Versicherung (Foto: pixabay (CC0))

Pflegetagegeldversicherung im Test

Karin Mayer   06.05.2020 | 10:25 Uhr

Wer im Alter auf fremde Hilfe angewiesen ist, weiß es: Das Geld aus der Pflegeversicherung deckt oft nur einen Teil der Kosten ab. Im Durchschnitt bleibt eine Lücke von 1500 Euro im Monat. Vorsorgen kann man mit einer Pflegetagegeldversicherung.

So funktioniert’s
Wer diese Versicherung abschließt, bekommt ein Tage- oder Monatsgeld, wenn er pflegebedürftig wird. Je nach Alter und Gesundheitszustand, zahlt man monatliche Beiträge ein. Sobald ein Pflegegrad anerkannt ist, wird die Unterstützung fällig. Je nach Pflegestufe und Vertrag erhalten die Versicherten abgestufte Leistungen. Es gibt statische Verträge, die teilweise erst ab Pflegestufe III zahlen oder flexible Verträge, die ihre Leistung nach Pflegestufe staffeln. Für die Pflegetagegeldversicherung gibt es auch staatlich geförderte Verträge - auch Pflege-Bahr genannt. 

Viele gute Tarife
Die Zeitschrift Finanztest hat 33 Tarife von Pflegetagegeldversicherungen untersucht. Das Ergebnis: Viele Tarife sind gut. Für 55-jährige Modellkunden haben die Tarife von DFV, DKV, Hanse Merkur und Huk-Coburg am besten abgeschnitten. Für 45-jährige haben die Tarife PGA und PGS von Hanse Merkur mit sehr gut abgeschnitten. 

Ambulant oder stationär
Wer über ein Pflegetagegeld nachdenkt, sollte sich auch mit der gewünschten Pflegeform auseinandersetzen. Lange zuhausebleiben oder doch ins Pflegeheim? Die Tarife leisten je nach Versorgung und nach Pflegegrad Unterschiedliches. Es gibt auch Modelle, wo die Versicherer zuhause oder im Heim gleich viel bezahlen, betont Sabine Baierl-Johna von Finanztest. Wichtiger Vorteil: Das Geld ist nicht zweckgebunden. 

Reine Risikoversicherung
Bei der Pflegetagegeldversicherung wird kein Kapital angespart. Sie leistet nur, so lange der Versicherte auch Beiträge bezahlt. Selbst im Pflegefall müssen die Betroffenen weiter monatliche Kosten tragen. Wer kündigt, verliert den Versicherungsschutz. Im Todesfall gibt es folglich auch keine Restauszahlung. 

Kostensteigerung berücksichtigen
Die Kosten in der Pflege werden voraussichtlich weiter steigen. Wichtig ist deshalb, dass man die Möglichkeit hat, alle paar Jahre den Tarif nach oben anzupassen, sagt Sabine Baierl-Johna von Finanztest. Allerdings steigen dann auch die Beiträge. Man muss also darauf achten, dass man die Tarife auch im Alter noch bezahlen kann.

Vorerkrankungen 
Für Menschen mit Vorerkrankungen wie Arthrose, Bluthochdruck oder Übergewicht ist es schwerer, eine Pflegetagegeldversicherung abzuschließen. Wichtig ist: Gesundheitsfragen beim Vertragsabschluss müssen richtig und umfassend beantwortet werden. Häufig müssen die Betroffenen ihre Ärzte von der Schweigepflicht entbinden. Werden Angaben falsch oder unvollständig gemacht, kann es zu Problemen mit der Versicherung kommen. Der Versicherer kann den Vertrag dann kündigen. Tipp von Finanztest: Wer keine Pflegetagegeldversicherung bekommt, kann das Geld für die Versicherung monatlich sparen und sich quasi selbst absichern. (Anmerkung der Autorin: Das könnte auch ein Modell für Menschen ohne Gesundheitsprobleme sein.)

Weitere Informationen:
Finanztest 2/2020 
www.pflegeversicherung-experten.de/Pflegetagegeldversicherung.html

Ein Thema in den "Bunten Funkminuten" vom 06.05.2020 auf SR 3 Saarlandwelle.

"Gut zu wissen" - immer mittwochs in der Sendung "Bunte Funkminuten" auf SR 3 Saarlandwelle.

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