ILLUSTATION: Ein Telefonhörer vor einem Plakat der Polizei mit der Aufschrift "Achtung: Hier spricht nicht die Polizei" (Foto: dpa/Martin Gerten)

Enkeltrick und falsche Polizeibeamte: Erkennen und Verhalten!

Der SR 3-Verbrauchertipp

Yvonne Schleinhege   31.10.2018 | 10:40 Uhr

In den vergangenen Wochen und Monaten haben sich die Warnhinweise der Polizei vor Trickbetrügern gehäuft. Oft waren es Anrufe von falschen Polizeibeamten. Besonders ältere Menschen waren betroffen, teilweise waren die Täter auch erfolgreich. Der SR 3-Verbrauchtertrick erklärt wie sie Fake-Anrufe erkennen können und wie sie sich am besten verhalten.

Erst vergangen Sonntag hat es im Nordsaarland rund 30 Anrufe von falschen Polizeibeamten gegeben. Auch die Wochenenden davor hätten sich solche Anrufe gehäuft, so Melanie Mohrbach vom Landespolizeipräsidium. Immer wieder, in Wellen, würden die unterschiedlichsten Betrugsmaschen vorkommen. Alleine im vergangenen Jahr wurden über Zweihundert solcher Fälle gemeldet. Was wichtig ist: nur selten sind die Täter erfolgreich!

Falsche Polizeibeamte warnen vor möglichen Verbrechen
Bei der Anrufbetrugsmache am vergangenen Wochenende wurde bei den Angerufen eine Merziger Nummer im Display angezeigt. Die Anrufer hätten sich als Polizisten ausgegeben und nach dem Vermögenswerten wie Geld, Sparbüchern und Schmuck gefragt. Das ganze verbunden mit folgender Geschichte: man habe eine Einbrecherband hochgehen lassen und dabei sei die Adresse der Angerufenen gefunden worden. Habe man Vermögenswerte zu Hause, sollte man die am besten verschwinden lassen, erklärt Melanie Mohrbach die Masche der Betrüger

Ältere Menschen im Blick
Auf so einen Trick ist zuletzt etwa ein 86jähriger Mann reingefallen. Den Tätern hat er einen fünfstelligen Betrag ausgehändigt. Gerade ältere Menschen werden Opfer von solchen Betrügern. Gezielt suchen sie in Telefonbüchern nach älter klingenden Vornamen, oder sie erhalten Ihre Adressen über Gewinnspiele und entsprechende Adressverkaufsfirmen.

Verschiedene Tricks
Es sind nicht immer nur Falsche-Polizisten die anrufen, manchmal geben sich die Betrüger auch als Staatsanwälte oder andere offizielle Stellen aus. Eine ebenfalls bekannte Betrugsmasche ist der Erbschaftstrick. Hier geben sich die Anrufer als vermeintliche Notare aus, informieren über eine vermeintliche Erbschaft und fordern vorab Gebühren. Auch der Enkeltrick kommt immer wieder vor.

Spuren führen ins Ausland
Die Ermittlungen gestalten sich für die Polizei schwierig. Denn auch wenn auf dem Telefonen der Angerufenen oft eine Nummer aus der Region erscheint oder die Notfallnummer der Polizei, sitzen die meist gut organisierten Band im Ausland. Dort haben sie ihre Call-Center. Vor Ort gibt es dann häufig Mittelsmänner. Eine Spur führe etwa in die Türkei, so Melanie Mohrbach vom Landespolizeipräsidium. Entscheidend sei daher Prävention. Daher sollten Familienangehörige auch gerade ihre älteren Bekannten über solche Betrugsmaschen informieren.

Anrufe erkennen und richtig Verhalten
Wenn man einen Anruf bekommt, der verdächtig oder irgendwie komisch erscheint, sollte man schnellstmöglich auflegen, so der Rat der Polizei. Wichtig auch: die Polizei ruft niemals über die Notruf-Nummer 110 an. Außerdem fragen Behörden niemals am Telefon nach Vermögensgegenständen, so die Polizistin Mohrmann. Wer einen verdächtigen Anruf erhält sollte immer die Polizei informieren!

Der Verbrauchertipp: Immer mittwochs in der Sendung "Bunte Funkminuten" auf SR 3 Saarlandwelle.

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