Ein Ventilator steht in einem Büro. (Foto: Wolfram Kastl/dpa)

Im Hochsommer zuhause richtig kühlen

Yvonne Schleinhege   26.06.2019 | 15:28 Uhr

Saharatage sind das derzeit im Saarland. Heute soll der Höhepunkt der Hitzewelle im Saarland erreicht werden. Ideal ist es, wenn man sich da in ein kühles Haus oder Wohnung zurückziehen kann. Aber vielleicht haben Sie auch schon den Moment verpasst und Hitze steht bereits in den Wohnräumen. Was nun? Kühlen, Lüften, Dämmen – Was wirklich gegen Hitze hilft – heute Thema im SR3-Verbrauchertipp.

Der Standard-Tipp zum Hitzewelle ist: Richtig und sinnvoll lüften. Also Fenster nachts auf tagsüber zu – wie mache ich es richtig?

  • Am besten in den frühen Morgenstunden, also der zweiten Nachhälfte, quer lüften – also Durchzug machen.
  • Das reicht natürlich nicht immer: wenn es windstill ist, kann es auch helfen, einen kleinen Ventilator einzusetzen, damit dann auch die kühle Nachtluft ins Haus kommt.
  • Noch ein Tipp: nasses Laken vor das Fenster hängen, also so ein dünnes Baumwoll-Bettlaken, kein Handtuch. Das entzieht die Wärme.
  • Wer ein Haus hat, der sollte nicht nur quer lüften, sondern vertikal, damit der Kamineffekt entsteht; dafür Dachfenster und unten im Erdgeschoss mehrere Fenster öffnen. Dadurch steigt die warme Luft nach oben und kann durch das obere Fenster entweichen. Von unten wird kühlere Luft angesogen, die, wenn sie sich wieder erwärmt, nach oben hin entweicht. Wichtig: Dachfenster auf der Schattenseite des Hauses öffnen

Tagsüber Schotten dicht?

  • Hält man sich in den Räumen auf, sollte man durchaus die Fenster etwas öffnen, sodass etwas Luftaustausch entsteht. Halten sich mehre Menschen in einem Raum auf, steigt die Luftfeuchtigkeit, und das macht die Hitze noch unangenehmer. 
  • Gerade an heißen Tagen wird ja auch der Mensch selbst zur Hitzequelle im Haus, deshalb vielleicht raus in den Schatten gehen.
  • Alle Hitzequellen im Haus ausschalten. Dazu gehören auch Elektrogeräte, auch im Stand-by-Modus – Stecker ziehen.
  • Beim Kühlen der Zimmer helfen auch massive Fußböden, denn sie nehmen die Wärme aus der Raumluft auf. Lose und schwere Teppichböden sollte man daher im Sommer wegräumen. Sie wirken wie eine Wärmedämmung und verhindern, dass der Boden Wärme speichert.

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Im Hochsommer zuhause richtig kühlen
Audio [SR 3, Yvonne Schleinhege, 26.06.2019, Länge: 05:51 Min.]
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Rollläden zu?

Absolut, denn verdunkeln hält die Hitze draußen. Am wirkungsvollsten ist dabei ein heller, außen angebrachter Sonnenschutz – etwa eine Jalousie oder Fensterläden – der den größten Teil des Lichts und der Wärme reflektiert. So kann man nach Angaben der Deutschen Energie-Agentur die Sonneneinstrahlung um bis zu 75 Prozent reduzieren. Eine Innenbeschattung durch Vorhänge oder Rollos mindert die Sonneneinstrahlung demnach nur um 25 Prozent – und das auch nur, wenn der Blendschutz hell ist.

Für Fenster auf der Südseite kann man auch nachträglich sogenannte Sonnenschutzfolie aufkleben. Sie reflektiert einen Großteil der Wärme, hat aber auch Nachteile.

Wer Fenster tauscht, kann auch über spezielle Sonnenschutzfenster nachdenken – zumindest bei großen Flächen an der Südseite.

Klimageräte – ja oder nein?

Klimageräte können natürlich schnelle Abhilfe schaffen und die Wärme wirklich aus dem Zimmer vertreiben. Sie sind allerdings umstritten, weil sie sehr viel Strom verbrauchen. Unterscheiden kann man bei den Klimageräten zwischen den einfachen Monoblöcken und den teureren Splitgeräten.

Mono-Blockgeräte kosten um die 350 Euro, die Split-Geräte sind mit knapp 2000 Euro deutlich teurer, arbeiten dafür aber effektiver. Nachteil: sie müssen vom Profi montiert werden. Mieter brauchen eine Genehmigung.

Das können Sie am Haus selbst tun

Das Thema ist hier Wärmedämmung. Die ist nicht nur im Winter interessant, sondern auch im Sommer, denn bei besserer Dämmung erhitzt sich das Haus weniger. Als gute Dachdämmmaterialien nennt die Stiftung Warentest zum Beispiel Holzfaserplatten. Da kann man sich auch bei den Energieberatern, etwa der Verbraucherzentrale, informieren. Weiterer Tipp, und zwar auf eine biologische Art: Fassadenbegrünung. Mit Rankhilfen montiert spenden die Kletterpflanzen Schatten für die Wand und verhindern ein übermäßiges Aufheizen. Anderer biologischer Tipp: Grünpflanzen und Bäume vor dem Haus, besonders an der Südseite. Sie verhindern, dass die volle Sonne ins Haus knallt.

Der Verbrauchertipp: Immer mittwochs in der Sendung "Bunte Funkminuten" auf SR 3 Saarlandwelle.

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