Renovierung (Foto: pixabay (CC0))

Renovieren in der Mietwohnung

Sarah Sassou   15.01.2020 | 10:40 Uhr

Auch in einer Mietwohnung will man sich gerne wohlfühlen und die Räume individuell gestalten. Aber dem sind gewisse Grenzen gesetzt – weil es immer noch einen Vermieter gibt, der in vielen Dingen mitreden darf.

Renovierung nicht gleich Modernisierung

SR3-Verbrauchertipp: Renovieren in der Mietwohnung
Audio [SR 3, Sarah Sassou , 15.01.2020, Länge: 05:23 Min.]
SR3-Verbrauchertipp: Renovieren in der Mietwohnung

Grundsätzlich wird im Mietrecht zwischen Renovierung und Modernisierung unterschieden. Modernisierung bedeutet, dass sich dadurch die Wohnverhältnisse verbessern, dass sich die Wertigkeit der Wohnung auf Dauer erhöht und dass der Mieter dadurch Energie oder Wasser einspart.

Ein Anrecht auf diese Art der Verbesserung der Wohnverhältnisse hat der Mieter nicht, sagt Heiko Vogt, Fachanwalt für Mietrecht in Völklingen. Wenn das Bad zuletzt in den 70er Jahren gemacht wurde und damit für heutige Verhältnisse veraltet ist, aber noch funktioniert, dann muss der Mieter damit leben. Erst wenn Armaturen oder Fliesen kaputt oder abgenutzt sind, dann muss der Vermieter hier etwas tun. Das gilt grundsätzlich für die komplette Wohnung: Schäden, die nicht durch die Schuld des Mieters entstanden sind, muss der Vermieter auf seine Kosten beheben. Denn er ist verpflichtet, die Wohnung in dem Zustand zu erhalten, den der Mieter bei Mietbeginn vorgefunden hat.

Mieterhöhung bei Verbesserung der Wohnverhältnisse

Anders sieht es aus, wenn der Vermieter das eigentlich funktionstüchtige Bad erneuert und die Wohnverhältnisse verbessert, so Heiko Vogt. Dann handelt es sich um eine Modernisierung und dann darf der Vermieter die Miete sogar erhöhen. Allerdings sollte das Bad nicht gegen den Willen des Mieters völlig umgestaltet werden. Wenn die Badewanne durch eine Dusche ersetzt werden soll, dann muss der Mieter damit einverstanden sein.

Und was, wenn man aufgrund einer Behinderung oder Einschränkung plötzlich ein barrierefreies Bad braucht? Dann darf der Mieter selbst umbauen oder umbauen lassen, sagt Heiko Vogt. Der Vermieter muss das dulden, aber er muss den Umbau nicht bezahlen. Aber der Staat bezuschusst solche Umbauten, bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau gibt es extra Förderprogramme für den barrierefreien Umbau von Wohnraum – auch für Mietwohnungen.

Bauliche Veränderungen

Wer seine Wohnung baulich verändern möchte, der kann das in der Regel tun. Allerdings muss er damit rechnen, dass er die Wohnung beim Auszug wieder in den ursprünglichen Zustand versetzen muss. Wenn zum Beispiel aus einem Zimmer zwei Räume durch den Einbau von Trockenbauwänden werden, eine Theke eingebaut wird oder der Teppichboden gegen Laminat ausgetauscht wird, könnte das beim Auszug zum Problem werden, sagt Heiko Vogt. Er rät deshalb: Hat man solche Umbaupläne, dann sollte man sie zunächst mit dem Vermieter besprechen und eine schriftliche Vereinbarung darüber schließen, ob die Veränderungen auch bleiben dürfen, wenn der Mieter mal auszieht.

Renovieren beim Auszug – ja oder nein?

Ob man beim Auszug renovieren muss oder nicht, hängt davon ab, was im Mietvertrag steht. Mietrechtsanwalt Heiko Vogt weist darauf hin, dass sich entgegen der landläufigen Meinung das Recht nicht dahingehend geändert hat, dass man grundsätzlich bei Auszug nicht mehr streichen müsse. Weiße Wände oder zumindest gedeckte Farben müssen Mieter hinterlassen. Ist nur das Kinderzimmer in knalllila gestrichen, dann müssen die Wände dort in einer gedeckten Farbe hinterlassen werden. Der Rest der Wohnung muss nur gestrichen werden, wenn es erforderlich ist. Und auch nur dann, wenn es im Mietvertrag so vereinbart ist, sagt Heiko Vogt.

"Gut zu wissen" - immer mittwochs in der Sendung "Bunte Funkminuten" auf SR 3 Saarlandwelle.

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