Hörgerät (Foto: SR)

Besser hören mit Hörgerät?

Ein Drittel der Kunden ist mit dem Akustiker unzufrieden

Karin Mayer   20.11.2019 | 10:00 Uhr

Laut einer aktuellen Umfrage sind viele Kunden beim Hörgerätekauf unzufrieden. Bemängelt werden teilweise schlechter Service und teure Zuzahlungen. Dabei muss es nicht immer das teuerste Gerät sein.

Wie bitte? Was haben Sie gesagt? Es dauert lange bis man sich eingestehen kann, dass man nicht gut hört. Dann hofft man auf den Hörgeräteakustiker. Doch viele Kunden sind unzufrieden. 

Ein Drittel unzufrieden
Über 1750 Betroffene und Angehörige haben mitgemacht bei der Online-Umfrage der Zeitschrift Finanztest. Das Ergebnis: ein Drittel ist unzufrieden mit dem Hören mit Hörgerät. Gunnar Schwan von Stiftung Warentest hält das für eine schlechte Quote. Nur die Hälfte der Angehörigen war mit dem Hören mit Hörgerät zufrieden. 

Service stimmt nicht 
An ein Hörgerät muss man sich erst gewöhnen. Einfache Umgebungsgeräusche sind plötzlich lauter und klingen auch anders. Man muss das Hören quasi neu lernen. Ob das gelingt, hängt auch von einer guten Betreuung durch den Hörgeräteakustiker ab. Die Hörhilfe muss unter Umständen immer wieder angepasst werden. Dieser Prozess wird bis zu 6 Jahre lang von den Krankenkassen übernommen, sagt Gunnar Schwan von Stiftung Warentest. Auch Wartung und Reparatur sind inbegriffen. 

Das zahlt die Kasse
Für ein Ohr zahlt die Krankenkasse einen Betrag von 784,94 Euro oder 1412,89 Euro für zwei Ohren. Jeder Hörgeräteakustiker sollte zunächst ein Modell ohne Zuzahlung anbieten. Es ist aber wichtig, mehrere Geräte zu testen, sagt Gunnar Schwan von Stiftung Warentest. Sein Tipp: mit einem preisgünstigen Modell anfangen. So kann man feststellen, ob ein teures Gerät eine Hörverbesserung bringt. Experten raten mindestens drei Geräte zu testen. Mehr als die Hälfte der Umfrage-Teilnehmer konnten nur zwei Geräte ausprobieren. 

Zuzahlung von 10 bis 1000 Euro 
Wer ein besonders kleines Hörgerät haben möchte oder auf Bluetooth-Verbindung oder andere Zusatzfunktionen wert legt, muss teilweise tief in die Tasche greifen. Mehrere Tausend Euro kann so eine Hörhilfe kosten. Je nach Akustiker fallen die Zuzahlungen aber sehr unterschiedlich aus. Am günstigsten wurden die Kunden bei Fielmann bedient. Im Schnitt fielen zehn Euro Zuzahlung an. 80 Prozent der Betroffenen bekamen ein Gerät zum Nulltarif. Bei Geers wurden im Durschnitt 1000 Euro Zuzahlung fällig, bei Amplifon 970 Euro, bei Kind 475 Euro. 

Wie sollte man vorgehen?
Wer den Eindruck hat, schlecht zu hören, sollte zum HNO-Arzt gehen. Er wird einen Hörtest durchführen und kann dann ein Hörgerät verordnen. Das ist Voraussetzung dafür, dass die Kassen die Kosten übernehmen. Damit geht man zum Hörgeräteakustiker. Ihm sollte man genau schildern, welche Probleme beim Hören auftreten, erklärt Gunnar Schwan von Stiftung Warentest. Die erste Zeit mit Hörgerät sollte man in einem Hör-Tagebuch festhalten. Helfen kann auch ein Hörtraining, bei dem das Hören bestimmter Laute geübt wird. 

Weitere Informationen:
Finanztest 11/2019 oder auf
www.verbraucherzentrale.de

Der Verbrauchertipp: Immer mittwochs in der Sendung "Bunte Funkminuten" auf SR 3 Saarlandwelle.

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