Mit Kleinigkeiten anderen eine Freude machen. (Foto: Pixabay/blickpixel)

Ein Gutschein zu Weihnachten - Geschenke mit begrenzter Laufzeit

Yvonne Schleinhege   19.12.2018 | 10:24 Uhr

Der eine findet sie unkreativ, der andere praktisch. Geschenkgutscheine werden auch in diesem Jahr wieder unter vielen saarländischen Tannenbäumen liegen. Wenn man die nicht direkt einlöst, verschwinden sie häufig nach den Festtagen in der Schublade und werden schnell vergessen - vielleicht sogar solange bis sie ihre Gültigkeit verlieren. Was man wissen muss, fasst der SR3-Verbrauchertipp zusammen.

Fast jeder zweite Schenkende hat zu Weihnachten mindestens einen Geschenkgutschein verpackt. Davon geht zumindest der Handelsverband HDE aus. Sie führen damit das Ranking der beliebtesten Geschenke an. Im vergangenen Jahr wurden zu Weihnachten fast 3 Milliarden Euro Umsatz mit Geschenkgutscheinen gemacht - Tendenz steigend.

Unbegrenzt gültig?

Nicht alle Gutscheine werden direkt nach den Feiertagen auf den Kopf gehauen. Deshalb ist es wichtig die Gültigkeit im Blick zu behalten. Ist keinen kürzere Frist auf dem Gutschein oder in den Geschäftsbedingungen festgeschrieben, gelten Gutscheine grundsätzlich drei Jahre. Gerechnet werden die Jahre ab dem Ende des Jahres in dem der Gutschein ausgestellt wurde, erklärt die Juristin der Verbraucherzentrale Saarland Desiree Fuchs Gutscheine aus dem Jahr 2018 gelten also bis 2021.

Lebensdauer kann kürzer sein

Im Einzelfall kann die Lebensdauer eines Gutscheins aber auch kürzer sein, zum Beispiel auf ein oder zwei  Jahre befristet. Aus Sicht der Verbraucherzentralen muss sich das aber durch besondere Umstände rechtfertigen lassen. Bei Termingebundenen Gutscheinen etwa für einen Theaterbesuch oder ein Konzert ist das nachzuvollziehen, da sie nur für das explizit für das eine Ereignis gültig sind. Eine Befristung ist aus Sicht der Verbraucherschützer aber auch rechtens wenn zum Beispiel ein Gutschein über eine Dienstleistung, etwa eine Stadtrundfahrt oder Kosmetikbehandlung ausgestellt wurde. Innerhalb einer bestimmten Zeit können zum Beispiel die Lohnkosten steigen und damit entspricht der Wert der Dienstleistung nicht mehr dem ursprünglichen Wert des Gutscheins.

Anspruch auf Erstattung

Ist die Frist abgelaufen, aber die drei Jahre nach dem Erwerb noch nicht, haben die Gutscheinbesitzer Anspruch darauf, dass ihnen der Geldwert des Gutscheins erstattet wird, erklärt Desiree Fuchs. Würde der Händler das Geld behalten hätte er sich bereichert. In Ordnung ist es aus Sicht der Verbraucherzentrale allerdings wenn er eine Entschädigung für den Gewinn , der dem Unternehmen durch Nichteinlösung entgangen ist, abzieht. Die Möglichkeit der Befristung gilt aus Sicht der Verbraucherzentralen nicht für Gutscheine über einen bestimmten Geldbetrag.

Gutschein Stück für Stück einlösen

Hat man einen Gutschein über einen bestimmten Geldbetrag bekommen und möchte ihn nicht gleich auf einmal ausgeben, ist es so eine Teileinlösung  gesetzlich nicht geregelt. Ist dem Händler eine Teilleistung allerdings zumutbar, dürfte dem aber auch nichts entgegenstehen. Man sollte also durchaus hartnäckig beim Händler nachfragen. Der Restwert des Gutscheins kann dann vermerkt werden. Einen Anspruch auf Barauszahlung hat man allerdings wohl nicht.

Gutschein auszahlen lassen?

Grundsätzlich gilt: Wenn man für den Gutschein nichts passendes findet, kann man sich den Betrag leider nicht auszahlen lassen. Ein Gutschein ist nur gegen eine Ware oder eine Dienstleistung eintauschbar. Es ist ebensowenig möglich sich den möglichen Restwert eines Gutscheins bar auszahlen zulassen.  Anders ist dies in Einzelfällen nur, so schreiben die Verbraucherzentralen, wenn der Gutschein sich auf ein bestimmtes Produkt bezieht, dass nicht mehr erhältlich ist.

Jeder kann einen Gutschein einlösen

Ein Gutschein ist rein rechtlich ein kleines Inhaberpapier. Somit kann jeder der einen Gutschein vorlegt, diesen auch entsprechend einlösen. Selbst, wenn ein Gutschein für eine bestimmte Person ausgestellt wird, muss der Aussteller ihn auch von jeder anderen Person entgegennehmen, die den Gutschein vorlegt. 

Kaum Chancen bei Insolvenz

Ist der Aussteller des Gutscheins insolvent, darf er auch nicht mehr eingelöst werden. Grundsätzlich kann man seine Forderung aus dem Gutschein zwar beim Insolvenzverwalter anmelden, allerdings gehen die Gutscheinbesitzer in der Regel leer aus. Daher macht es Sinn, Gutscheine nicht zeitnah einzulösen. Kleiner Tipp: Viele unpassende Geschenkgutscheine kann man weiterverschenken oder Weiterverkaufen über Börsen im Internet.

Der Verbrauchertipp: Immer mittwochs in der Sendung "Bunte Funkminuten" auf SR 3 Saarlandwelle.

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