Kontoauszug (Foto: dpa)

Was kostet ein Konto? Bankgebühren werden übersichtlicher

Der SR 3-Verbrauchertipp

Karin Mayer   07.11.2018 | 10:20 Uhr

Klar, es sind nur Cent-Beträge: eine Überweisung kostet 49 Cent, ein Dauerauftrag 1,50 Euro, bei manchen Kontomodellen muss der Kunde sogar für eine Gutschrift zahlen. Weil es immer schwieriger wird, den Überblick über die Kosten zu haben, sind die Banken nun verpflichtet, einheitlich zu informieren.

Entgeltinformation

Seit 31. Oktober 2018 sind die Banken in Deutschland verpflichtet, über Bankgebühren zu informieren. Die Gebühren wurden dafür einheitlich bezeichnet, so dass sie für die Kunden einfacher zu vergleichen sind. Eine Erleichterung für die Verbraucher, sagt Thomas Beutler von der Verbraucherzentrale des Saarlandes. Wirklich zufrieden ist der Verbraucherschützer aber noch nicht: die Entgeltinformationen der Banken sind teilweise 7-8 Seiten lang. Weil jeder sein Konto unterschiedlich nutzt, erfährt man so nichts über seine persönlichen Kosten.

Entgeltaufstellung

Anders bei der Entgeltaufstellung. Sie verschafft genauen Überblick über die gezahlten Gebühren, Zinsen und mögliche Vertragsstrafen. Seit November ist die Bank verpflichtet, den Kunden eine Aufstellung über die gezahlten persönlichen Kosten Gebühren innerhalb von 13 Monaten zu vermitteln. Wer diese Entgeltaufstellung haben möchte, muss sich an seine Bank wenden. Viele Banken interpretieren das Gesetz derzeit so, dass der Rechtsanspruch aufdie Entgeltaufstellung erst Ende 2019 inkraft tritt. Ob das zutrifft, muss nun die Bankenaufsicht Bafin klären. Tipp: Sollten Sie Interesse an einer Entgeltaufstellung haben, fragen Sie direkt bei ihrer Bank nach.

Kontowechsel wird leichter

Wer diese Informationen hat, kann sich leichter einen Überblick verschaffen und ein günstigeres Kontomodell auswählen. Dabei sollte man nicht nur auf die monatlichen Kosten achten, betont Thomas Beutler von der Verbraucherzentrale. Je nach persönlicher Nutzung,  können Kreditkartenkosten, Überweisungsgebühren oder fremde Bankautomaten die Kosten verursachen. Nur wer weiß, wo seine Kosten entstehen, kann das passende Kontomodell wählen.

Wenige Kontowechsel bisher

Bisher nutzen wenige Bankkunden den Kontowechsel-Service. Seit September 2016 müssen die Banken den Kontowechsel unterstützen und Informationen über Lastschriften und Daueraufträge austauschen. Verbraucherschützer erwarten, dass die Zahl der Kontowechsler durch die neue Transparenz steigen wird.

Vergleichsportale

Eine neue Bank kann man auch über ein Vergleichsportal finden. Das Problem: die Portale finanzieren sich über Provisionen. Bisher führt das auch dazu, dass die Kunden nicht zwingend objektiv informiert werden, sagt Thomas Beutler von der Verbraucherzentrale des Saarlandes. Kunden, die hohe Provisionen bezahlen, werden dann besser gelistet. Laut Gesetz soll deshalb ein zertifiziertes Vergleichsportal für Bankkonten geschaffen werden. Dieses Vergleichsportal gibt es bisher allerdings nicht, das kritisieren die Verbraucherschützer.

EU-Richtlinie umgesetzt

Mehr Transparenz für Bankkunden – das wollte die EU. Bereits im Jahr 2014 hat sie versteckte Gebühren für Konten untersagt. Gebühren, Kosten und Provisionen müssen seither offengelegt werden. Die Bundesregierung hat diese Richtlinie nun in nationales Recht umgesetzt.

Der Verbrauchertipp: Immer mittwochs in der Sendung "Bunte Funkminuten" auf SR 3 Saarlandwelle.

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