Der Dax auf der Anzeigetafel im Handessaal der Börse in Frankfurt (Foto: picture alliance / Boris Roessler / dpa)

Geldanlage in Zeiten von Corona

Karin Mayer   20.05.2020 | 10:40 Uhr

Die Corona-Krise ging an den Börsen nicht spurlos vorbei. Die Aktienkurse gingen im Februar auf Sinkflug. Viele Kurse erholen sich seither. Was Anleger tun können, erfahren Sie im SR3-Verbrauchertipp.

Ruhe bewahren 

Bei einem Crash gilt für Aktien- und Fondbesitzer vor allem eines: Ruhe bewahren. Nicht nur der DAX, auch der Aktienindex MSCI World ist im Februar regelrecht eingebrochen. Solche starken Veränderungen wird es immer wieder geben, sagt Verbraucherberater Thomas Beutler. Dafür brauchen die Anleger Nerven und die Zuversicht, dass sich die Kurse langfristig wieder erholen.

SR3-Verbrauchertipp: Geldanlage in Zeiten von Corona
Audio [SR 3, Karin Mayer , 20.05.2020, Länge: 07:04 Min.]
SR3-Verbrauchertipp: Geldanlage in Zeiten von Corona

Was man auf keinen Fall machen sollte: kurzfristig aussteigen. Die Kurse haben sich seit dem Crash im Februar schon deutlich erholt, sagt Thomas Beutler von der Verbraucherzentrale des Saarlandes. Wer zu schnell ausgestiegen ist, hat die Erholung nicht mitgemacht. Nur wer verkauft, verliert wirklich Geld. Tipp: Depotwerte nicht täglich oder stündliche kontrollieren. Solche Apps oder Push-Mitteilungen abschalten. Thomas Beutler empfiehlt, das Depot regelmäßig zu kontrollieren. Einmal im Monat reicht nach seiner Einschätzung aus. Das schont die Nerven. 

Sparpläne behalten

Viele haben ETF-Sparpläne oder Fondsparpläne. Die sollten die Anleger unbedingt behalten, so Thomas Beutler. Von der Erholungsphase kann man mit einem Sparplan besonders gut profitieren, so der Verbraucherberater. Die Anleger kaufen jetzt viele Anteile für weniger Geld. Es ist schwer, den richtigen Zeitpunkt für den Einstieg zu finden.

Jetzt investieren? 

Die Kurse sind niedrig. Da denken viele daran, in Aktien einzusteigen. Auch die Frage: in Branchen zu investieren, die von der Krise profitieren, kommt bei der Verbraucherzentrale häufig an. Grundsätzlich sollte man die Entscheidung, in Aktien oder Fonds zu investieren, nicht von Kursständen abhängig machen, so Thomas Beutler von der Verbraucherzentrale. Es sei vielmehr eine grundsätzliche Entscheidung und eine langfristige Strategie, in Aktien zu investieren. Der richtige Zeitpunkt für den Einstieg sei schwer zu finden, ebenso die Investition in Krisen-Gewinner. Diese Information sei am Markt längst eingepreist. 

Festgeld oder Banksparpläne

Die Zinsen sind bei diesen Anlagen leicht gestiegen. Der Grund: Die Banken nutzen diese Geldanlage um Kapital einzusammeln, das wird in unsicheren Zeiten schwieriger. Trotzdem sind die Zinsen sehr niedrig, meist unter 1 Prozent. Die günstigsten Angebote kommen von Banken in anderen europäischen Ländern. Trotz EU-weiter Einlagensicherung von 100.000 Euro, für Ehepaare 200.000 Euro, raten Verbraucherschützer, auf Banken in Deutschland zu setzen.

Die Einhaltung der Einlagensicherung muss das jeweilige Land garantieren. Im Zweifelsfall muss man seine Ansprüche in einem anderen Land geltend machen, sagt Thomas Beutler. Es ist ein Tick mehr Risiko. Deshalb sollte man sich überlegen, ob man für einen minimalen Zinsunterschied von 0.2 Prozentpunkten mehr Risiko eingehen will 

Geldanlage überprüfen

In der Krise gelten für die Geldanlage die gleichen Regeln: langfristig denken ist wichtig. Für Aktien- oder Fondsparen sollte man Zeit mitbringen. Wer kurzfristig Geld braucht, kann Tagesgeld nutzen. Die Krise kann eine Chance sein, die eigene Anlage zu überprüfen. Wer jetzt feststellt, dass er einen zu hohen Anteil an Aktienvermögen hat und die Kursschwankungen nicht aushält, kann umsteuern. Ziel muss sein: Inflationsrate ausgleichen. 

Unseriöse Angebote 

Die Unsicherheit an den Märkten ist ein Einfalltor für viele dubiose Anlageangebote. Die Verbraucherzentralen raten zur Vorsicht bei unerwarteten Angeboten per Mail, Telefon oder Post. Es werden auch Links zu YouTube-Videos verschickt, in denen vom drohenden Kollaps des Finanzsystems gewarnt wird. Geworben wird häufig für Kryptowährungen oder für den Kauf von Gold. auch Phishing-Mails mit solchen Angeboten sind im Umlauf. Die Verbraucherschützer raten deshalb zur Vorsicht. 

Weitere Informationen: Verbraucherzentrale des Saarlandes 

https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/geld-versicherungen/altersvorsorge/coronafolgen-bei-aktien-und-anderen-geldanlagen-nicht-hektisch-werden-45505

https://www.test.de/Boersenturbulenz-Aktienmaerkte-sacken-ab-was-jetzt-zu-tun-ist-5585045-0/

Die Verbraucherzentrale bietet außerdem Online-Vorträge zum Thema Geldanlage an:

28.05.: https://www.verbraucherzentrale-saarland.de/geld-versicherungen/kostenloser-onlinevortrag-geldanlage-in-krisenzeiten-47739

10.06.: https://www.verbraucherzentrale-saarland.de/geld-versicherungen/kostenloser-onlinevortrag-geldanlage-in-krisenzeiten-47740

"Gut zu wissen" - immer mittwochs in der Sendung "Bunte Funkminuten" auf SR 3 Saarlandwelle.

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