Wasserglas (Foto: dpa)

Wasser marsch – Stille Mineralwasser im Test

Karin Mayer   12.08.2021 | 09:30 Uhr

28 Grad und es wird noch heißer: Der Sommer kommt und der Durst wird größer. Da ist frisches Mineralwasser angesagt. Die Stiftung Warentest hat 32 verschiedene Wässer getestet. Außerdem in "Gut zu wissen": Leitungswasser - die Alternative zum Wasser aus der Flasche. Wie gut ist es?

Im Test schneiden viele Mineralwässer gut ab: Acht erreichen sehr gut, 18 die Note gut. Bewertet wurden Geschmack, Geruch, aber auch Schadstoffgehalt oder Verunreinigungen.

Zum Thema im Studiogespräch: Karin Mayer aus der SR-Wirtschaftsredaktion

Durchgefallen sind ausgerechnet zwei besonders teure Produkte und zwei Bio-zertifizierte. Gescheitert sind Voss und Healsi schon im Geschmackstest, berichtet Sarah Waldau von Stiftung Warentest.

Voss aus Schweden enthält die wenigsten Mineralstoffe, außerdem gibt es Kritik an der Kennzeichnung. Die Quelle wurde nicht angegeben, was bei Mineralwasser ein Muss ist. 

Gutes muss nicht teuer sein

Das günstigste Mineralwasser gibt’s ab 13 Cent. Dazu gehören auch sehr gute Produkte. Im Test liegen sowohl regionale Produkte wie Fürst Bismark oder Lichenauer Mineralquellen vorne, aber auch preisgünstige Discounter-Angebote von Lidl, Aldi, Penny oder Kaufland. Das Mineralwasser von Edeka und Rewe schneidet dagegen schlecht ab

Testverlierer 

Die teuersten Mineralwasser sind Voss aus Norwegen und Healsi aus Portugal für 3,60 bzw. 3,40 Euro die Flasche. Es gibt sie in Designer-Flaschen, aber ausgerechnet diese beiden teuren Produkte im Test gehören zu den Testverlieren. Das eine falle durch Verunreinigungen, das andere durch schlechten Geschmack auf.

Bio-Zertifizietes Wasser

Wenn ein Mineralwasser die Grenzwerte für Schadstoffe deutlich unterschreitet, kann es Bio sein. Das haben Gerichte entschieden. Im einzelnen legen Zertifizierungsstellen die Kriterien für Bio-Wasser fest. Im Test haben zwei Bio-zertifizierte Mineralwässer jedoch mit mangelhaft und ausreichend abgeschnitten. 

Die Alternative: Leitungswasser

Aus einem Wasserhahn läuft Trinkwasser in ein Glas. (Foto: dpa)

Fast die Hälfte der Deutschen trinkt auch regelmäßig Leitungswasser. Trinkwasser wird streng kontrolliert. In 99 Prozent aller Proben wurden die Grenzwerte eingehalten, tritt eine Gefahr auf, wird gewarnt. Trinkwasser kommt zu 70 Prozent aus Grundwasser, der Rest aus Seen, Flüssen und Talsperren. Es kann auch mineralstoffhaltig sein. Ein Test aus dem Jahr 2019 hat laut Stiftung Warentest ergeben, dass jedes vierte Leitungswasser mehr als 500 Milligramm Mineralstoffe enthält. 

Kostengünstig und ohne Verpackungsmüll

Leitungswasser ist unschlagbar günstig. Ein halber Liter kostet im Durchschnitt einen halben Cent. Man spart Verpackung und natürlich auch den Transport. Das schont die Umwelt. Doch was aus der Leitung kommt, hängt auch von Leitungen im Haus und von den Amaturen ab. Wasserleitungen aus Blei sind seit 2013 nicht mehr zulässig, Vermieter müssen diese Rohre austauschen.

Armaturen im Test 

Die Stiftung Warentest hat bei 15 Armaturen getestet, ob sie Metalle wie Nickel, Blei, Kupfer, Bismut oder Arsen ins Wasser abgeben. Dafür wurden die Wasserhähne 16 Wochen lang mit Trinkwasser gespült. Das Ergebnis reicht von gut bis mangelhaft, vor allem Blei und Nickel kommt durch die Armaturen ins Wasser. Die günstigste gute Armatur gibt’s ab 69 Euro bei Bauhaus. Wer feststellt, dass die eigene Armatur schlecht abschneidet, muss sie nicht unbedingt austauschen. Man sollte aber das Wasser ablaufen lassen, bevor man es verwendet. 

Weitere Informationen

  • Test 8/2021, Test
  • www.umweltbundesamt.de


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"Gut zu wissen" - immer donnerstags in der Sendung "Bunte Funkminuten" auf SR 3 Saarlandwelle.

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