Auto mit Wohnwagenanhänger (Foto: Tobias Hase / dpa)

Urlaub in den rollenden vier Wänden

Verbrauchertipp: Wohnwagen oder Wohnmobil mieten

Sarah Sassou   08.07.2020 | 11:00 Uhr

Wegen der Corona-Pandemie schreckt in diesem Jahr viele der Gedanke an Urlaub im Hotel ab. Eine Alternative: einen Wohnwagen oder ein Wohnmobil mieten. Gerade Neulingen flößen die großen Fahrzeuge aber erst mal Respekt ein. Ein paar Tipps helfen da weiter.

Wohnwagen- und Wohnmobilvermietungen findet man im Internet - sowohl gewerbliche als auch private Anbieter. Auch für Spätentschlossene gebe es noch Fahrzeuge zu mieten, sagt der Saarbrücker Autovermieter Stefan Bour: "Wir konnten unsere Mietflotte noch vergrößern, sodass noch Kapazitäten vorhanden sind."

Fahrzeuggröße

Verbrauchertipp: Urlaub in den rollenden vier Wänden
Audio [SR 3, Sarah Sassou, 08.07.2020, Länge: 06:09 Min.]
Verbrauchertipp: Urlaub in den rollenden vier Wänden

Für Einsteiger werden kompakte Fahrzeuge empfohlen. Manuel Belan vom ADAC rät Neulingen zu sogenannten Kastenwagen. Wer bei einem gewerblichen Anbieter mieten will, der kann sich bei der passenden Größe beraten lassen. Bei einem Reisemobil passt für ein Paar eine Länge von sechs Metern, sagt der Saarbrücker Vermieter Bour. Familien würden meist mit sieben bis siebeneinhalb Metern gut bedient.

Wer einen Wohnwagen mieten will, braucht natürlich eine Anhängerkupplung an seinem Auto. Und man sollte in den Papieren nachschauen, wie viel Gewicht das Auto überhaupt ziehen darf. Außerdem müssen Personen, die nach 1999 den Führerschein gemacht haben, beachten, dass sie nur Anhänger bis 3,5 Tonnen ziehen dürfen. Viele Vermietungen haben das aber im Blick und ein entsprechendes Angebot.

Kosten

Die Kosten für einen Campingurlaub im Wohnmobil oder Wohnwagen setzt sich aus Fahrzeugmiete, Spritkosten, Maut und Stellplatzmiete zusammen. Einige Anbieter bieten zwar eine täglich inklusive Kilometerpauschale, berechnen aber darüber hinaus gefahrene Kilometer. Reine Mietkosten für einen Wohnwagen liegen zwischen 50 und 70 Euro am Tag, ein Reisemobil kostet zwischen 90 und 150 Euro. Wer es luxuriös mag, rechnet mit 200 Euro pro Tag. Hinzu kommen Verpflegung und möglicherweise zusätzliche Versicherungen gegen Beschädigungen am Fahrzeug.

Über Zusatzversicherung nachdenken

Stefan Bour erklärt, dass bei professionellen Vermietungen schon eine solche Versicherung im Mietpreis enthalten sei. Der Selbstbehalt bei einer Beschädigung liege bei ihren Vermietungen dabei bei 1000 Euro beim Wohnwagen und 1500 Euro beim Wohnmobil. Wem das zu viel sei, der könne zusätzlich für etwa zehn Euro pro Tag eine Versicherung abschließen, die einen Großteil des Selbstbehalts übernimmt. Denn es könne vorkommen, dass ein Schaden entsteht, für den man selbst gar nichts kann. „Wenn man auf einem Rastplatz beispielsweise mal Pause macht und ein LKW rangiert und fährt gegen das Fahrzeug und der Lkw ist weg, dann sind Sie derjenige, der den Schaden hat und haften dann mit der Selbstbeteiligung.“

Fahrzeug kennenlernen

Um sich mit dem Fahrzeug vertraut zu machen, weisen Vermieter Kunden bei der Abholung des Wohnwagens oder Reisemobils ein. Dafür sollte man laut ADAC zwischen 30 Minuten und einer Stunde einplanen. Manuel Belan: „Die Funktionsweise des Fahrzeugs wird einem bei der Übergabe erklärt, beispielsweise der Frischwassertank oder wie Gas, Wasser und Strom im Wohnmobil verwendet werden.“ Auch für das Beladen gibt es Regeln: Schwere Sachen nach unten, die leichten nach oben und darauf achten, das zulässige Gesamtgewicht nicht zu überschreiten. Hält man sich nicht daran und wird von der Polizei angehalten, wird ein Bußgeld wegen Überladung fällig.

Reiseziele

Einfach blind drauf loszufahren, davon raten Vermieter und der ADAC ab. Denn gerade in der Hauptreisesaison seien viele Campingplätze schon ausgebucht – vor allem in Deutschland. „Viele unserer Kunden fahren an die Ostsee. Aber auch der Alpenraum, Österreich und Frankreich sind beliebte Ziele. Aber Deutschland liegt eindeutig im Trend“, sagt Stefan Bour. Im Trend auch: Urlaub auf privaten Stellplätzen. Über Internetplattformen bieten Weingüter und Bauernhöfe Stellplätze für Camper an.

Weitere Informationen unter:
hinterland.camp
www.stellplatzfuehrer.de
landyachting.de

"Gut zu wissen" - immer mittwochs in der Sendung "Bunte Funkminuten" auf SR 3 Saarlandwelle.

Push-Nachrichten von SR.de
Benachrichtungen können jederzeit in den Browser Einstellungen deaktiviert werden.

Datenschutz Nein Ja