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Versicherungen für E-Autos

Yvonne Schleinhege   08.07.2021 | 09:30 Uhr

Ein richtiger Boom ist es noch nicht, aber dennoch setzen immer mehr Autofahrer auf das E-Auto. Auch wegen der staatlichen Förderung steigen langsam die Verkaufszahlen. Wer sich ein E-Auto anschafft, sollte sich vorher aber unbedingt mit dem Versicherungsschutz befassen, denn es gibt einige Besonderheiten zu beachten. Die wichtigsten Tipps in SR 3 „Gut zu Wissen“.

Eines gleich zu Beginn: Die richtige Versicherung für ein E-Auto zu finden ist gar nicht so einfach.

"Gut zu wissen": Versicherungen für E-Autos
Audio [SR 3, Studiogespräch: Eberhard Schilling/Yvonne Schleinhege, 08.07.2021, Länge: 05:50 Min.]
"Gut zu wissen": Versicherungen für E-Autos
Studiogespräch mit SR-Reporterin Yvonne Schleinhege zu Versicherungen für E-Autos

Bei der Wahl der KFZ-Versicherung für ein Elektroauto oder ein Hybridfahrzeug reicht es nicht aus, im bisherigen Versicherungsvertrag pauschal erweiterte Leistungen für E-Autos zu wählen. So zumindest die Einschätzung von Susanne Meunier von der Finanztest. Was die Tarife im Einzelnen umfassen, sei sehr unterschiedlich, deshalb müsse man sich sehr genau mit den Leistungen auseinandersetzen.

Kaskoschutz für E-Autos

Das betrifft vor allem den Kasko-Schutz. Bei der Haftlichtversicherung spielt es kaum eine Rolle, ob das eigene Auto ein E-Auto ist oder nicht. Schließlich zahlt sie nur nach Unfällen für die Schäden der anderen. Für die Kaskoversicherung haben einige Versicherer spezielle E-Tarife entwickelt. Die können günstiger sein, weil sie teilweise Rabatte gewähren, müssen es aber nicht. Davon sollte man sich aber nicht verleiten lassen, sondern immer die Tarife für das eigene Auto und das Fahrerprofil vergleichen.  

Akku muss mitversichert sein

Am Ende gehe es immer darum, was im Versicherungsschutz enthalten sei, so Susanne Meunier. Ganz wichtig dabei: der Akku. Er ist das Herzstück des E-Autos. Kommt es hier zu einem Schaden, kann das mehrere tausend Euro kosten. Das sollte die Kasko-Versicherung auf jeden Fall abdecken - im Idealfall sogar bis zu Höhe des Neuwertes.

Wichtig: Viele Versicherer ziehen pro Betriebsjahr zehn bis 20 Prozent des Neuwertes ab. Zudem sollte man genau schauen, welchen Schaden eine Vollkasko- und welchen eine Teilkaskoversicherung abdeckt.

Schäden durch Tierbiss

Deutlich teurer als bei einem „normalen“ Auto können die Folgen eines Tierbisses sein, etwa wenn ein Marder Kabel durchknabbert. Folgeschäden sollten unbedingt ausreichend hoch mitversichert sein, denn bei den meisten Versicherungen greift eine Obergrenze. Die sollte bei 10.000 oder sogar 20.000 Euro liegen. Vollkaskoversicherungen haben hier meist einen besseren Schutz, also Teilkaskoversicherungen.

Ladekabel und Wallbox

Wenn ein Ladekabel wegkommt, ist das natürlich nicht ganz so teuer. Denn noch sei es sinnvoll, wenn das Ladekabel während des Tankens versichert sei, so Susanne Meunier. Viele Tarife würden das mittlerweile auch mit abdecken.

Ähnlich sieht es bei der Wallbox am Eigenheim oder in der Garage aus. Auch hier kann es sinnvoll sein, diese gegen Diebstahl oder Beschädigung in der Kfz-Kasko-Versicherung mitzuversichern. Laut Stiftung Warentest ist das auch in vielen Tarifen möglich.

Eine gute Versicherung sollte zudem Überspannungsschäden durch Blitzeinschlag mitversichern. Gleiches gilt für Schäden durch Bedienfehler.

Schutzbrief mit Service für E-Autos

Ein Schutzbrief, der einspringe, wenn man mit dem Auto liegenbleibe, sei beim E-Auto durchaus sinnvoll, so die Expertin von Finanztest. Viele Versicherte wüssten gar nicht, dass sie ihn meist sehr günstig zu der Kfz-Versicherung dazubekommen können. Dabei sollte der Schutzbrief aber tatsächlich auch für E-Autos gelten, denn das Abschleppen ist etwas komplizierter. Falls man mal mit einem leeren Akku liegenbleibt, solle der Schutzbrief natürlich umfassen, dass das Auto dann auch wieder flott gemacht wird.

Policen, mit denen man das E-Auto versichern kann, gibt es viele. Entscheidend ist dabei einmal mehr Preis und Leistung zu checken. Nach Modellrechnungen der Zeitschrift Finanztest können die Preise für einen guten Schutz mehre hundert Euro auseinander liegen.

"Gut zu wissen" - immer donnerstags in der Sendung "Bunte Funkminuten" auf SR 3 Saarlandwelle.

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