Nachhaltig Geld anlegen. (Foto: pixabay / nattanan23)

So funktioniert die nachhaltige Geldanlage

Karin Mayer   08.01.2020 | 10:09 Uhr

Die Klimabewegung Fridays for Future hat viele aufgerüttelt. Immer mehr Menschen wollen mehr tun fürs Klima. Nicht nur durch Energiesparen und Radfahren: Die Nachfrage nach nachhaltigen Geldanlagen steigt. Doch das ist gar nicht so einfach.

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Infos gibt im Dezember-Heft 2019 "Finanztest" von Stiftung Warentest.
Audio [SR 3, Karin Mayer, 08.01.2020, Länge: 05:33 Min.]
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Wo investiert die Bank?

Erster Schritt für Thomas Beutler von der Verbraucherzentrale des Saarlandes: auf die eigene Bank schauen. Wo legt die Bank das Geld an? Sind beispielsweise Anlagen in Atomkraft oder Rüstung ausgeschlossen? Viele Geldhäuser legen solche Informationen gar nicht offen. Die Verbraucherzentralen haben deshalb nachhaltige Banken und Konten getestet. Auf der Internetseite www.geld-bewegt.de sind 14 Banken und ihre Kontomodelle erklärt und aufgeführt. Wichtiges Kriterium für die Verbraucherzentralen: Legen die Banken ihre Anlagestrategie offen?

Teilweise teure Angebote

Auch beim nachhaltig investieren muss man kritisch bleiben. Auch Umweltbanken wollen Geld verdienen. Teilweise bieten die Umweltbanken teure Kontomodelle oder Anlagen mit hohen Kosten an. Verbraucherberater Thomas Beutler rät, sich umfassend zu informieren. Bei der Geldanlage seien eigene und bewusste Entscheidungen gefragt. Wer Zweifel hat, kann sich bei der Verbraucherzentrale beraten lassen.

Nachhaltig investieren

Der Begriff nachhaltig ist nicht genau definiert. Man kann ihn als sozial, fair oder ethisch auslegen. Auch Erneuerbare Energien wie Wind- und Sonnenenergie können damit gemeint sein.

  • Nachhaltige Indexfonds ETF: Man investiert in Unternehmen, die nachhaltig arbeiten, die den Erneuerbaren Energien oder ähnlichem unterwegs sind. Die Indexfonds suchen Unternehmen aus, die vorbildlich arbeiten. Allerdings hat man bei ETFs keine Gewissheit, dass Branchen ausgeschlossen werden, betont Thomas Beutler von der Verbraucherzentrale. Sein Tipp: das eigene Anlageziel definieren. Will man nur in nachhaltige oder ökologische Unternehmen investieren oder ist man bereit einen Mittelweg zu gehen. Konsequent wäre beispielsweise, wenn Unternehmen aus dem Bereich Atomkraft ausgeschlossen werden.
  • Nachhaltige Investmentfonds: Wenn man 100 Prozent konsequent in Nachhaltigkeit investieren will, muss man auf einen gemanagten Fonds setzen. Diese Investmentfonds veröffentlichen ihre Anlagekriterien. Es gibt Fonds, die klare Ausschlusskriterien festlegen und trotzdem eine gute Rendite bringen, erklärt Thomas Beutler von der Verbraucherzentrale des Saarlandes. Allerdings sind die Kosten bei gemanagten Fonds eben höher als bei den Indexfonds, wo einfach eine Branche abgebildet wird. Tipp: auf neutrale Tests etwa von der Stiftung Warentest achten.

Risiko leicht erhöht

Wer in nachhaltige Fonds investiert, geht ein etwas erhöhtes Risiko ein. Die Auswahl bedeutet eben weniger Streuung der Geldanlage und weniger Unternehmen. Allerdings seien nachhaltige Unternehmen zukunftsfähig aufgestellt, so Thomas Beutler.

Auch Altersvorsorge möglich

Trotz leicht erhöhtem Risiko ist es möglich, Altersvorsorge mit nachhaltigen Geldanlagen zu betreiben, so Verbraucherberater Thomas Beutler. In der Vergangenheit hätten die nachhaltigen Fonds teilweise eine höhere Rendite erwirtschaftet als breiter gestreute Fonds.

Aktien

Man kann auch in Einzelunternehmen investieren. Beispielsweise Aktien oder Anteile an Solar- oder Windfirmen kaufen. Damit geht der Verbraucher aber ein hohes Risiko ein, sagt Thomas Beutler. Wenn das Unternehmen scheitert, sei ein sehr hoher Verlust möglich.

Achtung: Grauer Kapitalmarkt

Wer nachhaltig investiert, will etwas Gutes tun. Für die Umwelt, für die Gesellschaft. Leider hat das in der Vergangenheit dazu geführt, dass Anleger Opfer des "Grauen Kapitalmarktes" wurden. Da bedeutet eine hochspekulative Anlageform. Der "Graue Kapitalmarkt" wird wenig kontrolliert, das bedeutet auch: Totalverlustrisiko. Das sollte keiner eingehen, sagt Thomas Beutler von der Verbraucherzentrale. Auf solche Geldanlagen kommt man schnell bei einer Internetrecherche mit dem Suchbegriff Nachhaltige Geldanlage.

Weitere Informationen: Verbraucherzentrale des Saarlandes, Finanztest 12/2019

"Gut zu wissen" - immer mittwochs in der Sendung "Bunte Funkminuten" auf SR 3 Saarlandwelle.

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