Ein Kugelschreiber und ein Geldschein liegen auf einer Renteninformation der Deutschen Rentenversicherung (Foto: picture alliance/dpa | Marijan Murat)

Rentenbeiträge freiwillig zahlen oder Abschläge ausgleichen

Karin Mayer   24.03.2021 | 10:40 Uhr

Wer keine Pflichtbeiträge zur Rentenversicherung zahlt, kann freiwillig einzahlen. Das gilt vor allem für Selbstständige. Mit zusätzlichen Zahlungen können Pflichtversicherte mögliche Abschläge ausgleichen.

Selbstständige, die keine Pflichtbeiträge in die Rentenversicherung einbezahlen, können freiwillig Beiträge leisten. Sie bestimmen die Höhe ihrer Beiträge selbst. Der Mindestbeitrag pro Monat liegt bei 83,70 Euro, der Höchstbeitrag bei 1283,40 Euro. Freiwillige Beiträge werden rückwirkend für das vergangene Jahr bezahlt. Möglich ist das bis zum 31. März.

Rentenansprüche erwerben

Gut zu wissen: Rentenbeiträge freiwillig zahlen oder Abschläge ausgleichen
Audio [SR 3, Karin Mayer, 24.03.2021, Länge: 05:44 Min.]
Gut zu wissen: Rentenbeiträge freiwillig zahlen oder Abschläge ausgleichen

Beiträge zur Altersvorsorge sind steuerlich absetzbar. Deshalb nutzen inzwischen etwas mehr Menschen die Möglichkeit freiwillig Rentenbeiträge zu bezahlen, berichtet Thomas Sander von der Deutschen Rentenversicherung Saarland. Noch entscheidender sind die Versicherungszeiten zum Beispiel für den Rentenanspruch.

Wer mindestens fünf Jahre lückenlos rentenversichert war, hat Anspruch auf eine Erwerbsminderungsrente. "Viele machen das, um Anspruch auf eine Altersrente für langjährig Versicherte zu erwerben", so Thomas Sander. Dafür sind 35 Beitragsjahre notwendig.

Antrag stellen

Freiwillige Beiträge zur Rentenversicherung muss man beantragen. Dann wird geprüft, ob die Voraussetzungen für freiwillige Beiträge erfüllt sind, sagt Thomas Sander von der Deutschen Rentenversicherung Saarland. Wer beispielsweise über einen Minijob Beiträge in die Rentenversicherung zahlt oder Erziehungszeiten in Anspruch nimmt, kann keine freiwilligen Beiträge bezahlen.

Bundesregierung plant Pflichtbeiträge für Selbstständige

Es steht im Koalitionsvertrag: die Bundesregierung plant in dieser Legislaturperiode die Rentenversicherungspflicht für Selbstständige einzuführen. Bisher wurde diese Reform aber nicht umgesetzt. Schon jetzt zahlen selbstständige Handwerker, Selbstständige mit nur einem Arbeitgeber, Lehrer, Erzieher, Pflegemitarbeiter und Künstler Pflichtbeiträge in die Rentenversicherung.

Abschläge ausgleichen

Wer vor Beginn der Altersgrenze in Ruhestand gehen will, bekommt weniger Rente. Der Abschlag pro Jahr beträgt 0,3 Prozent pro Monat. Versicherte können diese Abschläge im Voraus ausgleichen. Möglich ist das ab 50. Die Beträge können die Versicherten frei wählen und über Jahre staffeln, sagt Thomas Sander von der Deutschen Rentenversicherung Saarland.

Es gibt dafür keine Fristen. Interessierte sollten sich dazu von der Rentenversicherung beraten lassen. Um Abschläge auszugleichen, sind allerdings hohe Beträge nötig. Beispiel: ein Versicherter, der eine Rente von 1000 Euro erwartet, möchte zwei Jahre früher in Rente gehen. Dafür müsste er Abschläge in Höhe von 7,2 Prozent hinnehmen. Um diese Abschläge auszugleichen, müsste er 17.530 Euro einbezahlen.

Weitere Informationen finden Sie auf der Website der Deutschen Rentenversicherung:

"Gut zu wissen" - immer donnerstags in der Sendung "Bunte Funkminuten" auf SR 3 Saarlandwelle.

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