Solarpanel (Foto: pixabay)

Solaranlage für die Steckdose

Sarah Sassou   08.04.2021 | 10:30 Uhr

Solarstrom selber generieren – das geht über eine Photovoltaikanlage auf dem Dach. Solche Anlagen sind aber aufwändig zu installieren und teuer. Deswegen haben Hersteller nun kleine Solaranlagen für den Balkon entwickelt, die man einfach in die Steckdose stecken kann, sogenannte Balkonkraftwerke. Die Mini-Solaranlagen speisen die gewonnene Energie über ein Kabel mit Stecker direkt in den Stromkreis im Haushalt ein.

"Gut zu wissen": Mit 350 bis 500 Euro muss man für eine Solaranlage für den Balkon rechnen"
Audio [SR 3, Studiogespräch: Carmen Bachmann/Sarah Sassou, 08.04.2021, Länge: 06:04 Min.]
"Gut zu wissen": Mit 350 bis 500 Euro muss man für eine Solaranlage für den Balkon rechnen"
Was eine Mini-Solaranlage ist und wie sie funktioniert, das erklärt SR-Reporterin Sarah Sassou.

Eine Mini-Photovoltaikanlage lohne sich im Prinzip für jeden, sagt Achim Ohlmann, Energieberater bei der Verbraucherzentrale Saarland. Den Strom könne man für die sogenannte Grundlast im Haushalt nutzen. „ Alle Geräte, die dauerhaft am Stromnetz hängen, können so kostenlos mit Energie versorgt werden, zum Beispiel Telefon, Kühlschrank oder die Uhranzeige am Herd.“ Für Menschen, die viel zuhause sind, lohne sich eine solche Anlage besonders.

Wird mehr Strom erzeugt als verbraucht, geht der Strom ins Netz. Das ist auch bei großen Photovoltaikanlagen auf dem Dach so. Allerdings bekommen deren Betreiber - auch private - dafür dann eine sogenannte Einspeisevergütung. „Eine Förderung für Mini-Solaranlagen ist aber sehr kompliziert zu stellen“, schränkt Achim Ohlmann ein. Der bürokratische Aufwand lohne sich nicht.

Einverständnis des Vermieters

Wer kein eigenes Haus hat, der muss sich vor der Montage einer Mini-Solaranlage das Einverständnis des Vermieters bzw. der Hausgemeinschaft einholen, wenn abgesprochen ist, dass Montagen am Balkon oder an der Hauswand nicht einfach so vorgenommen werden dürfen. „So eine kleine Photovoltaikanlage stört das Erscheinungsbild des Hauses aber in der Regel nicht“, sagt der Energieberater. „Wer sollte da also etwas dagegen haben, wenn man etwas für den Klimaschutz tut?“ Denn pro Jahr spare man etwa 100 Kilogramm CO2 ein.

Die Kosten von rund 500 Euro für eine solche Solaranlage habe man nach etwa zehn Jahren raus. „Geht man davon aus, dass sie 20 Jahre halten kann, hätte man dann sogar noch 500 Euro Gewinn gemacht“, erklärt Ohlmann.

Der Standort

Allerdings sollte man bei der Montage ein paar Punkte beachten, damit die Ersparnis nicht gleich wieder weg ist. „Wichtig ist, dass die Mini-Solaranlage an einer Stelle installiert wird, die schattenfrei ist“, erklärt Achim Ohlmann. Denn die Solarmodule in der Anlage wandeln Sonnenenergie und diffuse Helligkeit in Strom um. Je mehr Licht auf die Module fällt, umso höher ist also der Energiegewinn.

Zudem sollte es am Standort der Photovoltaikanlage eine Außensteckdose geben. Hat man die nicht, müsse man die Kosten dafür auch noch einplanen, sagt der Energieberater.  

Außerdem sollte die Anlage – wie die meisten elektrischen Geräte - an eine sogenannte Schuko-Steckdose angeschlossen werden, damit man keine spezielle Einspeise-Steckdose braucht. Für die Montage der Anlage selbst braucht man keinen Fachbetrieb – vorausgesetzt man achtet darauf, dass sie nicht mehr als 600 Watt Leistung hat. Dann darf man sie selbst installieren.

Weitere Infos
Verbraucherzentrale Saarland
Telefon: 0681/50089-15
www.verbraucherzentrale-energieberatung.de
www.pvplug.de

„Wer sich genauer über die passende Mini-Photovoltaik-Anlage beraten lassen möchte, kann das bei der Verbraucherzentrale Saarland tun“, sagt Energieberater Achim Ohlmann. Die Beratung ist kostenlos.

"Gut zu wissen" - immer donnerstags in der Sendung "Bunte Funkminuten" auf SR 3 Saarlandwelle.

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