Taschenrechner (Foto: pixabay/edar)

Private Unfallversicherung im Test

Karin Mayer  

Vom Rad gestürzt, auf der Treppe gestolpert, von einer Zecke gebissen - die meisten Unfälle gehen glimpflich aus. Aber zwei Prozent der Unfallopfer müssen dauerhaft mit einer Schwerbehinderung leben. Ihnen hilft eine private Unfallversicherung. Die Stiftung Warentest hat 117 Tarife geprüft.

Testergebnis Stiftung Warentest

11 schneiden mit sehr gut ab. 69 wurden mit gut bewertet, der Rest mit befriedigend. Der Testsieger Tarif P500 Unfallschutz-Plus von der Allianz ist allerdings kostspielig. Bei niedrigem Risiko müssen Erwachsene 354 Euro im Jahr bezahlen. Der günstigste gute Tarif ist P500 Silber der Basler kostet dagegen 69 Euro im Jahr.

Komplizierte Policen

Wer eine private Unfallversicherung abschließen will oder Angebote vergleichen will, muss sich auf komplizierte Verträge einstellen. Der Gesamtverband der Versicherer hat Musterbedingungen für die private Unfallversicherung erstellt. Häufig gehen die Leistungen der Versicherer darüber hinaus. Wer Verträge vergleich will, sollte auf nicht nur auf die die Versicherungssumme achten.

Kriterien

Die Stiftung Warentest hat nur Tarife untersucht, die bei Vollinvalidität mindestens 500.000 Euro bezahlen. Die Auszahlung sollte für einen Umbau des Hauses finanzieren können, erklärt Kirsten Schiekiera von der Zeitschrift Finanztest. Bei 50 Prozent Invalidität sind 100.000 Euro Versicherungssummedas Minimum. Entscheidend sind natürlich auch die Leistungen. Achten Sie auf die so genannte Gliedertaxe, mit der der Versicherer den Grad der Invalidität bei Verlust eines Körperteils bewertet. Wichtig ist auch der Progressionsverlauf.Je nach Schwerbehinderungsgrad zahlen die Versicherer ihre Leistungen aus. Die Auszahlung steigt meist stufenweise an – bei 25 Prozent Schwerbehinderung kann das eine Auszahlung von 25.000 Euro bei einer Versicherungssumme von 100.000 Euro bedeuten. Die Details legen die Versicherer selbst fest, das macht den Vergleich schwieriger.

Wechseln und vergleichen

Wer seit langem unfallversichert ist oder einen Vertrag abschließen möchte, sollte Angebote vergleichen.  Wichtig sind Rund-um-Policen, die weltweit und rund um die Uhr gelten, sagt Kirsten Schiekiera von Finanztest. Reine Freizeit-Unfallversicherungen machen wenig Sinn. Der Tarif sollte bereits Leistungen ab 1 Prozent Invalidität vorsehen und die Todesfallleistung auch als Vorschuss gewähren.

Gesetzliche Unfallversicherung

Arbeitnehmer, Auszubildende, aber auch Schüler, Studenten, sogar Kindergartenkinder sind in der gesetzlichen Unfallversicherung versichert. Sie hilft auch pflegenden Angehörigen. Versichert sind Arbeitsunfälle, aber auch Unfälle auf dem Weg zur Arbeit oder beim Betriebssport.

Tipp: Sinnvoller als eine private Unfallversicherung ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung. Die private Unfallversicherung ist eine Alternative für diejenigen, die wegen Vorerkrankungen keine Berufsunfähigkeitsversicherung mehr abschließen können.

Weitere Informationen und weitere Tests: Finanztest 10/2018

https://www.finanzen.de/unfallversicherung/testsieger

Der Verbrauchertipp: Immer mittwochs in der Sendung "Bunte Funkminuten" auf SR 3 Saarlandwelle.

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