Gemeinsam im Gemüsebeet graben - Solidarische Landwirtschaft in Kirkel-Limbach (Foto: Solawi Limbach)

Selbstversorgung als Alternative

Gut zu wissen: Teure Lebensmittel

Sarah Sassou   05.05.2022 | 09:45 Uhr

Die Preise für viele Lebensmittel steigen und steigen. Wie gut wäre es da, wenn man Selbstversorger wäre. Inzwischen gibt es zahlreiche Möglichkeiten, wo man sich Rat und Unterstützung holen kann. Und auch wer keinen eigenen Grund und Boden hat, kann Selbstversorger werden.

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Gut zu wissen: Selbstversorger werden
Audio [SR 3, Moderation: Carmen Bachmann, 05.05.2022, Länge: 05:49 Min.]
Gut zu wissen: Selbstversorger werden
Studiogespräch mit Sarah Sassou aus der SR-Wirtschaftsredaktion

Solidarische Landwirtschaft

Initiativen und auch Landwirte bieten Interessierten an, sich an der Bewirtschaftung von Ackerland zu beteiligen. Auch im Saarland haben sich Menschen schon in Projekten zur „Solidarischen Landwirtschaft“, kurz Solawi, zusammengeschlossen.

Weitere Infos Solawi
www.solidarische-landwirtschaft.org

Bei der Solawi übernehmen mehrere Haushalte die Kosten eines landwirtschaftlichen Betriebs. Je nach Projekt werden Kosten um die 50 bis 100 Euro im Monat fällig. Als Gegenleistung bekommen sie Anteile am Ernteertrag - und zwar das ganze Jahr über.

In manchen Solawis können Mitglieder anstatt Geld zu zahlen auch mitarbeiten. Solche Initiativen gibt es auch in der Region, zum Beispiel in Saarbrücken, Kirkel und Zweibrücken und im Nordsaarland plant die Initiative „Prowal“ aktuell ein ähnliches Projekt.

Bei solchen Solwais ist das Angebot dann saisonal und regional, d.h. muss man sich darauf einstellen, dass nicht wie im Supermarkt immer alles an Obst und Gemüse erhältlich ist.

Garten mieten

Ein Mann kniet vor einem Gartenbeet. (Foto: SR)

Eine günstige Möglichkeit, zum Selbstversorger zu werden, hat man mit einem Kleingarten. Im Saarland gibt es einige solcher Anlagen, die von Vereinen betrieben werden. Gegen eine Pachtgebühr im Verein kann man dann einen Garten übernehmen.

Landesverband Saarland der Kleingärtner e.V.
lsk-saarland.de

Allerdings sind solche Grundstücke sehr gefragt und es gibt lange Wartelisten. Laut dem Bund der Kleingartenvereine liegt die Pacht für eine durchschnittlich große Parzelle von 370 Quadratmetern bei etwa 66,66 Euro pro Jahr.

Hat man einen solchen Schrebergarten ergattert, kann man als Einsteiger meist auf den Rat der erfahrenen Gärtner der Anlage zurückgreifen. Außerdem werden auch Seminare wie Baumschnittkurse angeboten.

Es gibt aber auch genaue Vorgaben, wie ein Kleingarten aufgebaut sein muss: ein Drittel Anbau (Obst, Gemüse, Beeren), ein Drittel für die Gartenlaube und ein Drittel dient der Erholung.

Kleingartenvereine gibt es in den Kreisen Saarlouis und Neunkirchen sowie im Regionalverband Saarbrücken.

Acker mieten

Acker (Foto: SR)

Einige Online-Anbieter sind mittlerweile auf dem Markt, die Ackerparzellen vermieten, auf denen man in Eigenleistung Obst und Gemüse anzubauen kann. Sie vermieten das Land für ein Jahr, die Kosten liegen zwischen 200 und 300 Euro im Jahr.

Dafür bekommt man Hilfe beim Anbau, häufig kann man in den dazugehörigen Onlineshops auch Gärtnerzubehör wie Geräte oder Saatgut kaufen.

Im Saarland gibt es solche Angebote derzeit nicht.

Garten in Nutzgarten umwandeln

Gemüsegarten (Foto: Pixabay/juliacasado1)

Aber weil im Saarland die Eigenheimquote sehr hoch ist, haben viele hier einen Garten, in dem sie einen Nutzgarten anlegen könnten – wenn sie wüssten wie. Hier kann es helfen, einem Obst- und Gartenbauverein beizutreten.

Weitere Infos zu den Gartenbauvereinen
www.gartenbauvereine.de

Die Vereine veranstalten regelmäßig Kurse zu Gartenthemen und stehen ihren Mitgliedern darüber hinaus mit Rat und Tat zur Seite. Oft betreiben sie auch eine Vereinsanlage, auf der man dann als Gegenleistung zu Arbeitseinsätzen kommen muss.

Der Verband hat außerdem eine Streuobstbörse auf seiner Seite. Hier findet man zur Erntezeit Angebote von Privatleuten, die Obst wie Äpfel, Birnen oder Quitten zum selber ernten anbieten, aber auch Streuobstwiesen, die man pachten kann.  

Gartenakademie
www.lwk-saarland.de

Wem solche Vereinstätigkeiten nicht liegen, kann auch an Seminaren teilnehmen, die Gartenakademie Rheinland-Pfalz bietet zum Teil kostenlose Webinare an. Bei einzelnen Fragen kann man sich an die telefonische Beratung der Gartenakademie der saarländischen Landwirtschaftskammer wenden.

Im Internet gibt es zudem zahlreiche Foren speziell zum Thema Selbstversorgung, in denen man sich austauschen und die Antwort auf die eine oder andere Frage finden kann.

Balkongarten

Gemüse in der Stadt (Foto: Christian Schwarz)

Wem ein eigener Garten zu viel Arbeit ist, der kann auch auf dem Balkon oder der Terrasse Obst und Gemüse anpflanzen.

Säulenobstbäume kann man in Kübeln aufstellen, Salat und Spinat wachsen auch in Hochbeeten und sogar große Kunststofftasche sind bei der Selbstversorgung nützlich: Füllt man sie mit guter Erde, lassen sich ohne Probleme Karotten darin ziehen.

"Gut zu wissen" - immer donnerstags in der Sendung "Bunte Funkminuten" auf SR 3 Saarlandwelle.

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