Ventilator  (Foto: Pixabay/Bru-nO)

Lüften, durchatmen, gesund bleiben

Gut zu wissen

Mit Informationen von Sarah Sassou   09.09.2020 | 11:39 Uhr

Gut gelüftete Räume sind wichtig - vor allem in Zeiten der Corona-Pandemie. Worauf es dabei ankommt? "Gut zu wissen" klärt auf.

Frei durchatmen, das tut Körper und Seele gut. Diesen Wohlfühlfaktor in der Wohnung erhöht man am besten durch Lüftung, denn die Luft in einem Gebäude muss regelmäßig ausgetauscht werden. Das kann man händisch über die Fenster und Türen tun oder aber mit einer Lüftungsanlage.

Luftdichte bringt Feuchtigkeit

Gut zu wissen: Gut lüften, gesund bleiben
Audio [SR 3, (c) SR Sarah Sassou , 09.09.2020, Länge: 05:54 Min.]
Gut zu wissen: Gut lüften, gesund bleiben

„Allerdings sind moderne Wohngebäude meist so luftdicht, dass durch das Fensterlüften nicht genügend frische Luft einströmt“, sagt Jens Büsung, Betreiber eines Ingenieurbüros mit Schwerpunkt Energieberatung. Er ergänzt: „Wer berufstätig ist und über Fenster und Türen lüftet, der hat fast keine Chance in einem energetisch optimalen Gebäude für ausreichend Belüftung zu sorgen.“

Automatischer Luftaustausch

Eine Lüftungsanlage übernimmt den Luftaustausch, so dass man ohne Fensterlüften auskommen kann. Denn zu wenig Lüften kann zu Schimmel- und Feuchtigkeitsschäden führen und dies wiederum kann die Gesundheit beeinträchtigen. Die Anlage wird in der Außenwand angebracht. In dem Kasten sitzt viel Technik, die die Innenluft nach draußen pustet und dafür Außenluft nach innen zieht und sie vorher noch filtert.

Dezentrale oder zentrale Belüftung

Bei einem Neubau lässt sich eine solche Anlage leicht einplanen. Wer den Altbau nachrüstet, muss sich überlegen, ob er eine dezentrale Anlage einbaut, d.h. in alle zu belüftenden Räumen werden Löcher in die Außenwand gebohrt, um dort die Rohre nach außen zu führen. Eine zentrale Anlage kann beispielsweise im Abstellraum, in einer Nische oder im Heizungsraum aufgestellt werden. Von hier aus werden denn Rohre zum Beispiel unter dem Bodenbelag oder unter der Decke in die Räume geführt.

Fachleute geben Tipps

Die Planung ist komplex, deswegen rät Jens Büsing, Fachleute zurate zu ziehen. Erstellen kann das Lüftungskonzept jeder, der sich auf Lüftungstechnik oder Gebäudemodernisierungen spezialisiert hat. Darunter fallen Klimafachbetriebe oder auch Energieberatungen.

Belüftung nach Plan

Beim Neubau ist eine Lüftungsanlage unabdingbar, da sind sich Experten einig. Jens Büsing rät auch bei Altbausanierungen dazu, sich mit dem Einbau einer Lüftungsanlage zu beschäftigen. Als Faustregel kann man sich merken: Wenn mehr als ein Drittel der Fenster ausgetauscht wird oder mehr als ein Drittel der Dachfläche eines Einfamilienhauses gedämmt wird, sollte man belüften.

Vorteile

„Das Ergebnis ist ein angenehmes Raumklima“, schwärmt Jens Büsing, der selbst in seinem Haus eine Lüftungsanlage hat. Er zählt weitere Vorteile auf: Heizwärme gehe nicht verloren, für Allergiker sei gut, dass die Luftfilter Pollen herausfiltern. Da man die Fenster nicht mehr zum Lüften öffnen müsse, habe man erstens weniger Lärm im Haus und biete zweitens auch keinen Schwachpunkt für Einbrecher.

Möglicherweise Schutz vor Corona-Virenpartikeln in der Luft

Gerade jetzt während der Corona-Pandemie wird viel über die Aerosole, die kleinen Teilchen, die mit Viruspartikeln belastet sein können, diskutiert und zu häufigem Lüften geraten. Allerdings wird das bei kalten Temperaturen schnell unangenehm. Wie hilfreich Lüftungsanlagen oder Luftfilter da sind, ist noch unklar. Für Fachfirmen ist das Thema Neuland, es laufen noch viele Tests. 

Staatliche Förderung

Vom Staat gibt es sogar noch einen Zuschuss: Sowohl für die Energieberatung als auch für die Lüftungsanlage selbst. Entweder kann man bei der KfW-Bank einen Zuschuss von 20 Prozent beantragen oder aber ein vergünstigtes Darlehen.

Weitere Infos:

Mehr zu dem Thema bietet die Verbraucherzentrale Saarland am 24. September 2020. an, Jens Büsing  hält einen Online-Vortrag und steht im Anschluss für Fragen im Chat bereit. Man muss sich vorher hier anmelden.

Über dieses Thema wurde in den Bunten Funkminuten am 9. September 2020 berichtet

"Gut zu wissen" - immer mittwochs in der Sendung "Bunte Funkminuten" auf SR 3 Saarlandwelle.

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