Eine Sonnenbrille liegt im Sand (Foto: Pixabay/macntosh)

Vor dem (möglichen) Oster-Urlaub: Tipps für die Reiseplanung

Yvonne Schleinhege   17.03.2021 | 10:40 Uhr

Man kann dazu stehen wie man will, aber Osterurlaub auf Mallorca und in einigen anderen Urlaubsregionen ist wieder möglich. Einige Reisekonzerne melden bereits, dass die Oster-Verbindungen auf die Balearen ausgebucht sind. Mehr Pauschalreisen wurden angekündigt. Doch was muss ich als Urlauber wissen, wenn es mich jetzt trotz Corona in die Ferne zieht. SR 3 „Gut zu wissen“ mit den wichtigsten Tipps.

Für Manche ist es ein kleiner Lichtblick in der aktuellen Corona-Tristesse: den nächsten Urlaub planen. Urlaub in Deutschland scheint Ostern bis auf weiteres nicht möglich, aber Mallorca ist nun wieder in den Fokus gerückt, nach dem das Auswärtige Amt die Reisewarnung aufgehoben hat.

Gut zu Wissen: Vor dem (möglichen) Oster-Urlaub: Tipps für die Reiseplanung
Audio [SR 3, (c) SR, 17.03.2021, Länge: 03:01 Min.]
Gut zu Wissen: Vor dem (möglichen) Oster-Urlaub: Tipps für die Reiseplanung

Doch das heißt noch nicht, dass der Urlaub auch sicher ist und unbedenklich bleibt bis Ostern, warnt Eva Ludwig, Reiserechtsexpertin bei der Verbraucherzentrale Saarland. Man sollte sich von dieser Aufhebung der Reisewarnung nicht blenden lassen. Wichtiger Grundsatz, wenn ich nun eine Urlaubs(pauschal)reise plane: ich sollte möglichst flexibel stornieren können und erst ganz kurz vor Reiseantritt zahlen müssen.

Wohin kann man reisen?

Auch wenn manche Länder und Urlaubsregionen das Virus nach eigenen Angaben unter Kontrolle haben, gibt es dafür auf unbestimmte Zeit keine Garantie, warnen die Verbraucherzentralen. Urlauber sollten sich bei ihrer Planung und vor Reiseantritt genau über die jeweilige Situation am Urlaubsort informieren, auch zu der Frage welche Einschränkungen es gibt, etwa geschlossene Restaurants am Abend oder eine nächtliche Ausgangssperre.

Das Auswärtige Amt informiert unter www.diplo.de/sicherreisen, außerdem gibt es noch die App der Bundesregierung „Sicher Reisen“. Auch wenn für ein Land eine Reisewarnung besteht, kann ich dort hinreisen, sofern es kein Einreiseverbot gibt. Allerdings tut man dies auf eigenes Risiko.

Rückholaktionen von deutschen Urlaubern wegen der Corona-Pandemie lehnt das Auswärtige Amt inzwischen ab. Außerdem kann es sein, dass ich bei Vorliegen einer Reisewarnung keinen Krankenversicherungsschutz mehr habe. Im Blick halten sollte man auch immer die Quarantäne- und Testvorgaben bei der Einreise und Rückreise – das gilt im Übrigen bei Vorliegen einer Reisewarnung, in manchen Fällen aber auch, wenn keine vorliegt.

Was sollte ich bei der Urlaubsplanung beachten?

Als Faustregel gilt: Für Pauschalreisen, die Transfer, Unterkunft, Essen und weiteren Service umfassen, sieht das Gesetz mehr Rechte vor als für individuell gebuchte Reisen. Wichtig: wer auf Online-Buchungsportalen bucht, sollte darauf achten, ob er wirklich eine Pauschalreise oder eine Zusammenstellung von individuellen Reiseleistungen gebucht hat. Das hat vor allem rechtliche Folgen.

Buche ich im Netz, sollte ich am Ende immer schauen, wer mein Vertragspartner ist. Natürlich kann man eine Reise, Flüge oder Unterkünfte immer stornieren oder absagen - die Frage ist nur, wie teuer dies am Ende für den Urlauber wird.

Wichtiger Vorteil bei Pauschalreisen: sie beinhalten unter anderem ein gesetzlich vorgesehenes Recht zur (gegebenenfalls kostenlosen) Stornierung. Wer jetzt eine Pauschalreise bucht, sollte vor der Buchung klären, mit welchen Einschränkungen und Corona-Schutzmaßnahmen er vor Ort zu rechnen hat. Teilt der Veranstalter vorab mit, dass der Pool geschlossen ist und kein Buffet angeboten wird, ist das später auch kein Reisemangel.

Pauschalreisen und Stornierungen 

Grundsätzlich können Kunden eine Pauschalreise kostenfrei stornieren, wenn außergewöhnliche Umstände zum Zeitpunkt der Reise auftreten. Dazu gehört auch die Corona-Pandemie, wenn eine entsprechende Reisewarnung ausgesprochen wurde, erklärt Eva Ludwig von der Verbraucherzentrale.

Die Reisewarnung gilt vor Gericht als sogenanntes starkes Indiz dafür, dass eine Reise stark beeinträchtigt sein wird. Allerdings könnte es in der aktuellen Lage schwieriger werden, dieses Recht auch tatsächlich durchzusetzen, warnt die Expertin. Zuletzt habe sich etwa gezeigt, dass Reiseveranstalter Reisen trotz Reisewarnungen durchführen und ihre Kunden von der Teilnahme überzeugen wollen. Das muss man natürlich nicht. 

