Nachhaltig Geld anlegen. (Foto: pixabay / nattanan23)

So funktionieren Nachhaltige Geldanlagen

Sarah Sassou   26.02.2020 | 10:19 Uhr

Es ist das Schlagwort unserer Zeit: Nachhaltigkeit. Und auch im Bereich des Geldmarktes spielt der Begriff eine große Rolle. Denn durch Investitionen in Branchen oder Unternehmen, in denen viel schädliches Treibhausgas frei gesetzt wird, schaden Anleger der Umwelt.

Klimafreundliche Anlagestrategien reduzieren somit gefährliche Emissionen, das zeigen verschiedene Studien, u.a. eine im Auftrag des Bundesumweltministeriums.

Was bedeutet Nachhaltigkeit bei Geldanlagen?

SR3-Verbrauchertipp: Nachhaltige Geldanlage
Audio [SR 3, Sarah Sassou, 26.02.2020, Länge: 06:31 Min.]
SR3-Verbrauchertipp: Nachhaltige Geldanlage

Eine genaue Definition des Begriffs bei Geldanlagen gibt es noch nicht, er ist gesetzlich nicht geschützt. Aber die Regulierungsbehörden haben dies für das kommende Jahr angekündigt.

Anbieter von nachhaltigen Anlageformen legen meist zugrunde, dass die Unternehmen, in die investiert wird, unter ökologischen und sozialen Gesichtspunkten verantwortungsvoll handeln:

  • Schonung natürlicher Ressourcen
  • Reduzierung bzw. Verzicht auf umweltschädlicher Produktionsformen
  • Sozial verantwortungsvoller Umgang mit Mitarbeitern (faire Entlohnung, Arbeitsschutz)

Nach dem Ausschlussprinzip auswählen

Anleger sollten sich genau informieren, in welcher Form die Unternehmen, in die sie investieren wollen, dem gewünschten Grad der Nachhaltigkeit entsprechen. Bestimmte Geschäftsbereiche schließen sich damit von vornherein aus: Rüstung, Kernenergie, Kohle, Öl, Pornografie.

Man kann sich umgekehrt auch bestimmte Branchen aussuchen, die an sich nachhaltig sind, zum Beispiel Erneuerbare Energien. Aber hundertprozentig sicher können sich Anleger auch dann nicht sein: Denn alternative Energien können auch nur einen Teil des Geschäfts ausmachen, ein anderer Teil kann – wenig nachhaltig – mit Investitionen in Kohle oder Öl erwirtschaftet werden. 

Banken mit nachhaltiger Philosophie

Wer mit dem Gedanken spielt, sein Geld bei einer Bank anzulegen, die nachhaltig arbeitet, der wird einerseits bei alternativen oder kirchlichen Banken fündig, so die Verbraucherzentrale. Sie investieren oft in soziale Einrichtungen und Projekte. Aber das Nachhaltigkeitsthema ist mittlerweile auch bei konventionellen Kreditinstituten angekommen. Bei Kunden, die dort Geld anlegen möchten, müssen die Berater ab dem kommenden Jahr auch fragen, wie wichtig der Nachhaltigkeitsaspekt bei der Geldanlage ist, das schreibt der Gesetzgeber dann so vor. Allerdings gilt auch hier: Kunden müssen genau hinterfragen, ob ein Produkt oder auch die Bank im Ganzen nachhaltig genug arbeitet. Denn trotzdem sie einerseits umweltfreundliche Unternehmen und Projekte finanzieren, investieren sie unter Umständen auch in die Kohle- und Ölbranche. Deswegen sollte man darauf bestehen, dass die Bank die Geldflüsse bei nachhaltigen Produkten transparent macht.

Rendite und Nachhaltigkeit

Viele konventionelle Anlageprodukte gibt es mittlerweile auch als nachhaltige, klimafreundliche Geldanlagen. Aber auch hier gilt: Als Anleger sollte man sich genau beraten lassen und ruhig auch mehrere Vergleichsangebote einholen. Investieren kann man zum Beispiel in Sparprodukte, Aktien und Investmentfonds. Was die Rendite angeht, ist die nachhaltige Geldanlage mittlerweile einträglich, sagen viele Finanzexperten.

Über dieses Thema haben auch die Bunten Funkminuten auf SR3 Saarlandwelle vom 26.02.2020 berichtet.

"Gut zu wissen" - immer mittwochs in der Sendung "Bunte Funkminuten" auf SR 3 Saarlandwelle.

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