Kfz-Versicherung (Foto: pixabay/ElisaRiva)

Kfz-Versicherung: Preise vergleichen lohnt diesmal besonders

Gut zu wissen

Yvonne Schleinhege   24.11.2022 | 09:45 Uhr

Der 30. November ist der Stichtag für den Wechsel der Kfz-Versicherung. Und jedes Jahr gibt es denselben Tipp: Preise vergleichen. Diesmal kann es sich besonders lohnen, denn in diesem Jahr erhöhen viele Versicherer die Preise.

Vieles wird in diesen Tagen teurer, auch die Autoversicherung. „Im Schnitt schlagen die Versicherer etwa zehn Prozent auf“, sagt Beate Bextermöller von der Stiftung Warentest. „Da lohnt es sich auf jeden Fall zu schauen, ob man noch gut versichert ist oder ob es noch günstiger geht“.

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"Gut zu wissen": Kfz-Versicherung wechseln und sparen
Audio [SR 3, Studiogespräch: Eberhard Schilling / Yvonne Schleinhege, 24.11.2022, Länge: 07:01 Min.]
"Gut zu wissen": Kfz-Versicherung wechseln und sparen

Das Vergleichsportal Verivox hat aktuell durchgerechnet, dass es gerade für Bestandskunden im kommenden Jahr teurer wird. Wechselwillige könnten vielfach von einem Neukundenbonus profitieren und damit von moderater steigenden Preisen.

Wechsel des Versicherers kann enorme Ersparnis bringen

In ihrer Dezember-Ausgabe hat die Zeitschrift Finanztest über 150 Tarife untersucht und Vergleichsrechnungen für verschiedene Modellkunden durchgerechnet. Mal wieder habe sich gezeigt: Die Unterschiede zwischen einem teuren und einem günstigen Tarif lägen bei mehreren hundert Euro im Jahr, so Beate Bextermöller.

Vertragliches

Wer wechseln will, kann dies bis zum 30. November. Dafür reicht ein formloser Brief mit der Kündigung an den bisherigen Versicherer. Danach bleibt dann bis zum 1. Januar Zeit, eine neue Versicherung zu suchen. Wichtig: Natürlich kann man auch vorbeugend kündigen, zum Beispiel wenn die Jahresrechnung jetzt noch nicht da ist.

Zeigt der Preisvergleich, dass der alte Anbieter doch günstig ist, kann man dort wieder einsteigen und gegebenenfalls sogar den Neukundenbonus mitnehmen. Manchmal schickt die eigene Versicherung auch ein verbessertes Angebot, um die Kunden zu halten. „Nachfragen lohnt sich immer“, sagt deshalb die Versicherungsexpertin.

Sonderkündigungsrecht

Wenn die Jahresabrechnung erst kurz vor dem Stichtag vorliegt, sollte man diese gründlich kontrollieren. Denn wenn eine Versicherung teurer wird und der Beitrag sich erhöht, gibt es ein Sonderkündigungsrecht. In der Regel bis zu vier Wochen nach Erhalt der Rechnung kann man dann aus dem Vertrag aussteigen.

Aber: Es muss tatsächlich eine Preiserhöhung vorliegen. „Wenn der Kunde einen Unfall hatte und der Beitrag deshalb steigt, gilt das Sonderkündigungsrecht natürlich nicht“, sagt Beate Bextermöller.

Preisanpassung erkennen

Auch wichtig: Häufig erkennt man eine Erhöhung nicht auf den ersten Blick. Manchmal liegt sie sogar vor, wenn die Rechnung niedriger ausfällt. Das etwa kann passieren, wenn ein Wechsel der Schadensfreiheitsklasse vorliegt.

Ob der Beitrag erhöht wurde, können Versicherte an dem sogenannten Vergleichsbeitrag erkennen. Dieser muss in der Rechnung aufgeführt werden. Er nennt die Summe, die man hätte zahlen müssen, wenn der neue Beitragssatz schon im Vorjahr geholten hätte. „Ist der Versicherungsbeitrag niedriger, wurde der Preis erhöht“, so Bextermöller.

Niedriger Beitrag durch Vertragsanpassung

Wer seinen Versicherer nicht wechseln möchte, sollte aber mal den eigenen Vertrag überprüfen. „Vielleicht sind dort zum Beispiel mehr Kilometer hinterlegt, als man wirklich fährt“. Was ist mit der Zahl der Personen, die das Auto mitnutzen? Passt der Versicherungsumfang noch?

Stellschrauben zum Sparen sind eine mögliche Werkstattbindung, die Eingrenzung des Fahrerkreises, die voraussichtlich gefahrenen Kilometer oder auch die Selbstbeteiligung. Besonders die Kilometerangaben können dabei eine deutliche Ersparnis bringen. „Vielleicht hat man aber auch vor Jahren einen Premiumtarif abgeschlossen, den man gar nicht mehr braucht, weil das Auto inzwischen älter ist“, so der Hinweis von Beate Bextermöller.

Natürlich kann man sich auch zwischen einer Teilkasko und einer Vollkasko-Versicherung entscheiden. Hier stellt sich die Frage: Wie viel Schutz für das eigene Auto ist nötig? Will ich auch meinen eigenen Schaden erstattet bekommen? Vor allem bei teuren Autos, insbesondere E-Autos, empfiehlt die Stiftung Warentest eine Vollkasko-Versicherung.

Hier sollten Autobesitzer besser nicht sparen

Es gibt Leistungen, auf die Autobesitzer nicht verzichten sollten. Stiftung Warentest empfiehlt bestimmte Grundleistungen, die eine Versicherung umfassen sollte. So sollte die Deckungssumme der Haftpflichtversicherung mindestens 100 Millionen Euro betragen - 50 Millionen Euro bei Personenschäden.

Dazu sollte es einen erweiterten Deckungsschutz für Mietwagen im Ausland geben. Wenn der Fahrer grob fahrlässig zum Schaden beigetragen hat, darf die Kasko ihre Zahlung kürzen. Viele Tarife verzichten auf den „Einwand der groben Fahrlässigkeit“. Dann greifen sie, auch wenn es gekracht hat, weil der Kunde zum Beispiel eine rote Ampel übersehen hat. Die Klausel hilft aber nicht bei Alkohol, Drogen oder Diebstahl, manchmal auch nicht bei Handynutzung am Steuer.

Tipp

Helfen, einen guten Versicherungsschutz zu finden, kann der aktuelle Text in der Zeitschrift Finanztest. Auch Vergleichsportale wie Check24 und Verivox können eine Orientierung bieten. Allerdings: Nicht alle großen Versicherer sind auf den Plattformen vertreten. Deshalb sollte man auch die Tarifrechner auf den Internetseiten der Versicherer nutzen.

"Gut zu wissen" - immer donnerstags in der Sendung "Bunte Funkminuten" auf SR 3 Saarlandwelle.

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