Homeoffice im Wohnzimmer (Foto: picture alliance / dpa / Daniel Naupold)

Datenschutz: Cookie ist nicht gleich Cookie

Karin Mayer    16.10.2019 | 10:05 Uhr

Wer im Internet surft, kommt an ihnen nicht vorbei: Cookies, kleine Textdateien, die beim Besuch von Webseiten auf dem Rechner gespeichert werden. Darüber informieren die Seitenanbieter in der Regel. Wenn ihre Cookies Daten für Werbezwecke sammeln, geht das nicht ohne Einverständnis.

Cookies dienen verschiedenen Zwecken.
Audio [SR 3, Karin Mayer, 16.10.2019, Länge: 06:03 Min.]
Cookies dienen verschiedenen Zwecken.

Ein Cookie allein ist nicht per se schlecht, sagt Marius Steffens vom Helmholtz-Zentrum für Informationssicherheit kurz CISPA. Internetseiten speichern Logins, sie können die Sprachwahl speichern oder einfach nur die Besucher einer Seite zählen. Die Betreiber können so ihre Angebote optimieren. Für den Nutzer wird das Surfen im Internet dadurch bequemer, so Marius Steffens. Anders sieht es bei sogenannten Tracking-Cookies aus. Sie sammeln Daten und verfolgen die Spur eines Internetnutzers, um ein persönliches Profil zu Werbezwecken anzulegen.

Werbecookies nur mit Einverständnis

Cookies der Werbeindustrie dürfen nur mit aktivem Einverständnis des Internetnutzers auf den Rechner gespeichert werden. Das hat der Europäische Gerichtshof entschieden. Der Verbraucherzentrale Bundesverband hatte gegen ein Gewinnspiel des Werbedienstleisters Planet49 geklagt, bei dem die Zustimmung schon voreinstellt war. Die Richter waren der Auffassung, dass nur ein aktives Setzen des Häkchens einer echten Auswahl entspricht.

Mehr Transparenz nötig

Das ist nicht leicht. Webseiten, die über die Nutzung von Cookies informieren, bieten häufig nur die Möglichkeit, ein Ja anzuklicken. Wer eine Cookie-Anfrage ignoriert und weiter auf der Seite surft, der bekommt das Mini-Programm häufig doch auf den Rechner gespeichert. Zudem ist die Information über die Nutzung von Cookies für die Verbraucher intransparent, kritisiert Marius Steffens vom CISPA. Er fordert deshalb genauere Angaben darüber, welche Cookies im Einsatz sind. Das Urteil des EUGH ist aus seiner Sicht nur ein erster Schritt, um klarere Richtlinien für den Umgang mit Cookies zu erhalten.

Wie schützt man die Privatsphäre?

Erster Schritt für Marius Steffens: einen sicheren Browser wählen. Firefox und Safari beispielsweise blocken schon den Grundeinstellungen Tracking-Cookies. Wer auf Nummer sicher gehen will, kann unter Einstellungen nachschauen und Sicherheitsvorkehrungen festlegen. Eine Möglichkeit ist auch, Cookies regelmäßig zu löschen. Auch das kann man in den Browser-Einstellungen vorwählen. Wem das nicht reicht, der kann ein Zusatzprogramm zum Browser auf den Rechner laden. Solche Extensions sind zum Beispiel Ghostery oder uBlock Origin. Das sind Programme, die den Nutzer auf versteckte Dienste hinweisen und sie auf Wunsch blockieren, erklärt Marius Steffens vom CISPA.

Weitere Informationen:

Verbraucherzentrale zum EuGH-Urteil
Mozilla zum Löschen von Cookies
Teltarif zur Frage: Welche Cookies löschen?
Ionos zum Löschen von Tracking-Daten

Der Verbrauchertipp: Immer mittwochs in der Sendung "Bunte Funkminuten" auf SR 3 Saarlandwelle.

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