eine Art Generalinspektion, in der die Heizungsanlage, der Schornstein und Rohrleitungen einmal komplett gecheckt werden. Zudem ist der sogenannte Bevollmächtigte dafür zuständig, neue Heizungsanlagen zu überprüfen, bevor sie in Betrieb gehen können.

Der Feuerstättenbescheid

Auf Grundlage der Feuerstättenschau stellt der bevollmächtige Bezirksschornsteinfeger den sogenannten Feuerstättenbescheid aus. Dieser liste alle Aufgaben und Fristen auf, die bis zur nächsten Feuerstättenschau rund um Heizung, Kamin und Ofen in meinem Eigenheim zu erledigen sind, erklärt der stellvertretende Landesinnungsmeister Puff. Diese Tätigkeiten kann man seit 2013 auch an einen anderen Schornsteinfeger vergeben. Hier hat man also nun theoretisch eine Wahlfreiheit. Voraussetzung ist nur, dass der freie Schornsteinfeger auch ein Meisterbetrieb ist.

Wenig Wechselstimmung im Saarland

Nach Schätzungen des saarländischen Innungsverbands haben nur wenige Hausbesitzer die Wechselfreiheit in Anspruch genommen. Es sei ein minimaler Wettbewerb entstanden, so Heinz Detlef Puff von der Schornsteinfeger-Innung. Die allermeisten Kunden seien aber bei ihrem Stamm-Schornsteinfeger geblieben. In der Innung gehe man von einer Wechselquote zwischen zwei und zehn Prozent von Jahr zu Jahr aus. Über die Gründe dafür kann man nur spekulieren: Möglich ist zum Beispiel, dass viele Hausbesitzer nichts von der Wechseloption wissen oder man sich seinem alten Schornsteinfeger verbunden fühlt. Oder auch dass es schwierig ist, einen anderen Schornsteinfeger zu finden.

Alternativen finden

Alternativen zum bevollmächtigten Schornsteinfeger im Bezirk kann man finden. Nach Auskunft der Innung gibt es auf ihrer Homepage ein Verzeichnis mit allen Schornsteinfegern im Saarland. Hier könne man sich natürlich nach Alternativen umschauen. Alle Schornsteinfeger im Saarland sind nach Auskunft der Innung auch Mitglieder. Wohin ein Schornsteinfeger kommt, welche Preise er für seine Arbeit nimmt, müsse man dann im Einzelfall verhandeln, so Heinz Detlef Puff. Online findet man bei der Suche auch Portale wie freie-schornsteinfeger.eu. Dort gibt es aber keinen Eintrag für das Saarland. Einen Überblick über die Schornsteinfeger in den Regionen gibt es auch beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa). Hier kann man nach Dienstleistern in bestimmten Postleitzahlenbereichen suchen.

Rechnungen statt Gebühren

Hat man verschiedene Optionen, kann man natürlich auch Preise vergleichen. Bis 2013 waren die Gebühren des Schornsteinfegers gesetzlich festgelegt. Heute hingegen kann er verlangen, was er will und Preise natürlich frei bestimmen. Hier müsse jetzt jeder Meisterbetrieb selbst kalkulieren. In diesem Zusammenhang könne es natürlich zu Preisverschiebungen- und Unterschieden kommen sein, so der stellvertretende Landesinnungsmeister. Laut statistischem Bundesamt haben sich die Preise für die Schornsteinreinigung (Basis im Jahr 2010 = 100) von 104,6 (2013) auf 108,6 im Jahr 2016 nur leicht verteuert. Das war aber auch bei anderen Dienstleistungen so.

Weitere Fragen rund um den Schornsteinfeger

Es kann Sinn machen, die Arbeiten zwischen zwei Feuerstättenschauen in einem Sammelauftrag an einen Schornsteinfeger zu vergeben. So lautet auch der Tipp der Verbraucherzentralen. Hier kann man sich Angebote einholen und vergleichen. Die Verantwortung dafür, dass fristgerecht gearbeitet wird, trägt aber immer der Eigenheimbesitzer. Wichtig ist: Egal, ob Mieter oder Hauseigentümer, keiner muss ohne einen Termin oder Ankündigung den Schornsteinfeger ins Haus, die Wohnung oder aufs Dach lassen. Der Schornsteinfeger muss einen Auftrag zu Ausübung dieser Tätigkeiten haben, so der Innungsmeister. In der Regel werden mündliche oder schriftliche Werkverträge abgeschlossen. Solche Verträge seien aber von beiden Seiten auch jederzeit kündbar.

Bei Problemen mit dem Schornsteinfeger

Hat man Probleme mit dem Schornsteinfeger oder Beschwerden, hilft auch die Innung bei der Vermittlung zwischen Kunde und Schornsteinfeger weiter. Darauf weist die Landesinnung extra hin.

Der Verbrauchertipp: Immer mittwochs in der Sendung "Bunte Funkminuten" auf SR 3 Saarlandwelle.

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