Taschenrechner (Foto: pixabay/edar)

Berufsunfähigkeitsschutz für junge Leute

Yvonne Schleinhege  

Die Sommerferien sind vorbei und für viele junge Erwachsene beginnt jetzt ein neuer Lebensabschnitt: Die Ausbildung hat begonnen, das erste Semester steht an oder vielleicht auch der erste richtige Job. Zeit um sich um eine wichtige Sache zu kümmern: einen Berufsunfähigkeitsschutz. Worauf man achten sollte, klärt der SR3-Verbrauchertipp.

Der Schutz gegen Berufsunfähigkeit zählt zu den wichtigsten Absicherungen im Leben. Die Stiftung Warentest empfiehlt, sich so früh wie möglich abzusichern, etwa zum Ausbildungs- oder Studienbeginn. Die Berufsunfähigkeitsversicherung schützt vor den finanziellen Folgen des Einkommensverlustes, wenn ich in meiner Ausbildungszeit oder im Laufe meines Arbeitslebens wegen einer schweren Erkrankung oder eines Unfalls nicht mehr arbeiten kann.

Jung und gesund = günstiger

Der Vorteil bereits als junge Mensch eine entsprechende Versicherung abzuschließen liegt auf der Hand. Denn ein Auszubildender oder Student ist jung und hoffentlich auch noch gesund: Das macht den Schutz relativ günstig. Denn das Lebensalter und Gesundheitszustand wirken sich besonders stark auf den Preis der Police aus. Sehr gute und günstige reguläre Policen für junge Erwachsene gibt es nach einem neuen Test der Zeitschrift Finanztest schon ab etwa 30 Euro. 12 Policen wurden von den Testern mit sehr gut bewertet.

Spezielle Starterpolicen

Diese Tarife sichern dann meist eine Berufsunfähigkeitsrente von rund 1000 Euro im Monat ab. Das ist für den Anfang durchaus ein sinnvoller Einstieg, so der Rat der Verbraucherschützer. Manche Versicherer bieten auch spezielle Starter-Tarife mit Preisnachlässen an. Die Versicherungsbedingungen sind meist dieselben wie in den Normaltarifen, nur die Beiträge sind anfangs niedriger und später höher. Hier muss man im Einzelfall entscheiden, was sinnvoll ist.

Vorteilhaft: Zielberuf als Maßstab

Die Zeitschrift Finanztest hat in der aktuellen Ausgabe geprüft, was gilt, wenn Auszubildende oder Studierende berufsunfähig werden, noch bevor sie einen Beruf im klassischen Sinne ausüben. Nach Auffassung der Tester ist es vorteilhaft, wenn der Versicherer bei Prüfung einer Berufsunfähigkeit den angestrebten Zielberuf berücksichtigt. Das ist bei Ausbildungsberufen in der Regel unproblematisch. In manchen Studiengängen gibt es jedoch eine Vielzahl von Jobmöglichkeiten. Deshalb rät Finanztest Studierenden, darauf zu achten, dass sie die Möglichkeit haben, den Zielberuf im Vertrag anzugeben. Dann gibt es darüber keinen Streit, falls jemand während des Studiums berufsunfähig wird.

Wichtig: Die Gesundheitsprüfung

Der Gesundheitszustand des potentiellen Versicherten spielt für die Versicherer im Antragsformular eine ganz besondere Rolle. Es wird in der Regel gefragt nach Vorerkrankungen, Krankenhausaufenthalten oder nach chronischen Erkrankungen in den vergangen 5 bis 10 Jahren. Auch riskante Hobbys können zu einem höheren Versicherungsschutz führen. Auch den Body-Mass-Index überprüfen die Versicherungsunternehmen. Entscheidend ist, diese Formulare wahrheitsgmäß auszufüllen, so der Rat der Experten der Finanztest. Im Zweifel sollte man auch beim Arzt oder der Krankenversicherung nachfragen. Hat man die Gesundheitsfragen falsch beantwortet, kann man den kompletten Versicherungsschutz verlieren. Bei Vorerkrankungen kann es sinnvoll sein, einen unabhängigen Versicherungsberater zur Hilfe zu nehmen, da dieser sogenannte anonyme Risikoanfragen stellen kann.

Die Nachversicherungsgarantie

Wer nach einer Versicherung sucht, sollte unbedingt den Punkt Nachversicherungsgarantie im Blick haben. Der Versicherer sollte anbieten, ohne erneute Gesund­heits­prüfung die Rente auf 2 000 Euro oder mehr erhöhen zu können, zum Beispiel bei Eintritt in das Berufs­leben, Heirat oder Hauskauf, so der Rat der Finanztest. Als Faustregel gilt: etwa 70 oder 80 Prozent des Nettoeinkommens abzusichern.

Einen guten Vertrag finden

Wollen sich die Eltern oder die Jugendlichen selbst eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen, sollten sie sich mehrere Angebote zukommen lassen und genau vergleichen. Die Formulare sollten wahrheitsgemäß ausgefüllt werden, erst dann bekommt man ein konkretes Angebot. Hat man sich für einen Vertrag entschieden, muss man die anderen Angebote wiederrufen. Dafür hat man 30 Tage Zeit.


Der Verbrauchertipp: Immer mittwochs in der Sendung "Bunte Funkminuten" auf SR 3 Saarlandwelle.

Artikel mit anderen teilen