Taschenrechner liegt auf einem Stapel Münzen (Foto: pixabay/WerbeFabrik)

Ohne Abschläge früher in Rente – Tipps und Tricks für den Ruhestand

Karin Mayer   01.08.2018 | 10:20 Uhr

Bis 67 arbeiten – das will nicht jeder. Wer früher in Ruhestand geht, muss aber mit Abschlägen bei der Rente rechnen. Oder rechtzeitig Zusatzbeiträge bezahlen. Der SR 3-Verbrauchertipp.

Simone S. hat es gemacht. Die 53-Jährige kann sich vorstellen mit 63 in Ruhestand zu gehen. Das ist möglich, weil sie dann 35 Versicherungsjahre erreicht. Die Abschläge in ihrem Fall betragen aber 14,4 Prozent. Das gilt für alle ab Jahrgang 1964 und jünger.  

Freiwillige Beiträge zahlen und Abschläge ausgleichen

Wer mindestens 50 Jahre alt ist, kann Zusatzbeiträge in die Rentenversicherung einbezahlen. Bis zu zwei Raten im Jahr sind möglich. Einfach bei der Rentenversicherung einen Antrag stellen und ausrechnen lassen, welche Zusatzbeiträge nötig sind, um Abschläge beim früheren Rentenbeginn auszugleichen. Für die Ratenzahlungen gibt es keine festen Stichtage. Es gilt lediglich ein Maximalbeitrag, mit dem man die Abschläge komplett ausgleichen würde.

Hohe Beträge

Simone S. hat nun die erste Zusatzzahlung geleistet. Ob sie die vollen Abschläge ausgleicht, hat sie noch nicht entschieden. Denn die Abschläge sind teuer. Faustformel: um 100 Euro Rentenabschlag zu vermeiden, sind rund 30.000 Euro nötig. Christoph Zahn von der Rentenversicherung Saarland sagt, Beträge von 50.000 oder sogar 100.000 Euro sind dabei keine Seltenheit.

Tipp: Man muss nicht die vollen Abschläge ausgleichen und kann über die Höhe der Raten selbst entscheiden. Möglich ist auch, den kompletten Betrag auf einmal einzubezahlen.

Durch freiwillige Zuzahlung höhere Rente

Falls Simone S. doch bis 67 arbeitet, so ist die Zusatzzahlung für sie nicht verloren. Ihre Rente fällt dann einfach höher aus.

Minijob mit vollen Rentenbeiträgen

Wer früher in Rente gehen will, braucht 35 oder noch besser 45 Versicherungsjahre. Tipp vom Rentenberater Christoph Zahn: auch bei Minijobs Rentenbeiträge zahlen. Wichtig: Wer einen Minijob-Vertrag unterschreibt, darf nicht auf die Versicherungsbeiträge des Arbeitgebers verzichten.

Vorzeitige Rente bei Schwerbehinderung

Bei mindestens 50 Prozent Schwerbehinderung ist eine vorzeitige Rente ab 62. Lebensjahr möglich. Im Einzelfall sogar einige Monate früher. Auch bei Schwerbehinderung ist eine vorzeitige Rente mit Abschlägen verbunden. Beispiel: Für Jahrgang 1958 liegt der Abschlag bei 10,8 Prozent.

Rente mit 63

Seit Juli 2014 gibt es die Rente mit 63 auch ohne Abschläge. Sie gilt für besonders langjährig Versicherte, die 45 Jahre lang Rentenbeiträge bezahlt haben. Schul- und Studienzeiten werden nicht angerechnet. Kindererziehungszeiten oder Pflegezeiten dagegen schon. Angerechnet werden auch Zeiten, in denen Arbeitslosengeld 1 bezogen wurde. 

Altersgrenze steigt

Streng genommen gab es die Rente mit 63 nur für die Jahrgänge 1952 und 1953. Die Altersgrenze wird jedes Jahr um zwei Monate angehoben. Aktuell könnte der Jahrgang 1955 Rente mit 63 beantragen, Renteneintrittsalter ist dann 63 Jahre und 6 Monate.

Tabelle: Anhebung der Altersgrenzen
Versicherte Anhebung um auf Alter auf Alter
Geburtsjahrgang ... Monate -Jahr- -Monat-
1953 2 63 2
1954 4 63 4
1955 6 63 6
1956 8 63 8
1957 10 63 10
1958 12 64 0
1959 14 64 2
1960 16 64 4
1961 18 64 6
1962 20 64 8
1963 22 64 10

Quelle: Deutsche Rentenversicherung

Frühere Rente und Nebenverdienst

Wer das Rentenalter noch nicht erreicht hat, muss auf den Nebenverdienst achten. Es gilt eine Hinzuverdienstgrenze von 450 Euro im Monat. Der Betrag darf zwei Mal im Jahr doppelt so hoch, also 900 Euro sein. Erreichen die Betroffenen die Altersgrenze, so ist der Hinzuverdienst nicht mehr beschränkt.

Der Verbrauchertipp: Immer mittwochs in der Sendung "Bunte Funkminuten" auf SR 3 Saarlandwelle.

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