Laptop, Tablet, Smartphone (Foto: pixabay)

Wiederaufbereitete Geräte – Schnäppchen oder Risiko?

Gut zu wissen

Sarah Sassou   13.01.2022 | 09:30 Uhr

Ein Smartphone oder ein Notebook sind immer eine große Investition. Ein Schnäppchen zu erwischen, macht sich also gleich deutlich im Geldbeutel bemerkbar. Wenn es aber nun im Handel gerade kein gutes Angebot für das gewünschte Gerät gibt? Eine Alternative können da zurückgeschickte oder wieder aufbereitete, sogenannte Refurbished-Geräte sein.

„Refurbished-Geräte sind oft Rückläufer, also Retouren, die zurückgeschickt worden sind, weil sie nicht gefallen oder die falsche Farbe hatten. Sie können dann aber nicht mehr als neu verkauft werden“, erklärt Wolfgang Pauler. Er leitet des Testcenter des Fachmagazins „Chip“.

"Gut zu wissen": Refurbished-Geräte
Audio [SR 3, Studiogespräch: Sarah Sassou, 13.01.2022, Länge: 05:41 Min.]
"Gut zu wissen": Refurbished-Geräte
Wie gut sind wiederaufbereitete Geräde und worauf sollte man beim Kauf achten? Dazu im Studiogespräch: Sarah Sassou aus der SR-Wirtschaftsredaktion.

Neuwertig oder wieder aufbereitet

In solchen Fällen gelten die Geräte als neuwertig und werden dann als refurbished etwas günstiger weiterverkauft.

Refurbished-Geräte können aber durchaus auch schon in Gebrauch gewesen, aber zum Beispiel wegen kleinerer Mängel zurück zum Händler gegangen sein. Meist wirbt der Verkäufer dann damit, dass die Verkaufsgeräte generalüberholt sind.

Das bedeutet laut Verbraucherzentrale, dass sie auf Werkseinstellungen zurückgesetzt und alle Daten vollständig gelöscht sind. Außerdem hat der Anbieter das Gerät dann getestet, gereinigt und äußerliche Gebrauchsspuren beseitigt. Auch in der Funktion beeinträchtigte Teile wurden dann ausgetauscht wie beispielsweise der Akku, Kameralinsen oder andere Kleinteile. Das Ziel dabei: Der Zustand des Geräts muss einem neuwertigen Smartphone möglichst nahekommen.

Die verschiedenen Marktplätze

Die verschiedenen gewerblichen Anbieter von Refurbished-Geräten muss man unterscheiden:  Einerseits gibt es Plattformen, auf denen Händler ihre Geräte anbieten können. Andererseits gibt es Hersteller und Händler bestimmter Marken, die Neuwaren, aber auch Refurbished-Produkte anbieten. „Solche Marktplätze werben damit, dass nur Händler dort verkaufen dürfen, deren Geräte bestimmte Anforderungen erfüllen, zum Beispiel, dass der Akku mehr als 80 Prozent Leistung hat“, sagt Chip-Redakteur Wolfgang Pauler. 

Rückgaberecht bei Refurbished-Ware

Hat man nun ein Smartphone oder Notebook dort gekauft und möchte das Gerät dann doch wieder zurückgeben, kann man das auch bei Refurbished-Ware innerhalb von 14 Tagen ohne Angabe von Gründen tun. Das ist durch das Widerrufsrecht im Onlinehandel geregelt.

Noch besser aber ist es aus Sicht von Verbraucherschützern, auf Anbieter mit freiwillig längeren Rückgabefristen zu setzen. Kauft man direkt beim Hersteller, bekommt man meist die gleichen guten Rückgabe-Konditionen wie bei Neugeräten – nur eben zum günstigeren Kaufpreis.

Suche nach dem günstigen Angebot

„Bei Refubished-Geräten kann man im Vergleich zum Neugerät etwa zehn bis 20 Prozent einsparen“, sagt Wolfgang Pauler. Das setze aber eine genaue Preisrecherche voraus.

Pauler rät, den günstigsten Neupreis des Wunschsmartphones erst einmal über eine Suche im Internet herauszufinden. „Dabei würde ich darauf achten, bei Händlern zu suchen, denen ich vertraue.“ Wenn der Neupreis sehr niedrig sei und man den Händler nicht kenne, sei das möglicherweise unseriös. Von dem niedrigsten Preis ausgehend könne man dann nach einem entsprechend günstigeren Refurbished-Angebot suchen.

Die Ware genau prüfen

Ist das Gerät angekommen, sollte man die Rückgabefrist nutzen, um das Smartphone oder Notebook auf die Funktionstüchtigkeit zu prüfen. „Wenn man das nicht selbst kann und auch niemanden kennt, der das übernehmen kann, kann man einen Servicebetrieb suchen, der das gegen eine Gebühr übernimmt.“

Pauler rät außerdem, nur neuere Geräte zu kaufen. „Auch wenn ältere Geräte noch gut in Schuss sind, gibt es möglicherweise Sicherheitsprobleme, weil der Hersteller für vier, fünf Jahre alte Geräte keine Updates für die Software mehr bereitstellt und auch keine Ersatzteile wie Akkus mehr erhältlich sind."

Fazit

Wenn man also im Hinterkopf hat, dass auch Technikhersteller und -händler nichts zu verschenken haben und auf lange Rückgaberechte achtet, kann man mit Refurbished-Geräten sparen – Geld und auch Ressourcen.


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"Gut zu wissen" - immer donnerstags in der Sendung "Bunte Funkminuten" auf SR 3 Saarlandwelle.

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