Studenten in einer Vorlesung (Foto: dpa)

Kindergeld für erwachsene Kinder

Sarah Sassou   29.08.2019 | 11:00 Uhr

Wenn Kinder volljährig sind, bedeutet das für Eltern oft nicht, dass sie ihre finanzielle Unterstützung einstellen können. Die Lebenshaltungskosten während Ausbildung oder Studium übersteigen meist den finanziellen Spielraum der Kinder und die Eltern müssen einspringen. Der Staat zahlt deshalb weiterhin Kindergeld. Bis zum 18. Lebensjahr des Kindes fließt der Zuschuss automatisch. Danach muss er beantragt werden - und zwar bei der Familienkasse.

Nachweis bei der Familienkasse vorlegen

Verbrauchertipp: Kindergeld für erwachsene Kinder
Audio [SR 3, Sarah Sassou, 28.08.2019, Länge: 05:59 Min.]
Verbrauchertipp: Kindergeld für erwachsene Kinder

Geht das Kind über das 18. Lebensjahr hinaus weiter zur Schule, genügt es, eine Schulbescheinigung  vorzulegen. Macht das Kind eine Ausbildung oder nimmt ein Studium auf, weist man den Anspruch auf Kindergeld mit einer Bescheinigung des Ausbildungsbetriebs bzw. einer Immatrikulationsbescheinigung nach.

Wartezeit auf Ausbildung

Auch für die Zeit zwischen dem Ende der Schulzeit und dem Beginn der Ausbildung gibt es Kindergeld für erwachsene Kinder. Wenn diese Periode länger als vier Monate dauert, müssen Eltern nachweisen, dass das Kind in der Zeit auf seinen Ausbildungsstart gewartet hat. Wenn es zum Beispiel keine Lehrstelle findet, dann genügen der Familienkasse nach eigenen Angaben Bewerbungsschreiben und Absagen. Lässt der Studienplatz auf sich warten, dann legt man auch in so einem Fall Bewerbungen und Absagen vor.

Kinder könnten sich auch bei der Berufsberatung der Arbeitsagenturen beraten lassen, sagt Stefanie Pratt von der Familienkasse Rheinland-Pfalz-Saarland. Das zähle ebenso als Nachweis.

Wer länger als vier Monate wartet und nicht nachweisen kann, auf Ausbildungssuche gewesen zu sein, der müsse das Kindergeld für diesen Zeitraum zurückzahlen, so die Familienkasse.

Besondere Regelung bei Arbeitslosigkeit

Kinder, die zwischen 18 und 21 Jahre alt und arbeitslos sind, sollten sich unbedingt bei einem Jobcenter arbeitssuchend melden, rät Pratt. Denn nur dann haben sie weiterhin Anspruch auf Kindergeld. Jobben ist erlaubt – aber nicht mehr als 15 Stunden in der Woche. Auch gefördert werden Kinder, die einen Freiwilligendienst machen.  

Langer Ausbildungsweg

Wenn ein Studium mit einem Bachelorabschluss zu Ende gegangen ist, schließen viele junge Menschen noch ein Masterstudium an. Wenn dieses Studium inhaltlich mit dem Erststudium zusammenhängt, dann gewährt die Familienkasse in der Regel weiterhin Kindergeld. Das gilt auch für eine abgeschlossene Berufsausbildung und ein anschließendes Studium: Die Krankenschwester, die dann noch Medizin oder Psychologie studiert, hat weiter Anspruch auf Kindergeld.

Kindergeld für Kinder oder Eltern?

Oft ein Diskussionspunkt zwischen Eltern und Kindern: Wem steht das Kindergeld zu? In der Regel, so die Familienkasse, wird das Kindergeld an die Eltern ausgezahlt, weil sie die Unterhaltslast tragen. Das heißt, sie zahlen den Kindern Geld für Miete, Verpflegung und Ausbildungsmaterial.

Auch Großeltern, Adoptiv- und Pflegeeltern können Kindergeld empfangen. Die Familienkasse zahlt Kindergeld nur in Ausnahmefällen an die Kinder aus: Zum Beispiel, wenn sie nachweisen können, dass die Eltern keinen Unterhalt zahlen.

Der Verbrauchertipp: Immer mittwochs in der Sendung "Bunte Funkminuten" auf SR 3 Saarlandwelle.

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