Zuckerwürfel (Foto: pixabay/pasja1000)

Weniger Zucker essen - Warum das so schwer ist

Gut zu wissen

Karin Mayer   23.09.2021 | 06:00 Uhr

In vielen Lebensmitteln steckt jede Menge Zucker. Und manchmal versteckt er sich auch auf der Zutatenliste. Warum es so schwer ist, auf Zucker zu verzichten und was die Lebensmittellobby mit all dem zu tun hat, erfahren Sie hier.

Viele versuchen Zucker wegzulassen oder zu reduzieren. Das ist jedoch schwerer als man denkt, denn es reicht nicht aus, nur Süßigkeiten wegzulassen. Wer weniger Zucker essen will, muss genau hinschauen.

Zutatenliste und Nährwert-Tabelle

Ob Zucker in einem Fertigprodukt enthalten ist, erfährt man auf der Zutatenliste. Zusätzlich sollte man auf die Nährwerttabelle schauen. Hier wird der Zuckergehalt pro 100 Gramm angegeben. Tipp: wer bei einem Energiebedarf von 2000 Kilokalorien pro Tag sollte ein Erwachsener nicht mehr als 50 Gramm Zucker essen, besser wäre 25 Gramm, so Theresia Weimar-Ehl von der Verbraucherzentrale des Saarlandes.

Versteckter Zucker

Ob Rotkraut, Salatdressing, Früchtejoghurt oder Saft, Müsli, Frühstücksflocken oder Snacks– überall ist Zucker drin. Wer Zucker reduzieren will, sollte auf Fertigprodukte verzichten. Einfach Obst ins Naturjoghurt schneiden, Haferflocken, Körner und Nüsse selbst als Müsli mischen. Für eine gesunde Ernährung empfiehlt Theresia Weimar-Ehl von der Verbraucherzentrale des Saarlandes viel Gemüse und Obst. 

Zuckerfrei, Zuckerreduziert und ohne Zuckerzusatz? 

Weniger Zucker essen - Warum das so schwer ist
Audio [SR 3, Karin Mayer, 23.09.2021, Länge: 08:09 Min.]
Weniger Zucker essen - Warum das so schwer ist

Weil viele Menschen Zucker vermeiden wollen, bietet die Lebensmittelindustrie passende Produkte dafür an. Die Begriffe sind aber irreführend.

Zuckerfrei: diese Produkte dürfen maximal 0,5 Gramm Zucker pro 100 Gramm enthalten.

Zuckerreduziert: Der Begriff steht für 30 Prozent weniger Zucker als in vergleichbaren Lebensmitteln enthalten ist. Das bezieht sich jedoch nur auf Mono- und Disacchariden. Je nach Vergleich kann das Produkt also noch viel Zucker enthalten. 

Ohne Zuckerzusatz: Bei diesen Lebensmitteln darf kein Zucker zugesetzt werden, das gilt aber nur für Mono- und Disaccharide. Enthält das Lebensmittel von Natur aus Zucker, wird lediglich empfohlen, darauf auf der Verpackung hinzuweisen. Zudem gibt es Schlupflöcher. So findet sich Beispiel oft Malzextrakt oder Malzsirup in diesen Lebensmitteln. Malzextrakt besteht zu 55 Prozent aus Disacchariden und ist ein süßendes Lebensmittel. Auch Dextrose, Süßmolkenpulver, Laktose, Fruchtsüße oder Glucosesirup sind streng genommen Zuckerarten. 

Zucker hat viele Namen

Wer also weniger Zucker zu sich nehmen will, muss genau hinschauen. Beim Blick auf die Zutatenliste versteckt sich hinter all diesen Begriffen Zucker: Maltodextrin, Dextrose, Dicksaft, Fruchtextrakt, Fruchtpüree, Fruchtsüße, Fruktose, Honig, Glukose, Joghurtpulver, Fruchtsaftkonzentrat, Laktose, Magermilchpulver, Maltose, Malzextrakt, Süßmolkenpulver, Faffinose, Oligofruktose, Polydextrose, Saccharose.

Welchen Einfluss hat die Lebensmittellobby? 

Zucker ist ein wichtiger Inhaltsstoff bei vielen Lebensmitten. Trotz nationaler Reduktionsstrategie – am Zuckergehalt in Fertigprodukten, Limonaden und anderen Lebensmitteln hat sich bisher wenig verändert.

Das kritisiert der Bundesverband der Verbraucherzentralen und fordert mehr Ambition und Transparenz. Wie die Lebensmittellobby zu diesen Thema steht, darüber erfahren sie mehr in: Das zählt. MenschWirtschaft - Alles zuckersüß.

Podcast "Das zählt. Mensch/Wirtschaft."
Alles zuckersüß. Wie viel Einfluss hat die Lebensmittellobby?
Nicht so viel Zucker essen, gesund leben, das ist vielen Menschen wichtig. Leicht ist das nicht, denn Zucker ist fast überall drin.


"Gut zu wissen" - immer donnerstags in der Sendung "Bunte Funkminuten" auf SR 3 Saarlandwelle.

Artikel mit anderen teilen


Push-Nachrichten von SR.de
Benachrichtungen können jederzeit in den Browser Einstellungen deaktiviert werden.

Datenschutz Nein Ja