Das Thermometer erreicht nahezu 40 Grad (Foto: dpa)

Kühl trotz Hitzewelle - Was hilft im Haus?

Karin Mayer   25.07.2018 | 10:20 Uhr

Bis zu 34 Grad Außentemperatur - und das tagelang. Da stellt sich die Frage: Wie kann man es im Haus möglichst kühl halten? Der SR 3 Verbrauchertipp hilft weiter.

Was man gleich tun kann

Lüften
In den frühen Morgenstunden und nachts sollte man das Haus oder die Wohnung lüften – das empfiehlt Gebäudeenergieberaterin Sabine Zägel vom Umweltzentrum der Handwerkskammer. Allerdings sollte man dabei den Einbruchschutz nicht vergessen. Und: Bei einer Hitzewelle reiche das Lüften allein nicht aus, sagt Sabine Zägel.
Tipp: An windstillen Hitzetagen einen Ventilator einsetzen, damit die kühle Außenluft auch ins Haus kommt.

Verdunkeln
Vor allem Fenster auf der Südseite sollte man tagsüber verdunkeln. Am besten sind Außenrolläden, denn sie die halten 75 Prozent der Hitze ab. Wer von Innen verdunkelt, hat deutlich weniger Effekt.

Hitzequellen abschalten
Alle Elektrogeräte geben Wärme ab. Der Tipp von Gebäudeenergieberaterin Sabine Zägel lautet deshal: abschalten, was nicht gebraucht wird. Das gilt auch für Geräte im Standby-Modus. Den Kühlschrank kann man natürlich nicht abschalten, aber je seltener man ihn öffnet, desto weniger muss er nachkühlen und gibt weniger Wärme ab.

Draußen im Schatten aufhalten
Gerade an heißen Tagen muss man wissen: Der Mensch wird im Haus selbst zur Wärmequelle. Wenn im verdunkelten Wohnzimmer der Fernseher läuft und drei Menschen davor sitzen, heizt man selbst mit. Deshalb, besser draußen im Schatten in kühles Plätzchen suchen.

Geheimtipp von der Gebäudeenergieberaterin
Eiswürfel oder Crushed Eis auf ein Tablett legen und einen Ventilator davorstellen. Das sorgt zumindest für eine kurze Zeit für erfrischende Kühle.

Dauerhafte Hilfe gegen Hitze

Hausbaum und Grünflächen
Sie sorgen für ein besseres Klima im Haus. Wer einen Laubbaum vor dem Haus pflanzt, wird mit Schatten und kühlerer Luft im Sommer belohnt. Ein Laubbaum nimmt nur im Sommer Licht, im Winter gibt es wieder freie Sicht. Grünflächen rund ums Haus seien ebenfalls hilfreich, sagt Sabine Zägel. Wer den Stellplatz fürs Auto im Vorgarten plant, sollte die Fläche möglichst nicht oder nur teilweise versiegeln.

Wärmeisolierung
Das ist bisher eher ein Thema für alle, die Heizkosten sparen wollen. Mit dem richtigen Dämmmaterial hält man aber gleichzeitig auch die Hitze im Sommer aus dem Haus. Besonders im Dachbereich sei es sinnvoll, auf Dämmmaterial mit hoher Speicherfähigkeit zu setzen, sagt Sabine Zägel vom Umweltzentrum der Handwerkskammer. Geeignet sei hier beispielsweise Holz-Weichfaser.

Fenster
Sie kann man relativ kurzfristig mit Sonnenschutzfolie schützen. Diese wird innen aufgebracht, ist leicht metallisch und nimmt im Raum etwas Licht. Die Folie kann man selbst aufbringen oder einen Profi rufen. Wer die Fenster tauscht und große Glasflächen hat, kann über eine Sonnenschutzverglasung nachdenken. Das ist besonders auf der Südseite sinnvoll. Der Haken: Durch den Sonnenschutz auf dem Fenster kommt weniger Licht ins Zimmer - und das auch im Winter.

Lüftungsanlage mit Wärmepumpe kombinieren
In Niedrigenergiehäusern gibt es häufig eine Lüftungsanlage. Die Luft kann man mit einem Erdwärmetauscher kombinieren. Im Winter wird die Luft dadurch vorgewärmt, im Sommer sorgt das für Kühlung, ersetze aber nicht die Klimaanlage, sagt Sabine Zägel.

Ratgeber
Klimageräte im Test
Wenn das Thermometer Richtung 30 Grad klettert, dann wird es vielen auch im Haus zu warm. Abhilfe können Klimageräte schaffen - Monoblock-Geräte, die man sich einfach in die Wohnung stellen kann, oder Split-Geräte, die jedoch fest installiert werden. Die Stiftung Warentest hat die unterschiedlichen Klimageräte getestet.

Klimageräte im Test
Wer aus gesundheitlichen Gründen Probleme mit der Hitze hat, der kann über ein Klimagerät nachdenken. Mobile Klimageräte, so genannte Monoblöcke, gibt’s ab 350 Euro im Handel. Die Stiftung Warentest gibt im aktuellen Test aber nur die Note befriedigend für zwei von fünf getesteten Geräten. Der Grund: Die Geräte sind wenig effizient und enthalten teils stark klimaschädliche Kältemittel.

Etwas besser schneiden dauerhaft installierte Klimageräte ab. Eines von fünf Test-Geräten erreicht die Note gut, drei die Note befriedigend. Die so genannten Splitgeräte sind zwar effizienter und kühlen schneller, aber die Kosten sind mit 1360 bis 2820 Euro deutlich höher. Sie müssen vom Handwerker installiert werden. Mieter brauchen eine Genehmigung des Vermieters. Wer Pech hat, bekommt Ärger mit den Nachbarn, weil die Klimaanlage brummt.

Energieverbrauch durch Klimageräte
Etwa ein Zehntel des Energieverbrauchs weltweit kommt durch Kühlanlagen und Lüfter zustande. Besonders mobile Geräte funktionieren mit klimaschädlichen Kältemitteln. Das sind gute Gründe, nach anderen Lösungen zu suchen. Das lohnt sich auch finanziell: der Strom für ein Kühlgeräte kostet laut Stiftung Warentest bis zu 84 Euro für zwei Monate.

Der Verbrauchertipp: Immer mittwochs in der Sendung "Bunte Funkminuten" auf SR 3 Saarlandwelle.

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