Verbrauchertipp: Wenn das Haustier vermisst wird

Tier vermisst? Wie Sie bei der Suche vorgehen können

Karin Mayer   01.07.2020 | 10:25 Uhr

Der Hund ist verschwunden, die Katze kommt nicht nach Hause. Das haben viele Tierbesitzer schon erlebt. Bei über 34 Millionen Haustieren in Deutschland keine Seltenheit. Wenn ein Tier verloren geht, beginnt meist eine komplizierte Suche.

Fallbeispiel
Zum Beispiel bei Philine. Ihr Kater Carlos ist drei Jahre alt und seit knapp zwei Wochen verschwunden. Daraufhin hat sie die ganze Nachbarschaft abgeklappert, Suchplakate aufgehängt und sein Bild in den sozialen Netzwerken veröffentlicht. Der Kater fehlt weiterhin, eingetrudelt ist stattdessen das Angebot einer Tierflüstererin und Heilpraktikerin, Kontakt mit dem Tier aufzunehmen, obwohl sie mehrere hundert Kilometer entfernt ist. Was ist davon zu halten?

Tasso-Haustierregister
Schwer zu sagen, sagt Lisa Frankenberg vom Tasso-Haustierregister. Es gebe Tierhalter, die davon überzeugt seien, dass solche Tierflüsterer ihnen den Weg gewiesen haben. Tasso rate nicht dazu, weil das auch Betrügern Tür und Tor öffne. Sie rät zunächst auf die kostenlose Hilfe durch das Haustierregister zu setzen. Kritisch sieht der Verein, wenn Finder von Tieren Lösegeld verlangen und die Besitzer quasi erpressen. Das kommt selten vor, betont Lisa Frankenberg, ist dann aber ein Fall für die Polizei.

Haustiere mit Transponder
Viele Haustiere werden beim Tierarzt mit einem Chip oder Transponder gekennzeichnet. Er enthält einen 15-stelligen Zahlencode. Er hilft nicht dabei ein Tier aufzuspüren. Ein gefundener Hund oder eine Katze kann aber damit identifiziert werden, so Lisa Frankenberger von Tasso. Diesen Zahlencode kann man nutzen, um das Tier im Haustierregister einzutragen. Wird ein Tier gefunden, kann es so identifiziert und zum Besitzer zurückgebracht werden.

Tier vermisst, was tun?
Kater-Besitzerin Philine hat sich an Tasso gewandt und eine Online-Suchmeldung aufgegeben. Der Verein hat ihr Suchplakate mit der Rufnummer des Vereins zugeschickt. Die Hotline ist rund um die Uhr erreichbar. Philine sucht weiterhin in der Nachbarschaft nach dem Kater und weiß inzwischen, dass er in der Nähe unterwegs ist. Es macht Sinn, das Tierregister Tasso zu informieren, sagt Lisa Frankenberg. Auch Suchplakate seien hilfreich. Sie rät allerdings keine private Telefonnummer auf die Plakate zu schreiben. Wenn ein Hund in der Nähe einer Straße oder im Wald entläuft, sollte man auch die Polizei oder den Förster verständigen, sagt Lisa Frankenberg von Tasso. Auch das Tierheim sollte man informieren.

Keine Belohnung aussetzen
Wenn ein Hund oder eine Katze verloren geht, sind die Besitzer oft verzweifelt. Lisa Frankenberg rät trotzdem, keine Belohnung auszusetzen. Ein Tierfreund bringt das Tier auch so zu seinem Halter zurück, sagt sie. Ihre Erfahrung: Eine Belohnung ruft Betrüger auf den Plan. Im vergangenen Jahr wurde eine Hundebesitzerin gleich von vier verschiedenen Findern aufgefordert, ein Lösegeld zu bezahlen.

Tiere werden häufig wiedergefunden
Im vergangenen Jahr wurden allein über das Tierregister 95.000 Tiere wiedergefunden. Bei Hunden ist das leichter als bei Katzen. Passanten reagieren auf einen freilaufenden Hund anders und melden ihn schneller.

Weitere Informationen: www.tasso.net

"Gut zu wissen" - immer mittwochs in der Sendung "Bunte Funkminuten" auf SR 3 Saarlandwelle.

Push-Nachrichten von SR.de
Benachrichtungen können jederzeit in den Browser Einstellungen deaktiviert werden.

Datenschutz Nein Ja