Homeoffice Symbolbild (Foto: pixabay)

Homeoffice, Mobiles Arbeiten oder Telearbeit

Gut zu wissen

Karin Mayer   07.10.2020 | 10:40 Uhr

Ob mit oder ohne Rechtsanspruch –immer mehr Menschen arbeiten von zuhause aus. In Zeiten von Corona das Gesundheitsschutz und häufig ein Provisorium. Jetzt geht es darum langfristige Regeln fürs Homeoffice zu finden. Was Beschäftigte und Arbeitnehmer wissen sollten, klären wir in SR3 "Gut zu wissen".

Gut zu wissen: Homeoffice, Mobiles Arbeiten oder Telearbeit
Audio [SR 3, Karin Mayer, 07.10.2020, Länge: 06:25 Min.]
Gut zu wissen: Homeoffice, Mobiles Arbeiten oder Telearbeit

Homeoffice oder Mobiles Arbeiten ist eine Art Sammelbegriff, für Arbeiten zuhause. In Zeiten von Corona wurden viele Mitarbeiter auf die Schnelle mit einem Zugang zum Firmennetzwerk ins Homeoffice geschickt. Die Zahl der Beschäftigten, die gelegentlich zuhause arbeiten, lag vor Corona in Deutschland bei 12 Prozent. Heimarbeit ist trotzdem kein neues Phänomen. Sie ist im Heimarbeitsgesetz aus dem Jahr 1951 geregelt.

Mobiles Arbeiten

Rechtlich betrachtet, handelt es sich beim Homeoffice um mobiles Arbeiten. Am Arbeitsplatz wird häufig ein Firmenlaptop oder ein privater Computer genutzt. Weil es sich um gelegentliches Arbeiten zuhause handelt, fällt der Arbeitsplatz zuhause nicht unter die Arbeitsstättenverordnung. Es gilt aber: Das Arbeitszeitgesetz, sprich Ruhezeiten und maximale Arbeitszeiten müssen eingehalten werden.

Ebenso gilt das Arbeitsschutzgesetz, betont der Arbeitsrechtler Prof. Wolfgang Däubler. Wer beispielsweise beim Arbeiten zuhause, Rückenprobleme bekommt, kann sich beim Arbeitgeber einen Bürostuhl für zuhause erbitten. Zur Not mit Attest vom Orthopäden, so Däubler. Hinweis: In Zeiten von Corona haben Unternehmen ihren Beschäftigten teilweise Computer für zuhause gestellt. Es gab auch das Angebot Bürostühle mit nach Hause zu nehmen. Hier sind die Beschäftigten aber auf freiwilliges Entgegenkommen angewiesen.

Telearbeit

Dabei handelt es sich um einen Arbeitsplatz mit Computer, den der Arbeitgeber einrichtet. Das Unternehmen muss dann auch Schreibtisch, Stuhl und Computer stellen. Der Arbeitsplatz muss ergonomisch eingerichtet sein.

Dazu gehört auch: Die Lichtverhältnisse müssen stimmen. Das wird in der Arbeitsstättenverordnung §2 Abs. 7 geregelt. Er ist so genau definiert, dass er eigentlich nie vorkommt, sagt Prof. Wolfgang Däubler. Auch die Arbeitszeit zuhause muss genau vereinbart werden. Die Regeln seien so genau, dass er kaum je vorkomme, so der Arbeitsrechtler.

Beatrice Zeiger von der Arbeitskammer des Saarlandes möchte, dass sich das ändert. Sobald das Arbeiten zuhause regelmäßig stattfindet, handele es sich um einen Telearbeitsplatz. Sie sieht den Arbeitgeber in der Pflicht, Arbeitszimmer einzurichten. Auch der Unfallschutz am Arbeitsplatz müsse ausgeweitet werden.

 Worauf man bei der Arbeit im Homeoffice achten sollte

Arbeiten mit Laptop auf dem Sofa klingt erst mal bequem. Rückenprobleme sind dann aber vorprogrammiert. Selbst wenn man beim Arbeiten zuhause eigene Möbel nutzt, lohnt es sich Regeln zu beachten:

Richtig Sitzen: Dabei sollte man beide Füße flach auf den Boden aufstellen können. Knie- und Hüftgelenke sollten im rechten Winkel stehen. Wer auf einem Küchenstuhl sitzt, kann die Lehne mit einer Decke oder einem Sitzpolster bequemer und rückenfreundlicher machen. Auch die Tischhöhe muss stimmen. Die Arme sollten beim Schreiben auf der Tastatur ebenso einen rechten Winkel bilden können.

Richtige Bildschirmhöhe: Wer zuhause mit dem Laptop arbeitet, muss immer nach unten schauen. Verspannungen im Nacken sind damit vorprogrammiert. Tipp: Der Bildschirm sollte auf Augenhöhe stehen. Helfen kann eine zusätzliche Tastatur zum Laptop.

Weitere Informationen finden Sie hier: https://www.humanresourcesmanager.de/news/ergonomie-tipps-fuers-homeoffice.html

 Tipps fürs Mobile Arbeiten im Homeoffice

  • Wer regelmäßig zuhause arbeitet, kann schlechter abschalten. Das hat das wissenschaftliche Institut der AOK festgestellt. Es wird schwieriger, Dienstliches und Privates zu trennen. Damit kein zusätzlicher Stress entsteht, sollte man sich selbst Regeln überlegen und bewusst mit der Situation umgehen.

  • Vereinbarkeit von Familie und Beruf wird häufig als Vorteil fürs mobile Arbeiten genannt. De facto kann Arbeiten zuhause mit kleinen Kindern auch anstrengend sein. Häufig müssen Beschäftigte ihre Arbeitszeit dann in Randzeiten erledigen. Das Homeoffice ist in Sachen Familienfreundlichkeit ein Notnagel, nicht mehr.

Wer zuhause arbeitet, kann jederzeit arbeiten. Laut AOK-Studie wird im Homeoffice häufig auch abends oder am Wochenende gearbeitet.

Weitere Information: https://www.arbeitsrechte.de/home-office/

"Gut zu wissen" - immer mittwochs in der Sendung "Bunte Funkminuten" auf SR 3 Saarlandwelle.

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