Geld  (Foto: pixabay/SR)

Was sich 2023 ändert

Gut zu wissen

Jimmy Both   29.12.2022 | 10:10 Uhr

Preissteigerungen haben schon 2022 in vielen Bereichen des Lebens angestanden. Auch 2023 wird damit nicht Schluss sein. Viele Energieversorger erhöhen die Preise, ebenso Krankenkassen und Versicherungen. Im Gegenzug steigen Renten, Kindergeld und Sozialleistungen. Eine Übersicht über wichtige Änderungen im neuen Jahr.

Welchen Preis muss ich nächstes Jahr für Gas zahlen? Warum erhöhen Krankenkassen und Versicherungen die Beiträge? Lohnt ein Umstieg auf die öffentlichen Verkehrsmittel? Das neue Jahr hat einige Neuerungen parat.

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Gut zu wissen: Was sich 2023 ändert
Audio [SR 3, Jimmy Both, 29.12.2022, Länge: 04:45 Min.]
Gut zu wissen: Was sich 2023 ändert

Strom und Gas

Viele Energieversorger erhöhen zum 1. Januar 2023 die Preise für Strom, Gas und Fernwärme. Ab März wird immerhin ein Teil der Kosten gedeckelt. Ausgehend vom Verbrauch des Vorjahres gilt für 80 Prozent der verbrauchten Energie der gedeckelte Preis. Der Höchstpreis für Strom liegt dann bei 40 Cent pro kWh, der für Erdgas für 12 Cent pro kWh und der Preis für Fernwärme für 9,5 Cent pro kWh. Für die übrigen 20 Prozent gilt der Vertragspreis.

Photovoltaikanlagen

Wer sich von Stromanbietern unabhängig machen will, kann ab Januar Geld sparen. Photovoltaikanlagen werden künftig bis zu einer Leistung von 30 Kilowatt Leistung (kWp) von der Einkommenssteuer befreit. Bisher lag die Grenze bei 10 kWp. Beim Kauf einer neuen Solaranlage fällt dann die Umsatzsteuer von 19 Prozent weg.

49-Euro-Ticket

Im Frühjahr 2023 soll der Nachfolger des Neun-Euro-Tickets an den Start gehen. Dieser wird mit 49 Euro pro Monat allerdings deutlich teurer. Für diesen Preis können Regionalzüge, Straßenbahnen, U-Bahnen und Busse deutschlandweit genutzt werden. Offen ist noch, ob das 49-Euro-Ticket ab April oder Mai starten wird.

Video [aktueller bericht, 30.12.2022, Länge: 4:15 Min.]
Was ändert sich zum neuen Jahr?

Kfz-Versicherungen

Die Kfz-Versicherer erhöhen viele Beiträge vor dem Hintergrund der Klimaveränderung. Gründe sind neben der allgemeinen Kostensteigerung viele Hagelschäden aus dem Sommer 2021. Zudem werden gut zehn Millionen Fahrzeuge in Deutschland wegen häufigerer Schäden an Autos in ihrer jeweiligen Region in teurere Regionalklassen eingestuft.

Auto-Verbandskasten

Wer 2023 mit dem Auto unterwegs ist, muss seinen Verbandskasten erweitern. Zwei medizinische Masken müssen dann immer mitgeführt werden. Die Regel gilt schon seit einigen Monaten, die Übergangsfrist läuft aber zum 31. Januar aus.

Bürgergeld

Kein neuer Antrag notwendig
Bürgergeld wird automatisch zum Jahreswechsel ausgezahlt
Ab dem 1. Januar gibt es kein Hartz IV mehr sondern Bürgergeld. Es wird automatisch zum Jahreswechsel ausgezahlt. Leistungsberechtigte müssen keinen neuen Antrag stellen.

Hartz IV hat ausgedient. Die neue Grundsicherung heißt Bürgergeld. Der monatliche Betrag steigt leicht an auf höchstens 502 Euro pro Person. Bei der Auszahlung wird Vermögen erst berücksichtigt, wenn es bei der leistungsberechtigten Person über 40.000 Euro und bei weiteren Haushaltsmitgliedern bei über 15.000 Euro liegt. Wer aktuell schon Arbeitslosengeld II bezieht, muss keinen neuen Antrag stellen und bekommt ab Januar automatisch das neue Bürgergeld ausgezahlt.

Wohngeld

Das Wohngeld wird ab Januar erhöht. Im Schnitt steigt es um etwa 190 Euro. Wie hoch genau es ausfällt, hängt immer individuell von Einkommen, Mietpreis und Wohnort ab. Zudem haben ab nächstem Jahr statt wie bisher rund 600.000 Menschen dann etwa zwei Millionen Menschen Anspruch auf Wohngeld.

Kindergelderhöhung

Das Kindergeld beträgt ab Januar einheitlich 250 Euro pro Kind. Bisher gab es diesen Betrag erst ab dem vierten Kind. Auch der Kinderzuschlag für Alleinerziehende oder Familien mit niedrigem Einkommen steigt auf monatlich 250 Euro.

Renten steigen

Zum 1. Juli 2023 werden die Renten erhöht. Dabei soll das Rentenniveau in Ostdeutschland sich dem im Westen weiter nähern. Im Westen gibt es 3,5 Prozent mehr, im Osten 4,2 Prozent. Zudem wird die Hinzuverdienstgrenze für Rentner, die nach 35 Beitragsjahren vorzeitig in Rente gehen, abgeschafft.

Wohngebäudeversicherungen

Die Beiträge für Wohngebäudeversicherungen werden 2023 voraussichtlich steigen. Die Höhe der Versicherungsbeiträge richtet sich nach dem Wert der versicherten Sache. Und u.a. durch steigende Materialkosten werden viele Häuser voraussichtlich höher bewertet. Ein weiterer Grund ist die Flutkatastrophe 2021 in der Eifel. Fast 100.000 Häuser wurden beschädigt oder zerstört, was die Regulierungskosten der Versicherungen belastet hat. Auch die Rückversicherer, bei denen sich die Versicherungen selbst absichern, beabsichtigen wegen der Zunahme von Naturkatastrophen und anderen Krisen, ihre Preise zu erhöhen.

Krankenkassenzusatzbeiträge

Der Zusatzbeitrag, den die Krankenkassen neben dem allgemeinen Beitragssatz erheben, kann ab 1. Januar 2023 steigen. Erhöht eine Krankenkasse die Zusatzbeiträge, haben gesetzlich Versicherte ein einmonatiges Sonderkündigungsrecht. Steigt der Beitrag zum 1. Januar, kann bis Monatsende gekündigt werden. Die Kündigungsfrist beträgt allerdings zwei Monate. So lange müssen die erhöhten Beiträge der alten Krankenkasse gezahlt werden. Achtung: Bei der Erhöhung der Zusatzbeiträge gilt bis Mitte des Jahres eine Sonderregel. Die Kassen müssen Versicherte demnach nicht per Brief über Beitragserhöhungen informieren. Eine Bekanntgabe über beispielsweise die Website oder die Mitgliederzeitschrift reicht aus.

Krankschreibungen

Der Gelbe Schein ist ab 2023 für viele Arbeitnehmer Geschichte. Ärzte übermitteln Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen ab Januar digital an die Krankenkassen. Arbeitgeber können diese anschließend online abrufen. Arbeitnehmer müssen sich aber weiterhin unverzüglich bei ihrem Arbeitgeber krankmelden. Für privat Versicherte ändert sich erstmal nichts.

"Gut zu wissen" - immer donnerstags in der Sendung "Bunte Funkminuten" auf SR 3 Saarlandwelle.

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