Euroscheine (Foto: SR)

So kommen Prämiensparer an ihr Geld

Gut zu wissen: Ausstehende Zinsen

Sarah Sassou   26.10.2022 | 09:45 Uhr

Wegen der Niedrigzinsen hatten sich Kreditinstitute auf die sogenannten Zinsanpassungsklauseln berufen und bei Prämiensparverträgen die Zinsen gesenkt. Der Bundesgerichtshof hat im Oktober noch einmal bekräftigt, dass die Sparkassen und Banken das so nicht hätten machen dürfen und dass sie ihren Kunden nun Zinserträge nachzahlen müssen. Dazu im SR-Interview: Konrad Diwo, Finanzexperte bei der Verbraucherzentrale des Saarlandes.

Auf einem Sparbuch legt man nicht nur Geld auf die hohe Kante, es soll auch was bringen – nämlich Zinsen. Beim Prämiensparen ist das so ähnlich, und zusätzlich gibt es eine Prämie.

Doch das Prämiensparen ist mit der Zinswende für die Banken und Sparkassen teuer geworden. Deswegen haben sich einige Kreditinstitute auf die sogenannten Zinsanpassungsklauseln berufen und die Zinsen nach unten angepasst. Oder sie haben den Kunden die Verträge sogar gekündigt.

Audio

Gut zu wissen: "Die Einschaltung eines Schlichters hemmt die Verjährung um sechs Monate"
Audio [SR 3, Interview: Carmen Bachmann, 03.11.2022, Länge: 04:15 Min.]
Gut zu wissen: "Die Einschaltung eines Schlichters hemmt die Verjährung um sechs Monate"

Der Bundesgerichtshof hatte im Oktober dann aber einmal bekräftigt: Die Sparkassen und Banken hätten das so nicht machen dürfen. Nun müssen sie ihren Kunden Zinserträge nachzahlen. Allerdings verjährt diese Möglichkeit der Nachforderung mit diesem Jahr für Verträge, die bis 2019 gekündigt wurden.

So kommen betroffene Sparer zu ihrem Recht

Banken und Sparkassen müssen laut BGH-Urteil auf die Kunden zugehen und erklären, ob die Zinsen in deren Verträgen angepasst wurden.

Wenn ja, sind die Banken dazu verpflichtet, ihren Kunden entweder unwiderruflich eine Zinsnachberechnung zuzusichern oder einen Änderungsvertrag mit einer wirksamen Zinsanpassungsklausel anzubieten.

Wie hoch die Nachzahlung im Einzelfall ist, wurde durch das Urteil nicht geklärt. Wer sich unsicher ist, kann sich an die Verbraucherzentrale wenden oder einen Rechtsanwalt einschalten.

"Gut zu wissen" - immer donnerstags in der Sendung "Bunte Funkminuten" auf SR 3 Saarlandwelle.

Artikel mit anderen teilen


Push-Nachrichten von SR.de
Benachrichtungen können jederzeit in den Browser Einstellungen deaktiviert werden.

Datenschutz Nein Ja