Banking auf dem Smartphone (Foto: SR)

Banking Apps

Peter Sauer   13.03.2019 | 10:20 Uhr

Bankgeschäfte von zu Hause erledigen – das geht dank Online-Banking schon lange. Mittlerweile kann man das aber auch von überall mit dem Smartphone erledigen – mit Banking Apps. Was können die Apps? Wie sicher sind sie und was sollte man bei der Nutzung beachten? Der SR 3-Verbrauchertipp

Banking Apps und mobiles Bezahlen
Video [SR.de, (c) SR, 12.03.2019, Länge: 18:43 Min.]
Banking Apps und mobiles Bezahlen
Die Bankgeschäfte mit dem Handy erledigen, ist praktisch, aber auch sicher? Und wie funktioniert die Sache mit dem mobilen Bezahlen eigentlich? Thomas Beutler von der Verbraucherzentrale hat Antworten auf diese und viele weitere Fragen.

Bei allem, was mit Bezahlen zu tun hat, ist das Thema Sicherheit immer ganz entscheidend. Fast alle Apps der Banken setzen auf die sogenannte 2-Faktor-Authentisierung. Das heißt, man weist seine Identität mittels der Kombination zweier unterschiedlicher und voneinander unabhängiger Faktoren nach. Also neben der Bankkarte, die man besitzt, kann der Faktor Wissen – also zum Beispiel die PIN – hinzugezogen werden. Dazu kommt, dass alle Daten auf dem Smartphone verschlüsselt werden. Zudem sollte man bei der Nutzung folgende Punkte beachten: Das Passwort sollte aus einer Kombination von Buchstaben, Zahlen und Sonderzeichen bestehen. Zudem sollte man die App nicht in öffentlichen WLANs nutzen.

Banking-Apps - nützlicher Helfer für unterwegs

Im Prinzip kann man mit den Banking-Apps alles erledigen, was man auch in seiner Bank machen kann – außer Bargeld abheben, also Kontostände abfragen oder Geld überweisen - zum Beispiel auch, indem man den Überweisungsschein abfotografiert. Die App überträgt die benötigten Daten dann automatisch ins System.

Die kleinen Programme auf dem Smartphone seien kein Muss – sie erleichterten aber die Finanzverwaltung und machten sie transparenter, sagt Thomas Beutler von der Verbraucherzentrale des Saarlandes: „Ich finde zum Beispiel die Funktion, dass ich eine Mitteilung auf das Handy bekomme, sobald auf meinem Konto eine Transaktion gemacht worden ist, sehr nützlich. So kann ich mir beispielsweise jede Gutschrift anzeigen lassen. Ich kann mir auch jede Belastung anzeigen lassen. Das hat den Vorteil: Ich kann – wenn zum Beispiel eine Fehlbuchung auf meinem Konto ist –relativ schnell reagieren.“

Ebenfalls sehr praktisch: Mit der Geldautomaten-Suchfunktion zeigt die App der Bankanbieter den nächstgelegen Geldautomaten auf Knopfdruck an.

Klassische Banken erhalten durch neue Anbieter Konkurrenz

Neben den klassischen Banken drängen auch neue Bankdienstleister auf den Finanzmarkt. Apps wie N26 oder Tomorrow sprechen vor allem junge Kunden an. Die Kontoeinrichtung läuft komplett über das Smartphone – per Videochat.

Um die Identität der Nutzer zu prüfen, wenden diese Unternehmen das sogenannte Video-Ident-Verfahren an. Das sei allerdings etwas gewöhnungsbedürftig, sagt Thomas Beutler. „Also ich glaube, für viele ist es unangenehm, mit jemand Fremden über das Handy Kontakt aufzunehmen. Es ist auch irgendwo ein bisschen das Gefühl von Kontrollverlust, weil der Gesprächspartner kann ja praktisch Funktionen von dem Handy übernehmen – zum Beispiel die Kamera einschalten. Ich glaube nicht, dass das ein Verfahren ist, das sich dauerhaft durchsetzt. Ich gehe davon aus, es wird in Zukunft bessere, bequemere Verfahren geben.“

Kontaktaufnahme oft problematisch

Der Hauptunterschied zwischen den klassischen Banken und den neuen Anbieter: N26 oder Tomorrow haben keine Filialen und auch keine fachkundigen Mitarbeiter: Das senkt die Kosten für diese Anbieter im Vergleich zu den klassischen Banken erheblich – darunter leidet aber auch der Komfort der Kunden. Es sei mitunter unmöglich, jemanden ans Telefon zu bekommen", so Beutler. Oftmals werde nur mit einem Chat Kundenunterstützung angeboten und das könne sehr langwierig und schwierig sein. "Jemand Kompetentes anzutreffen ist fast schon Glückssache“, sagt Beutler.

Wer durchaus mal fachkundige Hilfe bei seiner Banking-App und seinen Bankgeschäften braucht, sollte lieber bei den klassischen Banken bleiben. Denn hier besteht bei dringenden Fragen die Möglichkeit, die nächste Filiale aufzusuchen.

Der Verbrauchertipp: Immer mittwochs in der Sendung "Bunte Funkminuten" auf SR 3 Saarlandwelle.

Artikel mit anderen teilen


Push-Nachrichten von SR.de
Benachrichtungen können jederzeit in den Browser Einstellungen deaktiviert werden.

Datenschutz Nein Ja