KfZ-Versicherung (Foto: dpa)

Wechselmuffel?! Warum sich der Wechsel der Autoversicherung lohnen kann?

Der SR 3-Verbrauchertipp

Yvonne Schleinhege   24.10.2018 | 10:20 Uhr

Alle Jahre wieder schlägt dieses Thema auf: der Wechsel der Autoversicherung. Noch bis Ende November haben Versicherte in der Regel die Möglichkeit das zu tun. Doch nicht jeder nimmt das in Anspruch, obwohl man durchaus richtig Geld sparen kann. Worauf man dabei achten sollte, erklärt der SR 3-Verbrauchertipp.

Etwas mehr als 45 Millionen Autos in Deutschland sind aktuell haftpflichtversichert. Im Schnitt zahlen die Deutschen dafür im Jahr rund 430 Euro. Das Online-Verbraucherportal Finanztip hat in einer repräsentativen Befragung das Wechselverhalten der Autofahrer beim Versicherungsschutz angeschaut und rausgefunden, dass jeder fünfte Autobesitzer noch nie seine Versicherung gewechselt hat. Grund genug um sich dem Thema nochmal anzunehmen.

Bis Ende November ist Zeit
Jedes Jahr im Herbst bringen die Versicherungen neue Tarife auf den Markt und werben um neue Kunden. Wer sich jetzt also umschaut, kann durchaus eine Menge Geld sparen. Noch bis zum 30. November kann man seine alte Versicherung kündigen. Allerdings sollte man das erst tun, wenn der Versicherungsschein der neuen Versicherung vorliegt, so der Rat von Herrmann-Josef Tenhagen vom Verbraucherportal Finanztip. Eine Kündigung erfolgt entweder per Mail oder schriftlich per Post. Dafür sollte man in die Vertragsunterlagen schauen.

Welche Police nötig ist?
Gesetzlich vorgeschrieben ist für jeden die KFZ-Haftpflichtversicherung. Sie deckt Sach- und Personenschäden ab, die der Autofahrer anderen Menschen zufügt. Laut Finanztip sollte die Deckungssumme bei der Haftpflichtpolice bei 100 Millionen Euro liegen. Außerdem sollte die sogenannte Mallorca-Police dabei sein, die einem auch im Ausland (mit dem Mietwagen) einen guten Versicherungsschutz bietet. Freiwillig in Deutschland ist der sogenannte Kaskoschutz. Die Teilkaskoversicherung springt bei Autoschäden ein, die durch äußere Einflüsse verursacht werden. Dazu zählen Diebstahl, Sturmschäden, Wildunfälle oder auch Marderbisse. Beim Vollkaskoschutz übernehmen die Versicherungen zumeist auch Schäden am Fahrzeug, die der Halter selbst verursacht hat zum Beispiel beim Einparken.

Augenmerk: Fahrlässigkeit, Marderschäden und Wildunfälle
Noch auf ein paar weitere Details lohnt es sich ein Augenmerk zu legen. So sollte die Versicherung auf die sogenannte Einrede der groben Fahrlässigkeit verzichten. So zahlt sie auch wenn man (grob fahrlässig) über eine rote Ampel fährt und daraufhin einen Unfall baut. Übernehmen sollte die Versicherung auch Folgeschäden durch einen Marderbiss, also nicht nur der angebissene Schlauch sollte ersetzt werden, sondern auch mögliche Schäden am Motor. Wer auf dem Land wohnt für den kann die Option der „erweiterten Wildschäden“ oder „Tiere aller Art“ sinnvoll sein, so Tenhagen. Dort sind auch Zusammenstöße mit den Kühnen vom Nachbarn abgedeckt.

Wie kann man bei der Autoversicherung sparen?
Der Preis der Autoversicherung richtet sich nach vielen individuellen Einstellungen. So gibt es paar Punkte, die ich mir dringend anschauen sollte, um Geld zu sparen. Sinnvoll ist durchaus eine Selbstbeteiligung: bei Teilkasko sind 150 Euro ok und bei Vollkasko 300 Euro. Zudem sollte man den Fahrerkreis so klein wie möglich halten. Sind Kinder sind älter geworden oder fahren gar nicht mehr mit dem Auto sollte man das auch angeben. Auch die jährliche Fahrleistung solle man genau überprüfen. Fällt etwa die Pendelei zu Arbeit weg, kann die Kilometerleistung im Jahr deutlich zurückgehen. Das wirkt sich auch auf die Versicherung aus. Wichtig ist allerdings, keine falschen Angaben zu machen. Sparpotential gibt es auch bei der Zahlungsart. Wer die Jahresprämie auf einen Schlag bezahlt, spart gegenüber der monatlichen Zahlung bis zu 9 Prozent, so die Finanztip.

Sonderthema Werkstattbindung
Eine Werkstattbindung bringt bei einer Kaskoversicherung im Durchschnitt fast zehn Prozent Rabatt auf den Beitrag. Laut Finanztip sind bei einzelnen Tarifen sogar bis zu 20 Prozent Nachlass möglich. Im Gegenzug verpflichtet man sich als Versicherungskunde, das Fahrzeug nach einem Kaskoschaden in einer vom Versicherer vorgeschriebenen Werkstatt reparieren zu lassen. Vor Abschluss der Werkstattbindung sollte man allerdings prüfen wo die nächste Partnerwerkstatt der Versicherung ist. Vorsicht bei Neufahrzeugen: Verwendet die Werkstatt bei der Reparatur keine Original-Ersatzteile, kann die Herstellergarantie verloren gehen. Daher sollten Sie bei Neuwagen gegebenenfalls auf die Werkstattbindung verzichten. Falls das Fahrzeug geleast oder fremdfinanziert ist, zum Beispiel durch eine Autobank, scheidet eine Werkstattbindung meist aus.

Schritt für Schritt zur günstigen Versicherung
Wer nach einer günstigen Versicherung sucht, kann das recht einfach im Internet erledigen. Die Finanztipp empfiehlt dazu für den ersten Überblick die Vergleichsportale wie Check24 oder Verivox. In den Einstellungen sollte man seine individuellen Angaben machen und die oben genannten Mindestkriterien für eine Police entsprechend anpassen. Aber Achtung: die Portale locken auch mit Werbung und nicht alle Versicherer sind hier vertreten. Wer nicht online ist und keine Online-Portale nutzen will, kann auch selber vergleichen. Hier kann es Sinn machen, mal bei der eigenen Versicherung nach einem günstigeren Tarif zu fragen, etwa weil sich der Personenkreis geändert hat.

Der Verbrauchertipp: Immer mittwochs in der Sendung "Bunte Funkminuten" auf SR 3 Saarlandwelle.

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