Wichtig ist, auch Reiseveranstalter können bei einer Reisewarnung Reisen absagen, obwohl die Kunden unbedingt reisen möchten. Dann sollte ich das Geld zurückverlangen. Einen Gutschein oder eine Umbuchung muss ich nicht akzeptieren. Zusätzlich weist die Reiseexpertin der Verbraucherzentrale darauf hin, dass sich die Reisewarnungen ständig ändern.

Flex-Tarife mit besonderen Umbuchungs- und Stornierungsoptionen

Einige Reiseanbieter locken derzeit Kunden mit besonders flexiblen Tarifen. Das kann natürlich ein Vorteil sein, weil ich eventuell noch kurzfristig stornieren kann, ohne zu viel Geld zu verlieren. Allerdings sollte man bei diesen Tarifen in das Kleingedruckte schauen und im Zweifel sehr genau nachschauen, was für meinen speziellen Tarif gilt, rät Reiserechtsexpertin Eva Ludwig von der Verbraucherzentrale Saarland.

Viele Feinheiten ergeben sich erst auf den zweiten Blick, zum Beispiel wenn im Falle einer Stornierung nicht alle Reiseteile eingeschlossen sind. Auch die Frage der Zahlungsbedingungen (Vorkasse) sollte ich mir sehr genau anschauen.


Individuell unterwegs: Wie sieht es aus bei Hotels und Ferienwohnungen?

Bei einzeln gebuchten Reiseleistungen besteht ein Recht auf kostenfreie Stornierung nur dann, wenn es vertraglich vereinbart wurde. Für gebuchte Unterkünfte in Deutschland werden je nach Art der Verpflegung zwischen 60 und 90 Prozent des vereinbarten Preises fällig. Nur wenn die Leistung nicht erbracht werden kann, muss sie auch nicht bezahlt werden. Das gilt etwa bei einem behördlich verfügten Beherbergungsverbot innerhalb Deutschlands.

Buche ich ein Ferienhaus oder eine Ferienwohnung im Ausland sollte ich immer die Stornierungsbedingungen lesen. Viele Vermieter sind mittlerweile sehr kulant und bieten kostenfreie Stornierungen bis kurz vor der Reise an. Das sollte ich mir dann auch schriftlich versichern lassen. Gerade für eine Reise ins Ausland muss ich wissen, dass in diesem Fall die gesetzlichen Regelungen des Reiselandes gelten. Daher sollte man unbedingt den direkten Kontakt mit dem Vermieter aufnehmen und klare Vereinbarungen treffen. Gleiches gilt natürlich auf für ein Hotel. Auch hier muss ich mich über die Stornierungskonditionen vorab informieren.

Ab ins Flugzeug und einfach mal weg

Bei Flugbuchungen ist es nochmal etwas anderes. Da kann man sich viel schwieriger aus einem Vertrag lösen. Denn wenn der sogenannte „Beförderungsvertrag“ von der Airline eingehalten werden kann, dann kann man nicht so ohne weiteres kostenfrei vom Flug zurücktreten. Man kann dann natürlich die Reise nicht mehr antreten, bekommt allerdings im Zweifelsfall nur noch Steuern und Gebühren zurück.

Wer aktuell einen Flug bucht, sollte dies am besten bei der Airline tun. Viele Airlines bieten unterschiedliche Tarife mit Stornierungs- und Umbuchungsmodellen an. Hier sollte man sich sehr genau informieren. In der aktuellen Zeit ist es nicht unbedingt ratsam, den günstigsten Tarif zu wählen.

Wie ist man als Urlauber versichert?

Bei Urlaubern, die während der Reise an Corona erkranken und eine Auslandskrankenversicherung abgeschlossen haben, werden die entstehenden Behandlungskosten in der Regel erstattet, schreibt die Verbraucherzentrale. Es sei denn, ein Versicherer schließt eine Kostenerstattung bei Pandemien aus.

Manche Versicherer schließen zudem die Leistung aus, wenn es eine Reisewarnung gibt. Hier sollte ich mich tatsächlich sehr genau vor Reiseantritt informieren.

Ausschlussklauseln möglich

Reist man in ein EU-Land, trägt die gesetzliche Krankenversicherung weitgehend die Kosten der ärztlichen Behandlung im Ausland – auch im Falle eine Corona-Infektion. Eine Reiserücktrittsversicherung kann in Anspruch genommen werden, wenn nach der Buchung der Reise und Abschluss der Versicherung ein Urlauber oder eine mitversicherte Person nachweislich krank werden.

Auch hier enthalten viele Versicherungsverträge Ausschlussklauseln für Pandemien. In einem solchen Fall zahlt die Reiserücktrittversicherung nicht. Das gilt jedoch nur, wenn diese Ausschlussklausel bei Abschluss der Reiserücktrittsversicherung vereinbart wurde. Stirbt ein naher Angehöriger oder verliert den Arbeitsplatz müssen die Versicherungen zahlen. Manche Versicherungen oder Reiseveranstalter bieten inzwischen spezielle "Corona-Versicherungen" an. Prüfen Sie vorab genau, welche Leistungen versichert sind.

"Gut zu wissen" - immer donnerstags in der Sendung "Bunte Funkminuten" auf SR 3 Saarlandwelle.

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