Renault Zoe vor einer Stromtrasse (Foto: SR)

E-Autos: Fördermöglichkeiten und Steuervorteile

Yvonne Schleinhege   22.05.2019 | 10:20 Uhr

Über E-Autos kann man trefflich viel diskutieren: die tatsächliche Umweltfreundlichkeit, fehlende Ladeinfrastruktur und teure Anschaffungskosten. Zumindest bei letzterem Punkt gibt es Möglichkeiten die Kosten zu reduzieren. Wer ein E-Auto fahren will, kann auf Prämien, Steuervorteile und gegebenenfalls Zuschüsse für Ladeinfrastruktur setzen. Der Verbrauchertipp bietet einen Überblick.

Ein E-Auto muss man sich leisten können und wollen. Denn in der Anschaffung sind sie deutlich teurer als Autos mit konventionellen Verbrennungsmotor. Zudem gibt muss man mit zusätzlichem Geld für die Ladeinfrastruktur rechnen, so Katrin van Randenborgh vom ADAC. Mittlerweile gibt es aber eine ganze Reihe von finanziellen Anreizen, Zuschüsse von Staat und Wirtschaft und Steuervorteile, die den privaten Umstieg attraktiver machen sollen. Denn nach wie vor werden E-Autos – nicht nur im Saarland – relativ wenig nachgefragt.

Umweltbonus für (fast) alle Autos

Der Umweltbonus ist laut ADAC der unkomplizierteste Fördertopf. Seit Juli 2016 fördern Bund und Hersteller die meisten E-Autos sowie Pkw mit Brennstoffzelle mit insgesamt 4000 Euro. Er einen Plug-in-Hybride kauft kann mit bis zu 3000 Euro Zuschuss rechnen. Zuständig dafür ist das Bundesamt für Wirtschaft und Ausführkontrolle (BAFA). In der Regel füllen die Autohändler diese Anträge für die Kunden aus, schreibt der ADAC. Betragen können den Umweltbonus Privatpersonen, aber auch Unternehmen und Vereine. Diese Prämie gilt nicht nur beim Kauf, sondern auch für Leasing-Angebote.

Förderung läuft Ende Juni aus

Manchmal legen die Autohersteller auch eine Extra-Prämie drauf. Welche Autos tatsächlich förderfähig sind, ist online beim BAFA zu finden. Grundsätzlich gilt: Der Netto-Listenpreis muss unter 60.000 Euro liegen. Das Programm läuft offiziell noch bis Ende Juni 2019. Beim ADAC geht man allerdings fest davon aus, dass die Förderung verlängert wird, so Sprecherin Katrin van Randenborgh, schließlich sei der Fördertopf noch mit gut zwei Drittel der Fördermittel gefüllt.

Weitere Fördertöpfe

Wer sich ein E-Auto anschafft braucht wahrscheinlich auch eine entsprechende private Infrastruktur, wie etwa neue Stromleitungen, Steckdosen oder eine private Ladenstation (Wallbox). Auch hier kann es gegebenenfalls Fördergeld geben. Dies ist allerdings von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich, so Katrin van Randenborgh vom ADAC. Nordrhein-Westfalen bietet etwa ein Sofortprogramm von 1000 Euro für private Ladestationen an. Im Saarland gibt es, laut Wirtschaftsministerium, allerdings keinen Fördertopf für Privatpersonen. Hier gibt es Zuschüsse für Kommunen, die eine entsprechende Infrastruktur schaffen. Möglich ist auch bei der KfW-Bank nach einem vergünstigten Kredit und Zuschüssen zu fragen.

Steuervorteile für Elektroautos

Besonders interessant sind vielleicht die steuerlichen Vorteile: für batterieelektische Fahrzeuge, die bis zum 31.12.2020 erstmals zugelassen werden, wird 10 Jahre lang keine Kfz-Steuer fällig. Verkauft man das Fahrzeug übernimmt der neue Fahrzeughalter die Restlaufzeit dieser Steuerbefreiung. Kaufe ich ein gebrauchtes E-Auto trifft dies ebenfalls zu. Wichtig ist. Hybridfahrzeuge, die auch von einem Verbrennungsmotor angetrieben werden, profitieren nicht von diesem Steuervorteil. Auch bei Dienstwagen gibt es Vergünstigungen, wenn man ein E-Auto oder Plug-in-Hybrid fährt.

Ersparnis für Infrastruktur

Muss man in seiner Garage umbauen und eine Wallbox installieren, kann man dies auch steuerlich geltend machen. Beim Kauf des Materials hilft das Finanzamt allerdings nicht. Dafür aber ggf. bei den Handwerkerkosten für Elektrik und Installation. Diese kann man als haushaltsnahe Dienstleitungen bei der Steuer absetzen, so Katrin van Randenborgh vom ADAC. Das sind 20 Prozent vom Arbeitslohn des Handwerkers von bis zu 6000 Euro. Absetzbar sind auch Anfahrt und Maschinenmiete. Es muss per Überweisung gezahlt werden.

Extras vom (Strom)Versorger

Mache Energieversorger zahlen auch Prämien oder Gutschriften an Kunden aus, die sich ein neues E-Auto anschafften oder bieten andere Spezialangebote für E-Autofahrer. Die Logik dahinter ist laut ADAC nachvollziehbar: Wer ein E-Auto mit Batterie fährt, der braucht wahrscheinlich auch mehr Strom. Von solchen Angeboten sollte man sich nicht zu leicht locken lassen, sondern Tarife vergleichen. Wer seinem örtlichen Energieversorger treu bleiben will, sollte sich nach bestimmten Angeboten erkundigen. Auch saarländische Anbieter habe hier Spezialangebote

Der Verbrauchertipp: Immer mittwochs in der Sendung "Bunte Funkminuten" auf SR 3 Saarlandwelle.

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