Cannabis-Pflanzen (Foto: Pixabay / rexmedlen)

Hanfprodukte: Wo Cannabis legal genutzt wird

  14.08.2019 | 11:00 Uhr

In den Supermarktregalen gehören sie mittlerweile zum Standardsortiment: Produkte mit Hanf - vom Gebäck über den Brotaufstrich übers Hanföl bis zum Shampoo. Unser Verbrauchertipp zu Nutzen, Wirkungen und Risiken von Hanfprodukten.

Hanf als Nutzpflanze ist überhaupt nichts Neues. Der Pflanze wurde schon im vorchristlichen China heilsame Wirkung zugeschrieben. Später aß man den Samen, die Blätter und die Blüten und stellte Baustoffe aus den Fasern her sowie Stoffe für Kleidung. Die Hanffaser gilt als sehr robust, schädlingsresistent und antibakteriell.

Hanf als Droge

Verbrauchertipp: Hanfprodukte
Audio [SR 3, Sarah Sassou, 14.08.2019, Länge: 05:44 Min.]
Verbrauchertipp: Hanfprodukte

Aber zurück zu der Wirkung auf Körper und Geist. Denn in den Blüten und auch in den Blättern sind sogenannte Cannabinoide enthalten – Stoffe, die unterschiedliche medizinische Wirkungen haben. Mehr als 100 sind drin, die bekanntesten sind THC und Cannabidiol (CDB). Aus den unbefruchteten weiblichen Blüten lässt sich das Rauschmittel Cannabis gewinnen, eine Droge, der u.a. eine schmerzlindernde, beruhigende Wirkung zugeschrieben wird.

Legale CBD-Produkte?

Gerade sehr im Trend sind Medizinprodukte, die Cannabidiol enthalten - als Nahrungsergänzungsmittel oder eben Arznei. In Deutschland ist CBD aber nicht erlaubt, überhaupt sind Medizinprodukte aus Hanf oder natürlichen Cannabinoiden in Deutschland illegal. Es dürfen nur künstliche hergestellte Produkte verkauft werden, das synthetische Produkt heißt Marinol, ist aber viel teurer, nämlich 30-50 Mal so teuer, als das natürliche. Auch in Luxemburg und Frankreich unterliegen solche CBD-Produkte strengen staatlichen Kontrollen. Die rechtliche Situation ist noch nicht ganz geklärt.

Hanfprodukte als Schmerzmittel?

Es gibt medizinische Studien, die sagen, dass gerade in der Schmerztherapie die echten Hanfstoffe Linderung verschaffen können. Aber die Deutsche Rheuma-Liga zum Beispiel weist diese Studienergebnisse zurück, sie seien nicht verlässlich und würden nicht beweisen, dass der Einsatz von Hanf in der Schmerztherapie Sinn mache.

Nutzhanf als Nahrungsergänzung

In Deutschland wird ohnehin erst wenig Nutzhanf angebaut, weil es dafür gesetzliche Beschränkungen für die Landwirte gibt. Sie müssen sich den Anbau genehmigen lassen und dürfen nur Sorten anbauen, die weniger als 0,2 Prozent an Cannabinoiden enthalten. Dieser Hanf unterscheidet sich deutlich von den Sorten, die für die Drogenherstellung angebaut werden. 

Aber in den Samen des Nutzhanfs, die die Blüten nach der Bestäubung ausbilden, sind ohnehin keine psychoaktiven Stoffe enthalten, sondern sehr viele ungesättigte Fettsäuren drin, Omega 3 und 6, außerdem Linolsäure, Vitamin B und jede Menge Protein. Produkte aus Hanfsamen sind also sehr gesund. Allerdings können die rauschauslösenden Stoffe trotzdem in Produkten aus Öl auftauchen. - wenn die Samen mit Hanfblättern und Blüten in Berührung kommen.

THC in Kosmetika?

Das Bundesinstitut für Risikobewertung und die Verbraucherzentrale stehen den Hanfprodukten kritisch gegenüber. Gerade weil trotz des Anbaus von rauschmittelarmen Sorten für die Lebensmittel- und Kosmetikbranche THC in vielen Produkten messbar ist. Die Verbraucherzentrale empfiehlt daher, dass Kinder und Schwangere überhaupt keine Hanfprodukte verzehren.

Weitere Informationen unter:
www.verbraucherzentrale.de

Der Verbrauchertipp: Immer mittwochs in der Sendung "Bunte Funkminuten" auf SR 3 Saarlandwelle.

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