Schlüssel mit Schloss auf einer Computertastatur (Foto: picture alliance / Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa)

Daten online sichern: Zwei Wege und ihre Vor- und Nachteile

Yvonne Schleinhege   24.04.2019 | 10:20 Uhr

Egal ob schönes Erinnerungsfoto oder wichtige Dokumente – immer mehr Dinge liegen nur noch digital vor. Umso wichtiger wird es auch, dass man leicht und im Idealfall auch immer auf sie zugreifen kann. Alle, die eigenen Daten stets griffbereit haben wollen, können das mit einem Cloud-Dienst oder einer privaten Cloud möglich machen. Die Vor- und Nachteile fasst der SR3-Verbrauchertipp zusammen.

Es sind typische Situationen: etwa wenn man die Oma besucht und Fotos zeigen will oder im Urlaub plötzlich ein wichtige Dokument braucht. Genau dann kommt die Cloud zum Einsatz, erklärt Henning Withöft von der Stiftung Warentest. Man hat damit immer über überall Zugriff auf Dokumente, Fotos und andere Daten und kann sie mit anderen teilen oder diese auch untereinander austauschen. Voraussetzung: es besteht eine Internetverbindung. Es geht darum auf die eigenen Daten mobil von den unterschiedlichen Gräten wie dem Smartphone, dem Tablet oder dem normalen PC zuzugreifen.

Cloud-Dienste: Die bequeme Variante

Dafür hat man zwei ganz unterschiedliche Wege: Zum einen bieten große Unternehmen wie Apple, google oder auch die Telekom Cloud-Dienste an oder man kein seine eigene Cloud (internetfähige Festplatte/Netzwerkfestplatte) im eigenen Zuhause einrichten. Beides hat Vor- und Nachteile, so der Experte von der Stiftung Warentest. Bequemer ist der Weg über Cloud-Dienstleister. Die Software beziehungsweise Apps lassen sich schnell einrichten, sind oft gratis nutzbar und um die Sicherheit kümmern sich grundsätzlich die Firmen, fasst Hennig Withöft zusammen. Zudem legen sie Kopien an für den Fall, dass die Daten mal verloren gehen.

Vor- und Nachteile von Cloud-Diensten

Aber es gibt auch Nachteile: die privaten Daten lagern in den Händen der Konzerne. Die Konzerne können sie zumindest einsehen. Auch deshalb schneiden im aktuellen Test der Stiftung Warentest die bekannten ausländischen Dienste wie Dropbox, Google oder pCloud etwas schwächer ab. Technisch sind sie den Testsiegern zwar überlegen, jedoch gibt es laut Stiftung Warentest Mängel beim Datenschutzerklärung, Nutzungs- oder Geschäftsbedingungen. Am überzeugendsten waren für die Tester die Cloud-Portale von Web.de und die Telekom-Magentacloud. Insgesamt wurden für das aktuelle Heft elf Angebote getestet, davon haben fünf mit "gut" abgeschnitten.

Gratisangebote und Kosten

Die meisten Cloud-Anbieter bieten Gratis-Pakete an. Diese umfassende eine Kapazität von 2 bis 15 Gigabyte je nach Anbieter. Wer länger größere Datenmengen speichern will, zahlt dafür monatlich bis zu 10 Euro. Auch wenn man den Sicherheitsaspekt (etwa den Schutz vor großen Hackerangriffen) ganz grundsätzlich in die Hand der Firmen gibt, kann man auch als Nutzer einiges zur Sicherheit beitragen. Dabei spielen die eigenen Passwörter natürlich eine wichtige Rolle, so der Experte Hennig Withöft. Hier gilt die Faustregel: lang und kompliziert, mit Sonderzeichen und für unterschiedliche Plattformen unterschiedliche Passwörter.

Zur Sicherheit beitragen

Einige Cloud-Anbieter kann man die Daten auch mit einer Zwei-Faktor-Authentifizierung schützen. Bei jeder Anmeldung muss man nicht nur ein Passwort angeben, sondern man bekommt auch noch einen Code per SMS (zweiter Faktor). Auch bei den Smartphone-Apps sollte man einen Extra-Schutz einrichten, indem beim Öffnen der App nach einem extra Sperrcode gefragt wird. Manche Cloud-Anbieter bieten dies auch an, alternativ ist das auch über die Handy-Einstellungen möglich. Optional kann man die Daten in der Cloud auch nochmal extra verschlüsseln. Das ist allerdings durchaus kompliziert. Ein Aspekt wird bei diesen Diensten allerdings häufig vergessen: der Umweltschutz. Die Stiftung Warentest weist darauf hin, dass die Anbieter riesige Rechenzentren betreiben, die auch gekühlt werden müssen. Das verschlinge viel Energie.

Unabhängig aber komplizierter: die eigene Cloud

Um sich eine private Datenwolke zu basteln, müssen die Nutzer einmalig eine Netzwerkfestplatte (NAS) kaufen und einrichten. Diese kosten zwischen 150 und 340 Euro, je nach technischer Ausführung. Der große Vorteil: Die Besitzer der Festplatte hat die Hoheit über die eigenen Daten, kann aber genauso von unterwegs auf die eigenen Daten zugreifen. Dafür werden die Netzwerkfestplatten an den heimischen Router angeschlossen. Über das Smartphone oder Tablet kann dann ein Fernzugriff eingerichtet werden. Dies sei allerdings durchaus kompliziert, so der Experte von der Stiftung Warentest. Und der Nutzer ist selbst zum Beispiel selbst für das regelmäßige aufspielen von Sicherheitsupdates verantwortlich. Sie sind damit deutlich aufwendiger im Umgang. Auch diese Angebote wurden aktuell von der Stiftung Warentest getestet. Fazit der Experten: hier konnten die Netzwerkspeicher der Firma Synologie die Tester unter anderem mit guter Handhabung und hoher Datensicherheit überzeugen.

Wichtig: Cloud-Lösungen ersetzen kein Sicherheits-Backup

Noch ein wichtiger Hinweis vom Experten: Egal ob Cloud-Dienst oder Netzwerkfestplatte, beide sind nicht wirklich als Sicherheits-Backup der kompletten eigenen Dateien geeignet. Die Sicherheitskopien von allen wichtigen Daten gehören auf eine externe und unvernetzte Festplatte, die man an einem sicheren Ort aufbewahren sollte. Im Idealfall an einem anderen Ort als die Originaldateien.

Der Verbrauchertipp: Immer mittwochs in der Sendung "Bunte Funkminuten" auf SR 3 Saarlandwelle.

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