Kinder kosten Geld (Foto: Pixabay/geralt)

Mein Kind wird 25. Was sich ändert?

Yvonne Schleinhege mit Informationen von Stiftung Warentest   27.02.2019 | 10:20 Uhr

Für Jugendliche ist der 18. Geburtstag wahrscheinlich die entscheidendste Zäsur. Für Eltern allerdings ist es der 25. Geburtstag. Dann fallen Kindergeld, einige Freibeträge und Zulagen weg. Allerdings können Familien unter bestimmten Voraussetzungen sogar steuerlich profitieren. Die wichtigsten Tipps fasst der SR3-Verbrauchertipp zusammen.

Der 25. Geburtstag eines Kindes ist für Eltern finanziell ein Einschnitt, erklärt Michael Beumer von der Zeitschrift Finanztest. Kindergeld, Kinderfreibetrag, Ausbildungsfreibetrag und Riester-Zulage fallen jetzt weg. Allein für das Kindergeld sind das rund 2388 Euro im Jahr. Auf diese Leistungen haben Eltern von volljährigen Kindern Anspruch, solange der Nachwuchs unter 25 Jahre und noch in der Ausbildung ist. Auch in der Familienversicherung der gesetzlichen Krankenkassen kann das Kind nicht mehr versichert sein.

Steuerlich Gegensteuern

Allerdings können Eltern gegensteuern und sogar steuerlich profitieren. Das Minus kann unter bestimmten Umständen sogar ausgeglichen werden, wenn man es richtig angeht. Familien mit höheren Einkommen, die hohe Ausgaben für die Ausbildung ihrer Kinder haben, können steuerlich sogar profitieren, so Michale Beumer. Familien mit einem niedrigeren Einkommen müssen sich dagegen auf Einbußen einstellen. Das Grundproblem dahinter:

Unterhalt: Eltern können Unterstützung absetzen

Wer finanziell für hilfsbedürftige erwachsene Angehörige einsteht, zahlt weniger Steuern. Das gilt für Eltern, die ihre älteren Kinder absichern, bis sie finanziell auf eigenen Füßen stehen, genauso wie für den Sohn, der die Pflegeheimkosten für den Vater übernimmt. Sie alle können ihre Aufwendungen als "außergewöhnliche Belastungen" absetzen. Die Grenze, bis zu der das Finanzamt den Unterhalt als außergewöhnliche Belastung anerkennt, liegt im Jahr 2019 bei 9168 Euro. Über diesen Höchstbetrag hinaus können Eltern noch Ausgaben für Kranken- und Pflegeversicherung für ihr Kind steuerlich geltend machen. Insgesamt sind es so mehr als 10.000 Euro, die sich jährlich steuersparend auswirken können, rechnet der Experte der Finanztest vor. Voraussetzung, dass das Finanzamt den Unterhalt als außergewöhnliche finanzielle Belastung anerkennt, dass sas Kind selbst nicht zu viel eigenes Geld verdient.

Was lässt sich steuerlich absetzen?

Neben Geld für Lebenshaltung und Miete erkennt das Finanzamt andere Ausgaben als Unterhalt an, etwa für Strom, Krankenversicherung oder Fahrtkosten. Wichtig: Eltern müssen die Zahlungen belegen – anhand von Überweisungen an Kind, Stromversorger und Krankenkasse. Anderes gilt, wenn das Kind noch zu Hause lebt. Eltern sind dann – was die Steuer angeht – fein raus. Sie müssen ihre Aufwendungen für das Kind dem Finanzamt nicht einzeln nachweisen. Hier gilt immer der Höchstbetrag. Der Tipp des Experten: lassen sie sich frühzeitig vor dem 25. Geburtstag beraten, zum Beispiel von dem Steuerberater oder einem Lohnsteuerhilfeverein.

Krankenkasse: Von der Familien- zur Studentenversicherung

Spätestens mit 25 Jahren endet in der Regel auch die betragsfreie Familienversicherung. Studierende müssen dann in eine entsprechende Versicherung wechseln. Für einige Studierende ist aber auch schon vorher Schluss, wenn sie mehr als 450 Euro im Monat verdienen. Krankenkassen bieten extra Studentenversicherungen an. Sie kosten in der Regel um die 70 Euro. Dazu kommt noch der Anteil zur Pflegeversicherung von um die 21 Euro. Eltern, die die Beiträge für ihre Kinder übernehmen, können diese zusätzlich zum Unterhalt steuerlich geltend machen.

Riester-Zahlung erhöhen

Eltern, die in einen Riester-Vertrag einzahlen, müssen ab dem 25. Lebensjahr der Kinder auf die Kinderzulage verzichten. Bis dahin überweist die Riester-Zulagenstelle das Geld immer direkt auf den Riester-Vertrag. Eltern mit mittlerem und hohen Einkommen, können das durch Steuerersparnisse zumindest teilweise wettmachen. Daher der Rat von Michael Beumer: Man soll sich frühzeitig bei seinem Riester-Anbieter melden, wenn das Kind 25. wird. Im Folgejahr erhalten Eltern dann keine Kinderzulage mehr. Um weiterhin von der vollen staatlichen Förderung zu profitieren, müssen viele Eltern ihre Sparbeiträge erhöhen.

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