Laptoptastatur (Foto: pixabay/stevepb)

Datenklau im Internet

Sarah Sassou   02.10.2019 | 11:30 Uhr

Für Betrüger ist das Internet ein lukratives Geschäftsfeld. Hier kommen sie oft kinderleicht an sensible Daten heran. Ob Name, Kreditkartennummer oder die Daten des Personalausweises: Kriminelle können mit allem etwas anfangen.

Betrügerische Jobangebote

Für Tanja aus Saarbrücken brach eine Welt zusammen, als sie statt des erwarteten Arbeitsvertrages den Brief eines Anwalts im Briefkasten fand. Man warf ihr Betrug vor. Sie sollte Waren, die es gar nicht gab, zum Verkauf angeboten haben dafür von Käufern Geld kassiert haben. Im Nachhinein stellte sich heraus: Ein Jobangebot übers Internet war nicht seriös, sie aber darauf hereingefallen.

Bei Datenklau nicht verzweifeln, sondern den gesunden Menschenverstand einsetzen.
Audio [SR 3, Sarah Sassou, 02.10.2019, Länge: 05:46 Min.]
Bei Datenklau nicht verzweifeln, sondern den gesunden Menschenverstand einsetzen.

Die alleinerziehende Mutter hatte über eine Internetplattform eine Suchanzeige aufgeben. Eine Firma meldete sich mit einem scheinbar passenden Angebot: Homeoffice in Vollzeit bei freier Zeiteinteilung. Der Kontakt lief zunächst über E-Mail, dann teilte man ihr eine Handynummer mit, über die sie per Whatsapp Anweisungen erhielt – zu jeder Tages- und Nachtzeit. Tanja sollte ein sogenanntes Zeiterfassungsbankkonto eröffnen, bei einer Internetbank, mit der die Firma angeblich zusammenarbeitete. So könne ihre Arbeitgeber ihre Arbeitszeit erfassen, um ihre Entlohnung abzurechnen. Die junge Frau eröffnete das Konto und wartete auf ihren Arbeitsvertrag – der nie ankam. Die Betrüger vertrösteten Tanja und verkauften derweil unter ihrem Namen und über ihr Konto Waren, die es gar nicht gab.

Spuren im Netz verwischt

Für die Polizei ist es nach eigenen Angaben schwierig, solche Betrüger zu ermitteln. Oft sitzen sie im Ausland, benutzen, Prepaidnummern und überweisen das gestohlene Geld auch oftmals auf virtuelle Konten, die in der Internetwährung Bitcoin laufen. So verwischen sie Spuren.

Fake Mails als Köder

Ein weiterer Weg für Kriminelle, an persönliche Daten zu kommen: Sie verschicken Mails, in denen sie sich als real existierende Internet-Dienstleister ausgeben, zum Beispiel als Bank oder Internetshop, bei denen der Angesprochene Kunde ist. In der perfekt gefälschten Mail bitten sie darum, Daten zu aktualisieren, fragen, ob die Bankverbindung noch korrekt sei. Wer darauf antwortet und seine persönlichen Informationen preisgibt, muss damit rechnen, dass sie für kriminelle Zwecke eingesetzt werden.

Auch in den sozialen Medien sind die Betrüger aktiv. Bei kleinen Geschäften, dem Kauf von Veranstaltungskarten zum Beispiel, verlangen sie unter einem Vorwand eine Fotografie des Personalausweises. 

Strafanzeige bei der Polizei

Wer Opfer eines Betrugs durch Datenklau geworden ist, der sollte sich umgehend bei der Polizei melden. Wichtig ist es dabei zu klären, dass man tatsächlich der Geschädigte ist nicht selbst als Täter geführt wird. In einem weiteren Schritt können sich Opfer auch bei der Schufa melden. So verringert sich das Risiko, erneut Opfer zu werden, denn Unternehmen, die die Kriminellen prellen wollen, und die nachfragen, ob man als Kunde kreditwürdig ist, erhalten so eine Warnung, dass Betrüger die Identität des Kunden bereits missbraucht haben.

So schützt man sich

Um zu verhindern, dass man Opfer von Datenklau wird, sollte man sehr sparsam mit der Weitergabe seiner persönlichen Daten im Internet sein. Die Polizei weist darauf hin, dass Unternehmen sensible Daten nie über E-Mail oder SMS abfragen. Und man sollte unbedingt auf sein Baugefühl hören, sagt Tanja. Sie habe an einem Punkt das Gefühl gehabt, es gehe nicht mit rechten Dingen zu. Dann sei aber eine weitere beschwichtigende Nachricht der Betrüger gekommen. Daraufhin habe sie ihre Zweifel beiseite geschoben. Wie hoch ihr Schaden ist, steht noch nicht genau fest, mindestens aber 10.000 Euro. Ob sie dafür aufkommen muss, ist noch nicht entschieden.

Der Verbrauchertipp: Immer mittwochs in der Sendung "Bunte Funkminuten" auf SR 3 Saarlandwelle.

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