Rentner auf einer Bank (Foto: dpa/picture alliance/Stephan Scheuer)

Private Altersvorsorge – was tun?

Karin Mayer   13.02.2019 | 10:20 Uhr

Die gesetzliche Rente allein? Die reicht im Alter häufig nicht mehr aus. Also wird private Altersvorsorge wichtiger. Nur was tun, in Zeiten niedriger Zinsen?

Nicht auf eine Vorsorgeform verlassen, das rät Verbraucherschützer Thomas Beutler. Privat kann man beispielsweise auf einen Fondsparplan setzen, um Kapital anzusparen. Thomas Beutler empfiehlt Indexfondssparpläne wegen der niedrigeren Kosten. Es ist aber auch sinnvoll eine lebenslange Rente anzusparen, über eine Versicherung oder einen Riester-Vertrag. Der Grund: Die private Rentenversicherung wird lebenslang bezahlt. Wer ein sehr hohes Alter erreicht, ist damit dauerhaft abgesichert. Nur die gesetzliche Rente und ein privater Versicherungsvertrag seien dazu geeignet, das Langlebigkeits-Risiko abzusichern, so Thomas Beutler.

Riester-Verträge in der Kritik

Der Bund der Versicherten hat Riester-Versicherungen mit Garantiezins unter die Lupe genommen. Das Ergebnis: Die Verbraucher machen zwischen 2,9 und 0,3 Prozent Verlust. Die Kosten der Verträge sind zu hoch. Wenn die Verbraucher ihr Geld einfach unters Kopfkissen legen würden, hätten sie mehr davon.

Verbraucherzentrale rät trotzdem zum Riester-Sparen

In der Ansparphase seien Riester-Modelle trotzdem attraktiv, sagt Thomas Beutler von der Verbraucherzentrale des Saarlandes. Die staatlichen Zuschüsse sind vor allem für Geringverdiener mit Kindern interessant. Beiträge zur Riester-Rente sind zudem von der Steuer absetzbar. Allerdings ist es wichtig, einen Vertrag mit niedrigen Kosten zu wählen. Alternative zur Versicherung könnten Riester-Fondsparpläne sein, so Thomas Beutler. Tipp: In der jährlichen Standmitteilung auf die Kosten und den Effektivzins achten. Im Zweifelsfall bei der Verbraucherzentrale beraten lassen und den Anbieter wechseln.

Betriebliche Altersvorsorge

Auch eine betriebliche Altersvorsorge kann Teil der privaten Vorsorge sein. Besonders interessant sind Modelle, bei denen der Arbeitgeber mitfinanziert. Das machen aber nicht alle Unternehmen. Einen Anspruch hat man auf eine Entgeltumwandlung: Der Arbeitnehmer spart dann abgabenfrei einen Teil des Bruttolohns fürs Alter. Der Haken: Wer häufiger den Arbeitgeber wechselt, kann den Vertrag oft nicht mitnehmen. Die betriebliche Altersvorsorge wird im Alter versteuert und es müssen auch Krankenkassenbeiträge bezahlt werden.

Weitere Informationen: Finanztest 2/2019

www.bundderversicherten.de

Der Verbrauchertipp: Immer mittwochs in der Sendung "Bunte Funkminuten" auf SR 3 Saarlandwelle.

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