Michael Falks Gartenwasserzähler. (Foto: Sarah Sassou)

Gartenwasserzähler – für wen er sich lohnt

Sarah Sassou   24.06.2020 | 12:15 Uhr

Den Garten bewässern – bei der Trockenheit im Moment eine teure Sache. Die Installation eines Gartenwasserzählers kann da Sinn machen. Die Überlegung dabei: Wer Leitungswasser zum Gießen benutzt, der zahlt dafür auch Abwasser- oder Kanalgebühren – auch wenn das Wasser ja eigentlich gar nicht in den Kanal fließt, sondern im Boden versickert.

Wasserrechnung

SR3-Verbrauchertipp: Gartenwasserzähler – für wen er sich lohnt
Audio [SR 3, Sarah Sassou, 24.06.2020, Länge: 04:57 Min.]
SR3-Verbrauchertipp: Gartenwasserzähler – für wen er sich lohnt

Wird das Wasser für den Garten aber über einen separaten Zähler erfasst, zieht der Wasserversorger unter bestimmten Voraussetzungen die Kanalgebühr wieder ab. Man spart also Geld. Wie viel, das hängt vom Wasserversorger ab, denn sie sind hoheitlich tätig und legen ihre Gebühren selbst fest. Michael Falk hat eine Heizungs- und Sanitärfirma in Saarbrücken und einen Gartenwasserzähler zuhause installiert. „Auf der Wasserrechnung ist der Gartenwasserzähler und das Wasser, das ich darüber beziehe, separat aufgeführt.“ So weiß er genau, wie viel Wasser er für seinen 2000 Quadratmeter großen Garten verbraucht hat und wie viel Kanalgebühr er spart. Für Gartenbesitzer, die wie er ihr Wasser über den Versorger ZKE beziehen, lohne sich ein extra Zähler ab einem jährlichen Verbrauch von 15 Kubikmeter, sagt Falk. Einige saarländische Wasserversorger stellen im Internet Rechner zur Verfügung, auf denen man ausrechnen kann, wie viel sie mit einem Gartenwasserzähler sparen könnten.

Zähler für Selbermacher

Ob man den Zähler für eine sogenannte Außenzapfanlage, also einen Wasserhahn, selbst installieren darf, muss man bei seinem Wasserversorger erfragen. Ist es erlaubt, bekommt man das Gerät zum Beispiel im Baumarkt. Kosten: etwa 20 Euro. Die Installation sei einfach wie bei einem Gartenschlauch, erklärt Sanitärfachmann Michael Falk. Wer es sich dennoch nicht zutraue, sollte sich an einen Fachbetrieb wenden. In Saarbrücken kommt dann ein Mitarbeiter des Wasserversorgers vorbei, schaut sich an, ob der Zähler geeicht ist und verplombt es gegen eine Gebühr. In anderen Kommunen ist eine Verplombung nicht notwendig. Manchmal verlangen die Wasserversorger dann Fotos als Nachweis.  

Mehr Aufwand bei Bewässerungssystemen

Hat man Rasensprenkler und Beetbewässerung installiert, dann lässt sich das meist nicht über eine Außenzapfanlage versorgen, sondern läuft über das Hauswassersystem. Auch Michael Falk hat in seinem Garten ein solches System eingebaut. In seine Hauswasserversorgung hat er sich deshalb ein zusätzliches Wasserrohr integriert, über das der Garten versorgt wird, und es mit einem separaten Zähler versehen. Dieser liegt, wie vorgeschrieben, hinter dem vorhandenen Wasserzähler, damit die gesamte Wassermenge des Haushalts erfasst werden kann. „Solch ein Gartenwasserzähler im Hauswassersystem muss zwingend ein Fachbetrieb einbauen“, erklärt er. „Das ist gesetzlich so vorgeschrieben.“ Die Kosten hierfür: 200 bis 300 Euro, Falk betont aber, dass das nur eine grobe Schätzung sei.

Wartung

Gartenwasserzähler unterliegen der Eichpflicht. Das bedeutet, dass sie alle sechs Jahre ausgetauscht werden müssen. Die Kosten für Gerät und eventuelle Installation müssen also in der Kosten-Nutzen-Rechnung berücksichtigt werden. Einige Wasserversorger bestehen darauf, den Zähler kostenpflichtig durch einen Mitarbeiter auszutauschen oder dass man eine Fachfirma beauftragen muss, andere gestatten dem Gartenbesitzer, das selbst zu tun.

Sonderfall Pool

Wasserversorger gestatten es oft nicht, die Befüllung von Swimming Pools über den Gartenwasserzähler laufen zu lassen. Begründung: Die Chemie, um das Poolwasser zu säubern. Michael Falk hat aber einen Schwimmteich, der sich auf natürlichem Weg reinigt. Den Teich hat er aber trotzdem nicht übers Gartenwasser befüllt. „Das hätte Tage gedauert. Wir haben uns für etwa 200 Euro einen Hydranten gemietet, innerhalb von wenigen Stunden war der Schwimmteich dann voll“, erzählt er.

Der Verbrauchertipp: Immer mittwochs in der Sendung "Bunte Funkminuten" auf SR 3 Saarlandwelle.

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