Ein Einkaufswagen mit Lebensmitteln und Produkten des täglichen Bedarfs  (Foto: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild | Jens Büttner)

Wie man beim Lebensmitteleinkauf sparen kann

Gut zu wissen

Yvonne Schleinhege   28.10.2021 | 10:15 Uhr

Beim Einkaufen werden es viele Kunden schon bemerkt haben: die Preise für Lebensmittel sind zuletzt kräftig gestiegen. Für Gemüse muss man aktuell fast zehn Prozent mehr zahlen als noch vor einem Jahr. Auch andere Lebensmittel sind teurer geworden. Damit man gut und günstig einkauft, ist vor allem Planung das A und O.

Jeder wird diese Situation kennen: Man wollte nur drei oder vier Dinge einkaufen und am Ende geht man mit einem gut gefüllten Einkaufswagen aus dem Supermarkt.

Gut zu wissen: Wie gut und günstig einkaufen?
Audio [SR 3, Studiogespräch: Eberhard Schilling/Yvonne Schleinhege, 28.10.2021, Länge: 07:10 Min.]
Gut zu wissen: Wie gut und günstig einkaufen?
Yvonne Schleinhege aus der SR-Wirtschaftsredaktion hat Tipps, wie man trotz gestiegener Preise beim Einkauf sparen kann.

Fast 70 Prozent aller Einkäufe sind Spontankäufe. Diese zu reduzieren spart ziemlich viel Geld. Deshalb ist Planung bei Einkaufen das Wichtigste. Für die Verbraucherberaterin Theresia Weimer-Ehl steht daher fest: Ein großer Einkauf in der Woche ist sinnvoller als mehrmals pro Woche in den Supermarkt zu gehen.

Wochenplan machen

Im Idealfall macht man sich einen genauen Wochenplan, was man in der Woche essen möchte. Dann checkt man die Vorräte und schreibt einen Einkaufszettel. Und genau an diesen Einkaufszettel sollte man sich dann halten, auch wenn es im Supermarkt natürlich viele Verlockungen gibt, mehr einzukaufen.

Einfach, aber wichtig ist auch: Man sollte nicht hungrig einkaufen gehen, denn dann landet ganz bestimmt etwas mehr im Einkaufswagen.

Werbeartikel müssen nicht günstig sein

Auch wer satt und mit Einkaufszettel in der Hand im Supermarkt ist, sollte natürlich die Tricks der Einkaufsmärkte kennen. Wer vor einem Regal steht, findet die teuren Produkte meist auf Augenhöhe.

Für die Preisgünstigeren muss man sich hingegen meist bücken. Ein preisgünstiges Produkt der Supermarkt-Eigenmarke müsse auch nicht schlechter sein als ein Markenprodukt, sagt Theresia Weimer-Ehl von der Verbraucherzentrale. Im Fall der Fälle lohnt es sich, hier auch mal auf die Inhaltsliste zu schauen.

Preisvergleich mit dem Grundpreis

Wichtig ist natürlich immer der Preisvergleich. Auch wenn ein schön drapierter Aufsteller im Gang ein Super-Sonderangebot verspricht, muss es das nicht sein. Auch hier lohnt es sich, die Preise mit anderen Waren aus dem Sortiment zu vergleichen.

Bei jedem Produkt wird ein sogenannter Grundpreis angegeben, das sind die Kosten pro Kilogramm oder pro Milliliter. Damit lassen sich ziemlich leicht Preise vergleichen. Immer öfter bieten Supermärkte auch Waren günstiger an, wenn sie kurz vor dem Ablaufdatum sind. Diese Produkte sind noch völlig in Ordnung und man könne sie gut kaufen, so Theresia Weimer-Ehl.

Abends einkaufen

Ein Tipp der Ernährungsexpertin: Lieber abends einkaufen, dann reduzieren die Händler häufig Waren. Gleiches gilt natürlich auch für den Einkauf auf dem Wochenmarkt. Auch hier gibt es gerade samstags kurz vor Toresschluss noch gute und günstigere Ware.

Zum gut geplanten Einkauf gehört natürlich auch eine maßvolle Vorratshaltung. Denn am meisten lässt sich sicherlich sparen, wenn man einfach weniger wegwirft.

Lebensmittel richtig lagern

Dazu gehört, die Ware zuhause richtig zu lagern. Kartoffeln gehören an einen dunklen und kühlen Ort, Tomaten und Paprika gehören nicht in den Kühlschrank und trockene Lebensmittel sollten auch trocken gelagert werden.

Kleiner Tipp zudem: Käse am Stück ist haltbarer als Scheibenkäse. Je höher der Weizenanteil in einem Brot ist, desto schneller wird es altbacken. Wer Konserven kauft, sollte sie nicht wärmer als 19 Grad lagern.

Und natürlich macht es Sinn den Kühlschrank und die Vorratsschränke so einzuräumen, dass die ältesten Lebensmittel vorne stehen. Eine Option ist zudem meist, Reste einzufrieren und später zu essen.

Selber kochen und zwar saisonal

Reichlich Geld spart auch, wer möglichst wenig Fertigprodukte nutzt, denn die sind häufig verhältnismäßig teuer. Zudem sollte man saisonal einkaufen, so die Expertin von der Verbraucherzentrale. Wenn, wie jetzt, die Kohl-Zeit beginnt, sind diese Produkte auch günstiger.

Bio vom Discounter?

Wenn Bio draufsteht, dann sei auch Bio drin, erklärt Theresia Weimer-Ehl. Das heißt, dann müssen zumindest bestimmte Standards eingehalten werden. Natürlich gebe es bei unterschiedlichen Bio-Produkten auch unterschiedliche Qualitätsstandards, so die Expertin.

Ein deutsches Demeter-Produkt sei deshalb schwierig mit einem Bio-Produkt aus einem nicht-EU-Land zu vergleichen. Aber deshalb könne man nicht grundsätzlich sagen, das Bio-Produkte vom Discounter schlechter oder besser seien, als die in einem speziellen Biomarkt.   

"Gut zu wissen" - immer donnerstags in der Sendung "Bunte Funkminuten" auf SR 3 Saarlandwelle.

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