Kontoführungsgebühren (Foto: Arno Burgi/dpa-Zentralbild/dpa)

Bankgebühren im Blick haben

Karin Mayer   04.09.2019 | 11:13 Uhr

Die Zinsen sind niedrig wie nie. Davon profitieren viele Bankkunden. Im Gegenzug steigen die Gebühren. Die sollten die Verbraucher im Blick haben.

Im Urlaub war eine SR3 Hörerin in Norwegen unterwegs. Dort konnte sie häufig nur mit Karte bezahlen. Sie nutzte ihre Maestro- oder EC-Karte. Für jede Kartenzahlung berechnete die Bank 1 Euro Gebühr. Darüber hatte sie sich vor dem Urlaub nicht informiert. Tipp: Bei der Zahlung mit Kreditkarte wären vermutlich keine Kosten entstanden.

Gebühren sind zulässig

Verbrauchertipp: Kontoführungsgebühren
Audio [SR 3, Karin Mayer, 04.09.2019, Länge: 06:03 Min.]
Verbrauchertipp: Kontoführungsgebühren

Die Banken können für viele Dienstleistungen Gebühren erheben. Beispielsweise sind Gebühren für Barein- und -auszahlungen am Schalter erlaubt. Das hat der Bundesgerichtshof im Juni entschieden. „Das ist nur ein Beispiel für eine zulässige Bankgebühr“, sagt Thomas Beutler von der Verbraucherzentrale des Saarlandes. Wer umzieht und vergisst, der Bank die neue Adresse mitzuteilen, der muss für die Kosten aufkommen, die der Bank bei der Recherche der neuen Anschrift entstehen. Kann eine Bank eine Lastschrift nicht einlösen, fällt eine Gebühr an. Geht das Sparbuch verloren und der Kunde möchte einen Ersatz haben, so darf die Bank das ebenfalls mit einer Gebühr belegen. Wichtig für den Verbraucherschützer: Gebühren müssen transparent für die Bankkunden sein.

 Unzulässige Gebühren

„Vieles ist erlaubt, aber längst nicht alles“, betont Thomas Beutler von der Verbraucherzentrale:

  • Das Pfändungsschutzkonto muss gebührenfrei sein.
  • Für ein Darlehenskonto darf die Bank keine Gebühren verlangen.
  • Eine Gebühr für das Auflösen eines Kontos ist nicht zulässig.
  • Der Kunde muss die Möglichkeit haben, kostenlos an Kontoauszüge zu kommen. Ausnahme: Holt der Kunde die Auszüge über einen Zeitraum von drei Monaten nicht ab, so kann die Bank sie zuschicken und die Kosten dafür in Rechnung stellen.

Überblick verschaffen

Viele Bankkunden haben die Gebühren nicht im Blick. Auf der Homepage der Hausbank kann man sich über die Bankgebühren oder Gebühren von Bank- oder Kreditkarten informieren. Steigen die Gebühren, so informieren die Banken schriftlich über den Kontoauszug-Drucker oder per Post.

Gebührenfreies Girokonto

Es geht auch noch ohne Gebühren, aber seltener als vor zehn Jahren. Laut Finanztest sind 22 von 290 untersuchten Kontomodellen noch immer gebührenfrei. Das heißt: Es gibt keine monatliche Grundgebühr und auch keine Einzelgebühren. Grundsätzlich gilt: Online-Konten sind günstiger als das Konto bei der Filialbank. Allerdings: Die Filiale in der Nähe kann hilfreich und damit bares Geld wert sein. Das hat Verbraucherberater Thomas Beutler inzwischen festgestellt. Wenn es Probleme gibt, ist es bei Online-Banken schwierig einen Ansprechpartner zu finden. Bei der Filialbank ist das einfacher.

Günstiges Kontomodell wählen

Wer zu hohe Gebühren zahlt, und eine Filiale in der Nähe haben möchte, kann trotzdem ein günstigeres Kontomodell wählen. Tipp von Stephanie Pallasch von Finanztest: Mehr als 60 Euro im Jahr sollte das Girokonto mit Online-Nutzung nicht kosten. Informationen über die Jahresgebühr findet man auch auf den Kontoauszügen, je nach Bank quartalsweise oder jährlich. Im aktuellen Girokonten-Test erfüllen 69 Girokonten diese Bedingungen.

Kontowechselservice nutzen

Wer ein teures Kontomodell hat, kann zu einer günstigeren Bank oder in ein anderes Kontomodell wechseln. Wichtig ist die Entfernung zum nächsten kostenlosen Bankautomaten und zur nächsten Filiale. Wer eine neue Bank gefunden hat, der wird beim Kontowechsel unterstützt. Die alte und die neue Bank müssen die Daten über die Kontobewegungen der vergangenen 13 Monate austauschen. Der Kontowechsel muss innerhalb von 12 Tagen über der Bühne sein.

 Weitere Informationen gibt es bei der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg, im Finanztest-Heft 9/2019 und bei der Verbraucherzentrale des Saarlandes.

Der Verbrauchertipp: Immer mittwochs in der Sendung "Bunte Funkminuten" auf SR 3 Saarlandwelle.

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