Zwei Personen mit Smartphones in den Händen (Foto: pixabay/terimakasih0)

Telefon, Mobilfunk und Internet: Mehr Rechte für Verbraucher

Gut zu wissen: Neues Telekommunikationsgesetz

Sarah Sassou   02.12.2021 | 10:45 Uhr

Automatisch verlängerte Mobilfunkverträge, Störungen des privaten Internetanschlusses oder Unklarheiten bei App-Einkäufen: Probleme, die viele Verbraucher kennen. Durch das neue Telekommunikationsgesetz der Bundesnetzagentur haben sie jetzt deutlich mehr Rechte.

Das neue Telekommunikationsgesetz
Audio [SR 3, Studiogespräch Carmen Bachmann/ Sarah Sassou (c) SR, 02.12.2021, Länge: 05:58 Min.]
Das neue Telekommunikationsgesetz

Wer sich telefonisch über einen neuen Mobilfunk- oder Internetvertrag beraten lässt, bekommt jede Menge Informationen, die man oft gar nicht richtig erfassen kann. Trotzdem schließen viele einen Vertrag ab. Das geht nun nicht mehr, denn die Anbieter müssen hier für mehr Transparenz sorgen und dem Kunden eine Vertragszusammenfassung zuschicken.

Sie enthält die wichtigsten Daten des Vertrages. „Das sind Anschlussgebühren oder kostenpflichtige Zusatzvereinbarungen, die Laufzeit, die Verlängerung und die Kündigungsbedingungen“, erklärt Elif Tanto von der Verbraucherzentrale des Saarlandes. Erst dann gilt der Vertrag.

Keine unbemerkte automatische Vertrags-Verlängerung

Zwei Hände, die ein Blatt Papier halten (Foto: Pixabay / congerdesign)

Nach der Mindestlaufzeit muss der Anbieter auf die automatische Vertragsverlängerung hinweisen. Verpasst man die Kündigung, kann man jetzt monatlich kündigen. Außerdem werden die Telekommunikationsanbieter dazu verpflichtet, ihre Kunden jährlich über den für sie optimalen Vertrag zu informieren und zwar auch schriftlich.   

Übersicht über App-Einkäufe

Smartphone (Foto: dpa)

Ebenfalls neu sind die Regelungen zu den sogenannten Drittanbietern. Apps, Spiele und andere Dienste, die kostenpflichtig sind, müssen nun auf der Rechnung aufgeschlüsselt werden. "Außerdem müssen Kunden die Anschrift des Drittanbieters, eine kostenlose Kundendienstnummer und auch die Internetseite, auf der dieser Dienst gebucht wurde, bekommen“, sagt Elif Tanto.

Entschädigung bei Störungen

 Ein magentafarbenes Netzwerkkabel der Telekom steckt in einem Notebook (Foto: picture alliance / Rolf Vennenbernd/dpa | Rolf Vennenbernd)

Wenn der Dienst mindestens zwei Tage gestört ist, zum Beispiel beim Umzug oder Anbieterwechsel, haben Verbraucher ab dem dritten Tag ein Recht auf Entschädigung. Das gilt auch, wenn der technische Dienst, der die Störung beheben soll, nicht zum verabredeten Termin erscheint. Auch wenn die vertraglich vereinbarte Internetgeschwindigkeit nicht erreicht wird, muss man nicht den vollen Preis dafür zahlen.

Weitere Informationen: www.verbraucherzentrale.de

"Gut zu wissen" - immer donnerstags in der Sendung "Bunte Funkminuten" auf SR 3 Saarlandwelle.

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