Elektroschrott (Foto: pixabay/dokumol)

Neuregelung ab 15. August: Auch Kleider und Möbel können Elektroschrott sein

Yvonne Schleinhege  

Wohin mit den coolen blinkenden Kinderschuhen, wenn sie aufgetragen sind? Und gehört ein elektrischer Schreibtisch eigentlich zum Sperrmüll? Auf diese wichtigen Fragen, gibt es ab dem 15. August 2018 neue Antworten. Dann ändert sich das Elektro- und Elektronikgerätegesetz.

Ganz grundsätzlich wird Mitte August die Definition geändert, was alles zum Elektroschrott gehört, den der sogenannte offene Geltungsbereich tritt in Kraft. Das heißt: alle Geräte, die in irgendeiner Weise elektrische Funktionen besitzen, fallen ab dann unter den Geltungsbereich des Elektrogesetzes.

Blinkende Turnschuhe oder beleuchtete Schränke

Dazu gehören zum Beispiel, die leuchtenden Kinderschuhe, Badezimmerschränke mit LED-Beleuchtung, elektrisch beheizbare Handschuhe oder elektrische Schreibtische oder Sessel, erklärt Judith Pirrot vom Zentralen Kommunalen Entsorgungsbetrieb (ZKE) in Saarbrücken. Einen Hinweis gibt möglicherweise ein Symbol mit einer durchgestrichenen Mülltonne auf dem entsprechenden Produkt.

Bewertung und Voraussetzungen

Immer wieder gibt es natürlich auch zukünftig Produkte bei denen nicht ganz trennscharf zu unterschieden ist, ob es Elektroschrott oder Sperrmüll ist. Ein Beispiel: ein Schrank mit einer Leuchte. Die Frage: ist der Schrank mit Leuchte ein Produkt oder sind es zwei voneinander getrennte Produkte, also Schrank und Leuchte. Wichtig ist: trennen sollte ich in so einen Fall die beiden Teile nur, wenn sich der Aufwand im Rahmen hält und ich es ohne Zerstörung auseinanderbauen kann

Sammelstelle statt Restmüll oder Kleidersack

Als Verbraucher sollte ich künftig bei der Entsorgung der blinkenden Turnschuhe etwas achtsamer sein, genauso beim beleuchteten Badezimmerschrank. Die Turnschuhe gehören nicht in den Kleidersack, sondern zum Wertstoffhof. Genauso der Schrank. Hier werde dem Verbraucher dann mitgeteilt, ob das Produkt in die Sperrmüllpresse kommt oder beim Elektroschrott einsortiert wird, so Judith Pirrot.

Kommunale Unterschiede

Der ZKE im Saarbrücken bietet an, Elektrogeräte ab Staubsaugergröße gemeinsam mit dem Sperrmüll abzuholen. Auch Badezimmerschränke mit verbauten LED-Leuchten gehören dann dazu. Manche Kommunale Entsorgungsbetriebe im Saarland bieten einen ähnlichen Service an, andere nicht. Hier sollte man sich um Vorfeld informieren. Die Abgabe von Elektrogeräten bei den Sammelstellen ist immer kostenlos. Und hier gehört der Elektroschrott auch hin, damit er fachgerecht und umweltschonend entsorgt werden kann.

Beim Händler abgeben

Unter bestimmten Voraussetzungen könne Elektrogeräte auch kostenlos beim Händler abgegeben werden. Eine Rücknahmeverpflichtung besteht jedoch nur für Geräte mit einer Kantenlänge von bis zu 25 Zentimetern oder beim Kauf eines Neugeräts - vorausgesetzt das Geschäft hat mindestens 400 Quadratmeter Verkaufsfläche für Elektrogeräte. Ob dabei auch Blinkschuhe mit einer Länge von mehr als 25 Zentimetern zurückgenommen werden, kommt am Ende auch auf die Kulanz an.


Interview: "Alles was elektrisch tätig ist, zählt jetzt zum Elektroschrott"
Audio [SR 3, (c) SR 3, 14.08.2018, Länge: 03:52 Min.]
Interview: "Alles was elektrisch tätig ist, zählt jetzt zum Elektroschrott"
Im Interview mit SR3-Moderator Michael Friemel ist Monika Bitz vom Entsorgungsverband Saar. Sie erklärt, welche Änderungen ab dem 15. August mit Blick auf den Elektroschrott wichtig sind.

Der Verbrauchertipp: Immer mittwochs in der Sendung "Bunte Funkminuten" auf SR 3 Saarlandwelle.

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