Ein Kühlschrank vollgestopft mit Lebensmitteln (Foto: dpa/Helmut Meyer zur Capellen)

Lebensmittelverschwendung stoppen

Karin Mayer   22.07.2020 | 10:58 Uhr

Gerade mal drei Monate ist es her: da waren Regale in den Supermärkten leergekauft. Aus Angst vor Corona gab es Hamsterkäufe. Was passiert jetzt mit dem Vorräten? Tipps gegen Lebensmittelverschwendung im SR 3-Verbrauchertipp: "Gut zu wissen".

Haltbarkeit beachten

Trockene Lebensmittel wie Linsen oder Erbsen kann man lange aufbewahren, sagt Theresia Weimar-Ehl von der Verbraucherzentrale. Ihr Tipp: erst die Lebensmittel verbrauchen, bei denen das Verfallsdatum abläuft.

Richtig einkaufen

Am besten nur so viel einkaufen, wie man verbrauchen kann, rät Anna Laura Bambach, Bildungsreferentin bei der Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend. Ihr Tipp: Frisches Obst besser zwei oder drei Mal in der Woche kaufen, damit es nicht verdirbt. Äpfel halten länger, wenn sie gekühlt werden, rät Theresia Weimar-Ehl von der Verbraucherzentrale. Äpfel und Bananen sollten nicht gemeinsam gelagert werden. Vorsicht beim Einkauf von Großpackungen.

Richtig lagern

Gut zu wissen: Lebensmittelverschwendung stoppen
Audio [SR 3, Karin Mayer, 22.07.2020, Länge: 05:04 Min.]
Gut zu wissen: Lebensmittelverschwendung stoppen

Frische Lebensmittel sollten gekühlt werden. Besonders leicht verderblich sind Fleisch, Wurst und Milchprodukte. Hier gilt: kleine Mengen einkaufen und in kurzer Zeit aufessen. Fleisch und Wurst sollten im Kühlschrank im unteren Bereich liegen, weil es dort am kühlsten ist. In der Mitte Milchprodukte, Margarine und Butter können oben liegen.  Empfindliche Obstsorten wie Himbeeren oder Brombeeren sollte man im Kühlschrank lagern. Auch Äpfel halten im Kühlschrank länger. Zitrusfrüchte müssen nicht gekühlt werden. Tipp: Reifes Obst dünstet das Ethylen aus. Das ist ein Reifungsgas, erklärt Theresia Weimar-Ehl. Wenn anderes Obst mit dem Gas in Kontakt kommt, reift es schneller. Wenn Bananen neben reifen Äpfeln liegen, werden die Bananen ganz schnell braun.

Reste verwerten

Wer Reste hat, kann sie verwerten. Anna Laura Bambach rät, Reste einzufrieren oder zu einem Eintopf verarbeiten. Man kann Brot aufbacken oder toasten, wenn es nicht mehr ganz frisch ist. Dann landet weniger im Müll.

Mindesthaltbarkeitsdatum

Das Mindesthaltbarkeitsdatum bedeutet nicht, dass die Lebensmittel nicht mehr gegessen werden können. Viele Produkte halten länger, sagt Bildungsreferentin Anna Laura Bambach. Anders sieht es beim Verbrauchsdatum aus: Steht auf der Verpackung „zu verzehren bis…“ sollte man das beachten. Vor allem bei Fleisch oder Fisch sollte man kein gesundheitliches Risiko eingehen. Nach Angaben der Welthungerhilfe werden 58 Prozent der Lebensmittel weggeworfen, weil das Mindesthaltbarkeitsdatum abgelaufen ist.

Handel, Transport, Landwirtschaft

Schätzungsweise 18 Millionen Tonnen Lebensmittel werden in Deutschland jedes Jahr weggeschmissen. Das beginnt schon in der Landwirtschaft, wo beispielsweise Gemüse oder Obst aussortiert wird, das nicht der Norm entspricht. Es gibt Transportschäden und im Handel wird nicht alles verkauft und am Ende weggeschmissen. Falsche Lagerung führt ebenfalls zu Verlusten.

Lebensmittel retten

Es gibt Organisationen wie Foodsharing oder auch die Tafeln, die Lebensmittel im Handel einsammeln und an Bedürftige weitergeben. Wer selbst zu viele Lebensmittel zuhause hat, der könnte sie an Freunde oder Nachbarn weitergeben, rät Anna Laura Bambach von der Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend.

Politische Entscheidungen gefordert

Theresia Weimar-Ehl von der Verbraucherzentrale des Saarlandes sieht die Politik in der Pflicht. Der Handel sollte verpflichtet werden, übrige Lebensmittel an die Tafeln weiterzureichen. Diese Regel habe in Frankreich dazu geführt, dass weniger Lebensmittel im Müll landen. Normen für Lebensmittel sollten abgeschafft werden. Inzwischen dürfen beispielsweise auch krumme Gurken verkauft werden.

Online-Workshop Lebensmittelverschwendung

Die Evangelischen Jugend informiert in einem Online-Workshop darüber, was man gegen Lebensmittelverschwendung tun kann. Der Workshop ist kostenlos und findet am 23. Juli von 10.30 bis 12.30 Uhr statt und richtet sich vor allem an Jugendliche und junge Erwachsene. Anmeldung bei der Geschäftsstele der aej saar unter info@aej-saar.de oder 0681-41620274.

Linktipp

https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/lebensmittel/auswaehlen-zubereiten-aufbewahren/lebensmittel-zwischen-wertschaetzung-und-verschwendung-6462

Der Verbrauchertipp: Immer mittwochs in der Sendung "Bunte Funkminuten" auf SR 3 Saarlandwelle.

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