WimS - Das Magazin: Schimmel an Wand (Foto: SR)

Schimmel im Haus: Ein Winterproblem

Yvonne Schleinhege   06.02.2019 | 10:40 Uhr

Kälte und vor allem Feuchtigkeit sind die Hauptursachen für Schimmel. Sobald es draußen kühler wird, kann jedes Prozent mehr Feuchtigkeit in der Wohnung das Schimmelproblem verschärfen. Wie kann man Schimmel verhindern? SR 3-Verbrauchertipp.

Es ist ein unangenehmes Thema: Schimmel in den Wohnräumen oder im Keller. Das ist natürlich nicht nur ein ästhetisches Problem, sondern kann vor allen zu gesundheitlichen Problemen führen, da manche Personen allergisch auf zum Beispiel auf die Sporen reagieren. Doch der Schimmelbildung kann man vobeugen.

Feuchtigkeit begünstigt das Schimmelwachstum

Ganz grundsätzlich gilt: Feuchtigkeit und kalte Luft begünstigen das Schimmelwachstum. Im Sommer spielt es nicht so eine große Rolle, ob viel Wasserdampf beim Kochen oder Duschen entsteht, im Winter allerdings schon. Sobald es draußen kühler wird, kann jedes Prozent mehr Feuchtigkeit in die Raumluft das Schimmelproblem verschärfen.

Problemzonen Gebäudeaußenecken

Schimmel entstehe immer dort, wo kalte Oberflächen seien, erklärt Reinhard Schneeweiß, Energieberater der Verbraucherzentrale Saarland. Die relative Luftfeuchtigkeit steige nämlich vor kalten Oberflächen. Besonders gefährdet sind deshalb Ecken in der Wohnung, die nicht gut beheizt werden oder werden können. Dazu zählen Außenwände oder Gebäudeaußenecken, aber auch Rollladenkästen oder Fensterlaibungen.

Schlechte Dämmung = weniger Feuchtigkeit

Als Faustformel für das Schimmelwachstum gilt: Je schlechter eine Wand oder ein Gebäude gedämmt sei, umso geringer sei die Toleranz gegenüber feuchter Innenluft, so ein Rat der Verbraucherzentralen. Für eine Altbauwohnung seien im Winter rud 40 Prozent relative Luftfeuchtigkeit schon kritisch, so Reinhard Schneeweiß. Bei neueren Häusern sei die Toleranz etwas größer. Mehr als 60 Prozent Luftfeuchtigkeit sollten es dauerhaft aber auf keinen Fall sein.

Drei Mal pro Tag Lüften

Weil man Schimmel oft erst entdeckt, wenn es schon zu spät ist, sollte man einige Dinge zur Vorzubeugung beachten. Schimmel entsteht - vereinfacht gesagt - wenn man zu wenig lüftet und heizt. Daher gilt: regelmäßig ordentlich durchlüften, morgens nach dem Aufstehen, das Badezimmer immer nach dem Duschen oder Baden und zudem sollte man am Nachmittag oder frühen Abend durchlüften und dann nochmal vor dem zu Bett gehen. Dabei ist Querlüften bei weit geöffnetem Fenster die effektivste und energiesparendste Methode.

Richtig heizen

Welche Temperatur die richtige ist, hängt natürlich vom eigenen Gefühl und auch vom Raum ab. Ein gemütliches Raumklima liegt meist bei um die 19 bis 21 Grad. Im Bad darf es oft gerne etwas wärmer und im Schlafzimmer etwas kälter sein. In wenig genutzten Räumen sollte die Raumtemperatur jedoch nicht unter 14 Grad liegen.

Schimmel da. Was dann?

Wichtig ist es, Schimmel nachhaltig zu bekämpfen. Sind es nur kleine Stellen, könne man dies durchaus selber tun, sagt der Experte. Hier helfen Mittel aus dem Handel. Ist eine glatte Fläche befallen, kann man den Schimmel einfach wegwischen. Ist die Tapete befallen, muss man auch zwei bis drei Zentimeter vom Wandputz abnehmen. Wichtig ist immer großflächig vorgehen. Sind größere Stellen betroffen, zu Expertenhilfe gefragt.

„Detail Schimmel Check“

Verbraucherzentrale Saarland
Energieberatung
Die Broschüren und Angebote der der Energieberatung der Verbraucherzentrale im Saarlandes

Nicht immer muss die Ursache von Schimmel im eigenen Verhalten liegen. Manchmal sind es auch bauliche Mängel oder defekte Leitungen, die zu Feuchtigkeit in der Wand und dann zu Schimmel führen.

Die Energieberater der Verbraucherzentralen bieten zur Entlarvung des Schimmelproblems entsprechende Checks zu Hause an. Aktuell gibt es auch Vortragsreihen. Infos gibt es auch online bei der Energieberatung der Verbraucherzentrale Saarland.

Der Verbrauchertipp: Immer mittwochs in der Sendung "Bunte Funkminuten" auf SR 3 Saarlandwelle.

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