Seminarteilnehmer (Foto: picture alliance / Arco Images GmbH)

Weiterbildung im Job - wie geht das?

Gut zu wissen

Sarah Sassou   07.10.2021 | 10:15 Uhr

Im Berufsalltag steigen die Ansprüche an uns. Digitalisierung und Strukturwandel führen zum Beispiel im Saarland dazu, dass sich viele Berufe stark wandeln oder sogar ganz verschwinden, schätzen Arbeitsmarktexperten. Sie raten dazu, sich jetzt mit der beruflichen Weiterbildung zu befassen.

Für Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen gibt es zahlreiche Angebote, um sich zu qualifizieren. Man kann sich in seinem bereits erlernten Beruf weiterbilden und neue Teilqualifikationen erwerben oder eine ganz andere Qualifikation mit einem Abschluss erwerben, also eine Umschulung machen. Entweder hat man bereits ein Ziel vor Augen oder man lässt sich beraten, um herauszufinden, welche Weiterbildung zu einem passt.

Die passende Weiterbildung finden

Weiterbildung im Job - wie geht das?
Audio [SR 3, Sarah Sassou, 07.10.2021, Länge: 05:05 Min.]
Weiterbildung im Job - wie geht das?

Die Arbeitskammer Saarland hat zusammen mit dem saarländischen Wirtschafts- und dem Bildungsministerium ein Weiterbildungsportal gestartet. „Dort sollen alle Weiterbildungsangebote, die es im Saarland gibt, eingestellt sein. Es gibt allerdings kein Ranking, sondern es handelt sich um eine neutrale Auflistung“, sagt Thomas Otto, der Geschäftsführer der Arbeitskammer. Mehr als 7000 Qualifizierungsanbieter sind dort bereits aufgeführt. Über eine Suchmaske kann man mittels Filtern Angebote aussieben. Außerdem sind Ansprechpartner samt Telefonnummer angegeben.

Um einen Überblick über geeignete Fortbildungen zu bekommen, kann man sich auch persönlich an Beratungsstellen wenden. Die findet man zum Beispiel bei der Agentur für Arbeit, bei der Handwerkskammer, der Industrie- und Handelskammer oder bei der Arbeitskammer.

Die Agentur für Arbeit rät außerdem, den Chef oder die Chefin mit ins Boot zu holen, wenn man sich weiterbilden möchte. Das habe Vorteile: Man könne dann den Bedarf im Unternehmen besser ausloten und sich entsprechende Themen heraussuchen und außerdem werde mit falschen Vorstellungen aufgeräumt. Zum Beispiel kann der Arbeitgeber für Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, die sich während der Arbeitszeit fortbilden, Lohnzuschüsse erhalten – je nach Betriebsgröße zwischen 20 und 100 Prozent. Je kleiner die Firma, umso höher sind die Zuschüsse. Auch die Arbeitgeber können sich beispielsweise bei der Arbeitsagentur beraten lassen, mit welchen Weiterbildungen sie ihr Personal und damit den Betrieb fit für die Zukunft machen.

Wer vom Betrieb nicht für eine Weiterbildung freigestellt wird, kann mittlerweile auch bei vielen Angeboten auf virtuelle Qualifizierung setzen. Denn in der Corona-Pandemie haben viele Bildungseinrichtungen ihren theoretischen Unterricht auf online umgestellt. Das ist ein Vorteil beispielsweise für Menschen, die Kinder oder andere Angehörige betreuen müssen, weil sie dann auch von Zuhause aus oder bei freier Zeiteinteilung lernen können. 

Förderung möglich

Eine Weiterbildung kostet Geld, aber zahlen muss nicht unbedingt die Person, die sich qualifizieren möchte. Arbeitslose und Geringqualifizierte haben Anspruch auf die volle Kostenübernahme einer Weiterbildung, wenn am Ende ein Abschluss steht, mit dem sie bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben.

Aber nicht jedem fällt es leicht, wieder zu lernen. Deswegen kann man einen Schritt nach dem anderen nehmen – sich beispielsweise zunächst zum Pflegeassistenten ausbilden lassen und danach erst zur Pflegefachkraft.

Wer bereits eine Berufsausbildung hat und auch eine Anstellung, der kann ebenfalls auf Förderung setzen. Denn der Arbeitgeber sollte einen Teil der Kosten einer Qualifizierung übernehmen, wenn sie sich auf den Beruf bezieht und im Alltag benötigt wird. Außerdem gibt es zahlreiche staatliche Fördertöpfe, darunter die Bildungsprämie für Erwerbstätige, die auch Menschen in Eltern- oder Pflegezeit in Anspruch nehmen können. Wer einen Meisterabschluss machen möchte oder einen anderen Abschluss, der einen Aufstieg bedeutet, kann auch für die Dauer der Qualifizierung das sogenannte "Aufstiegs-BAföG" beantragen.


"Gut zu wissen" - immer donnerstags in der Sendung "Bunte Funkminuten" auf SR 3 Saarlandwelle.

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