eine Frau sitzt im Büro an ihrem PC (Foto: SR)

Nebenverdienst im Internet – Geldquelle oder Abzocke?

"Gut zu wissen"

Sarah Sassou   27.05.2021 | 09:30 Uhr

Ein kleiner Zuverdienst, für den man nicht viel machen muss, da sagt man doch nicht nein. Wenn man im Internet unterwegs ist, dann fallen einem ständig solche Werbeanzeigen ins Auge, die genau das versprechen. Aber sind solche Nebenjobangebote denn seriös oder Abzocke?

Internetportale für Umfragen

Nebenverdienst im Internet – Geldquelle oder Abzocke?
Audio [SR 3, Sarah Sassou, 27.05.2021, Länge: 05:26 Min.]
Nebenverdienst im Internet – Geldquelle oder Abzocke?

Ein häufiges Angebot im Internet sind Umfragen im Bereich Meinungs- und Marktforschung. Es werden Teilnehmer und Teilnehmerinnen gesucht, die Fragebögen gegen eine Vergütung beantworten. Dafür meldet man sich über Portale an. Meist ist die Anzahl an monatlichen Umfragen pro Person limitiert- auf etwa bis zu zehn Fragebögen.

Pro Umfrage erhält man zwischen 1,50 und 15 Euro, die aber zunächst in Form von Punkten gutgeschrieben werden. Das Ausfällen der Fragebögen dauere etwa zehn Minuten, geben die Auftraggeber an. Auszahlen lassen kann man sich das verdiente Geld dann aber erst ab einem Mindestbetrag und dann meist nur über einen Online-Bezahldienst.

Viele persönliche Daten

Andere Portale bieten eine Vielzahl verschiedener Verdienstmöglichkeiten an. Dafür muss sich unter der Angabe vieler persönlicher Daten registrieren. Dann soll man zum Beispiel Fragen zu Produkten beantworten. Oder man soll sich als Kunde bei einer Bank oder einem Glückspielanbieter registrieren und erhält dafür dann einen Bonus.

Allerdings hat die Firma dann auch die persönlichen Daten, die sie nutzen darf. Ist die Firma nicht seriös, könnte sie die Daten auch weiterverkaufen. Das sei besonders interessant „je größer der Datensatz ist“, sagt Elif Tanto von der Verbraucherzentrale Saarland. 

Spezielle Jobs

Wer mehr als nur Fragebögen ausfüllen will, der kann sich als beispielsweise als App-Tester auf speziellen Plattformen registrieren. Dabei geht es darum, zu testen, wie Userfreundlich die Anwendungen sind. Solche Plattformen gibt es auch für das Verfassen von Online-Texten für etwa Shop-Betreiber. Es geht darum, sich an spezielle Regeln zu halten, damit der Shop von Suchmaschinen gefunden wird. Bezahlt wird meist nach Wörtern und Schnelligkeit, pro Wort kommt man auf etwa 2 Cent.

Auch speziell sind sogenannte Paidmails. Das bedeutet, dass man Mails von Werbetreibenden abonniert hat, die man öffnen muss. Dafür bekommt man pro Mail eine Vergütung im Cent-Bereich. Durch Bonus-Aktionen kann man mehr verdienen, zum Beispiel, indem man weitere Mitglieder anwirbt.

Geringe Planbarkeit

Von Vorteil sind bei solchen Jobs aus dem Internet, dass man keine festen Arbeitszeiten hat und sich seine Zeit gut einteilen kann. Häufig braucht man nicht viel mehr als ein Smartphone. Allerdings ist die Höhe der Einkünfte nicht planbar, man kann sich seinen Verdienst erst ab einer gewissen Höhe auszahlen lassen und es kommen keine großen Beträge zusammen.

Wichtig ist, dass man prüft, ob der Anbieter seriös ist. Dafür könne man einen Blick ins Handelsregister werfen, ob die Firma dort registriert ist, rät Elif Tanto. „Auch das Impressum sollte auf der Internetseite vorhanden sein, mit Adresse und Telefonnummer.“ Und egal, um welchen Job es sich handelt: „Es sollte keine Anmeldegebühr verlangt werden. Auch für Material und Schulungen sollten man nicht in Vorleistung treten müssen.“

"Gut zu wissen" - immer donnerstags in der Sendung "Bunte Funkminuten" auf SR 3 Saarlandwelle.

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