Brille vor einem Computerbildschirm (Foto: Julian Stratenschulte/dpa/lni)

Hilfsmittel Bildschirmbrille

Verbrauchertipp: Durchblick am Arbeitsplatz

Sarah Sassou   15.07.2020 | 11:00 Uhr

Wer viel vor dem Bildschirm arbeitet, der merkt irgendwann: Es wird mühsam, Texte zu lesen oder Bilder zu erkennen. Das kann mit der Ermüdung der Augen zusammenhängen oder aber grundsätzlich mit der Sehfähigkeit. Nach Schätzungen der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin haben etwa 30 bis 40 Prozent der Beschäftigten Probleme mit dem Sehvermögen. Deshalb denken viele auch über eine sogenannte Bildschirmbrille nach, eine Brille, die man ausschließlich für Computerarbeit trägt.

Jeder Angestellte hat das Recht auf eine regelmäßige Untersuchung beim Arbeitsmediziner und ab 40 Jahren auf eine Nachuntersuchung alle drei Jahre. Dabei werden auch die Augen untersucht. Gibt es Probleme, bekommt man eine Überweisung zum Augenarzt.

Vorher alle Möglichkeiten ausschöpfen

Verbrauchertipp: Durchblick am Arbeitsplatz
Audio [SR 3, Sarah Sassou, 15.07.2020, Länge: 06:06 Min.]
Verbrauchertipp: Durchblick am Arbeitsplatz

Bevor man aber mit dem Augenarzt die richtige Bildschirmbrille bespricht, sollte man sich an seinem Arbeitsplatz vergewissern, dass dort auch alles ergonomisch optimal für die Bildschirmarbeit eingestellt ist. Dazu rät Jörg Feldmann von der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin. „Der Abstand zum Bildschirm sollte mindestens 50 Zentimeter und maximal ein Meter betragen, er sollte so aufgestellt sein, dass man nicht geblendet wird und man leicht über den Rand des Monitors schauen kann.“ Wenn man das alles beachtet und es trotzdem zu Beschwerden wie geröteten Augen oder gar Kopfschmerzen kommt, könnte eine Bildschirmbrille tatsächlich hilfreich sein, so Feldmann.

Schlechtere Augen im Alter

Hinzukommt: Im Alter verändert sich das Sehvermögen, bei der sogenannten Alterssichtigkeit kann man Dinge direkt vor den Augen schlechter erkennen. „Der Sehnerv ist dann nicht mehr so elastisch“, erklärt Jörg Feldmann. Auch in diesem Fall mache dann eine Bildschirmbrille Sinn.

Chef muss zahlen

Die Kosten für eine solche Brille übernimmt der Arbeitgeber, dazu ist er sogar gesetzlich verpflichtet. Aber er muss nur eine Einstärkenbrille mit einer einfachen Fassung und einfach entspiegelten Silikatgläsern zahlen. Außerdem bleibt die Brille Eigentum des Arbeitgebers.

Wer bereits Brillenträger ist, aber eine andere Stärke bei einer Bildschirmbrille bräuchte, denkt möglichweise über eine Gleitsichtbrille nach. Jörg Feldmann warnt vor Alleingängen ohne den Chef: „Man muss in so einem Fall mit dem Arbeitgeber sprechen, ob er einen Zuschuss gewährt. Möglicherweise gibt es dazu auch eine Regelung in der Betriebsvereinbarung. Denn wer einfach die Rechnung für eine Gleitsichtbrille vorlegt, bleibt wohl auf den Kosten sitzen.“

Bildschirmbrille auf eigene Kosten für Nicht-Berufstätige

Wer nicht mehr berufstätig ist und zuhause viel am Bildschirm sitzt, kann sich bei Beschwerden natürlich auch über eine Bildschirmbrille informieren. Jörg Feldmann rät, sich direkt an den Augenarzt zu wenden, um untersuchen zu lassen, ob eine Bildschirmbrille notwendig ist – für die man dann natürlich selbst aufkommen muss. Und auch hier gilt: „Erst sollte man die Rahmenbedingungen am Arbeitsplatz optimal einstellen, dann die passende Brille für die individuelle Tätigkeit auswählen und im dritten Schritt den Monitor im richtigen Neigungswinkel und Abstand passend zur Brille positionieren“, sagt Jörg Feldmann.

Linktipp

Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin

"Gut zu wissen" - immer mittwochs in der Sendung "Bunte Funkminuten" auf SR 3 Saarlandwelle.

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